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Objektiv Test: Die 55 schärfsten Objektive [2020]

Inhaltsverzeichnis

Objektiv Test | Wer höchste Ansprüche an die Bildqualität stellt, braucht neben einer guten Kamera vor allem die passenden Objektive. Wir stellen Ihnen die 55 schärfsten Objektive aller Klassen aus unserem DigitalPHOTO-Testlabor vor – und verraten, welche Scharfmacher sich für welchen Einsatzzweck lohnen!

Objektiv Test - die 55 schärfsten Optiken 2020

Nutzen Sie das Inhaltsverzeichnis (s. oben), um zu den Testergebnissen der verschiedenen Objektivklassen zu gelangen. Im folgenden Fließtext lernen Sie, was eine gute Optik ausmacht und welche Objektive uns besonders überzeugen.

Bei der Frage, was eigentlich ein wirklich gutes Objektiv ausmacht, landet man über kurz oder lang bei der immer gleichen Antwort: Die eingefangenen Motive sollen so scharf wie möglich abgebildet werden. Im Zusammenspiel zwischen Kamera und Optik kommt es dabei oft auf Nuancen an.

Klar ist aber: Die beste Kamera nützt wenig, wenn minderwertige Objektive wichtige Details verschlucken und Bildfehler produzieren. Damit Fotos auch gehobenen Ansprüchen an Schärfe und Kontrast genügen, empfiehlt sich der Kauf einer hochwertigen Optik. Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung.

Wir haben uns für Sie durch unsere umfangreiche Testdatenbank gewühlt und präsentieren Ihnen auf den folgenden Seiten die schärfsten Objektive aller Klassen. Neben unseren Empfehlungen und der Crème de la Crème aus unseren Labortests zeigen wir Ihnen, was ein scharfes Objektiv ausmacht und wie Sie in unterschiedlichen Motivsituationen mit der Wahl der richtigen Optik für detailreiche Bilder sorgen können.

Eines vorweg: Wir legen den Fokus in diesem Test ganz klar auf die Schärfeleistung der Optiken, Aspekte wie das Handling rücken dabei in den Hintergrund. Das gilt auch für den Preis, denn die Test-Praxis zeigt: Legen Sie Wert auf perfekte Schärfe, müssen Sie in fast allen Klassen vergleichsweise tief in die Tasche greifen – das kann sich aber lohnen!

Was ist eigentlich ein scharfes Objektiv?

Die Schärfe eines Fotos hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Neben der Sensorqualität der Kamera und äußeren Einflüssen wie Lichtverhältnisse oder dem Wetter spielt vor allem das verwendete Objektiv eine entscheidende Rolle.

Je feiner die Optik über die verschiedenen Brennweiten auflöst, desto schärfer wird das Bild – in unseren Testtabellen repräsentiert die Auflösungs-Wertung diese Eigenschaft. Neben dieser ist auch der Kontrast ein wesentliches Merkmal scharfer Bilder.

Wo Einsteigeroptiken oft an feinen Bilddetails scheitern, gelingt es hochwertigen Objektiven spätestens durch ein- oder zweifaches Abblenden, nahezu alle Bereiche scharf zu stellen. Denn für teure und besonders lichtstarke Objektive gilt: Die beste Schärfeleistung erreichen Sie erst, wenn Sie die Blende ein wenig schließen.

Im Gegensatz zur Offenblende gleichen Sie durch Abblenden auch andere Bildfehler wie Vignettierung und Farbsäume aus. Die besten Optiken im Test erreichen auf diese Weise knackscharfe Bilder über das gesamte Motiv.

Und nicht vergessen: Wie ein Foto final auf den Betrachter wirkt, liegt neben allen technischen Details natürlich auch am subjektiven Empfinden. 

Was Objektive ausmacht

Die Schärfeleistung moderner Objektive wird von vielen Aspekten beeinflusst. Das beginnt schon beim Material der verbauten Elemente, allen voran natürlich die Linsen.

Je nach Objektivtyp (Standardzoom, Weitwinkel, Makro etc.) verbauen die Hersteller unterschiedlich viele Linsen mit speziellen Eigenschaften. Neben Glas werden in Objektiven dabei auch Kunststoff oder gezüchtete Fluorit-Kristalle eingesetzt. Die Kombination aus unterschiedlichen Linsentypen verfolgt unter anderem das Ziel, Farbfehler – die sogenannten chromatischen Aberrationen – zu verhindern.

Diese entstehen durch die Eigenschaft von Glas, die unterschiedlichen Wellenlängen eines Lichtstrahls – und damit die einzelnen Farben – verschieden stark zu brechen. Objektivhersteller verbauen in hochwertigen Optiken spezielle Linsen, die den Dispersion genannten Effekt ausgleichen und Farbfehler reduzieren.

Meist verrät die Objektivbezeichnung, ob die Optik die entsprechenden Eigenschaften aufweist, etwa über den Namenszusatz ED (Extra Low Dispersion) bei Nikon-Objektiven.

Ebenfalls einen großen Einfluss auf die Bildqualität hat die Vergütung der einzelnen Linsenelemente. Da das Licht auf dem Weg zum Sensor eine Reihe von Linsen passieren muss, geht physikalisch bedingt immer ein Teil des Lichts durch Reflexionen verloren. Das reduziert nicht nur die Lichtmenge, die am Sensor ankommt, sondern führt auch zu störenden Bildeffekten wie Streulicht.

Besonders bei aufwendig konstruierten Zoomobjektiven macht sich dies bemerkbar. Mit speziellen Vergütungsverfahren versuchen die Hersteller, den Lichtverlust durch Reflexion möglichst weit zu reduzieren.

Dabei werden die Linsen mit einer speziellen Beschichtung versehen, die für eine höhere Lichtdurchlässigkeit sorgt. Hochwertige Objektive setzen dabei auf mehrere Beschichtungen oder greifen auf Vergütungen mit Nano-Partikeln zurück, die Reflexionen auf ein Minimum reduzieren können.

Wie ein roter Faden zieht sich die Feststellung durch unsere Tests, dass Objektive mit hoher Abbildungsleistung auch mit anderen Ausstattungsmerkmalen punkten. So bieten sie in aller Regel hochwertige Gehäuse, die gegen Witterung und Staub geschützt sind. Auch Komponenten wie der Autofokus oder die Einstellringe bewegen sich hier in der Regel auf höherem Niveau.

Ein nicht zu unterschätzender „weicher“ Vorteil von hochwertigen Optiken liegt zudem in der allgemein hohen Serienqualität. Aufwendig produzierte Objektive unterliegen in der Regel strengeren Qualitätskontrollen, so dass qualitative Streuungen bei verschiedenen Exemplaren des gleichen Modells weitaus unwahrscheinlicher sind als bei günstigen Modellen. 

Extrascharfe Festbrennweiten

Traditionell zeigen Objektive mit fester Brennweite ihren Zoom-Kollegen in Sachen Bildschärfe die Rücklichter. Das ist kein Wunder, können die Hersteller sie doch perfekt auf die verwendete  Brennweite feinjustieren.

Professionelle Porträtobjektive mit der typischen Brennweite von 85mm bieten zuweilen schon eine Anfangsblende von f/1,2. Sie fangen damit nicht nur mehr Licht ein als Zoomobjektive, sie bieten auch mehr Raum beim Spiel mit der Schärfentiefe. Ein besonders beeindruckendes Beispiel dafür ist das edle Porträtobjektiv RF 85mm F1.2L USM von Canon, das eine nahezu perfekte Abbildungsleistung mit einem weichen Bokeh kombiniert.

Ein Blick auf unsere Bestenliste zeigt: Die Schärfevorteile der Festbrennweiten ziehen sich durch alle Segmente vom Weitwinkel bis hin zum Telebereich. Auch jenseits der Bildschärfe haben Objektive mit Festbrennweite diverse Vorteile.

Einer davon ist das Gewicht: Da weniger Teile verbaut werden, sind Festbrennweiten oft leichter. Fairerweise muss hier dazugesagt werden, dass Zoomobjektive mehrere Brennweiten abdecken – für die gleiche Flexibilität müssten also auch mehrere Festbrennoptiken in der Fototasche landen.

Lichtstarke Generalisten

Wer sich bei der Fotografie nicht mit ständigen Objektivwechseln aufhalten will, greift gerne zum Reisezoom. Zumindest bei günstigen Modellen oder gar den mitgelieferten Kit-Objektiven machen Sie dabei aber fast zwangsläufig Abstriche in Sachen Lichtstärke und Bildqualität, wie unser Test von 8 Modellen zeigt. Auf der Suche nach dem besten Kompromiss aus Bildschärfe und Brennweiten-Flexibilität empfiehlt es sich, in hochwertige Optiken mit durchgehender Lichtstärke zu investieren. 

Gegenüber Festbrennweiten erreichen die Zoomoptiken zwar keine Lichtstärken von f/1,4 und mehr, eine durchgehende Anfangsblende von f/2,8 ist aber durchaus drin. Ein Beispiel dafür ist das Canon EF 24-70mm 1:2,8L II USM.

Bis in den leichten Telebereich bietet die Canon-Optik hervorragende Auflösungseigenschaften und ist damit ein echter Schärfe-Allrounder. Für Landschafts- und Architekturfotos greifen Sie idealerweise zum Weitwinkelzoom. Hochwertige Vertreter dieser Klasse punkten mit einer besonders hohen Schärfentiefe und stellen weitläufige Motive komplett scharf dar. Probleme mit Vignettierung lassen sich in der Regel durch Abblenden beheben.

Günstige Weitwinkel leiden in der Anfangsbrennweite oft an tonnenförmiger Verzeichnung. Dass es auch anders geht, zeigen hochwertige Zooms wie das Tokina AT-X 16-28 F2,8 Pro FX. Neben einer klassenuntypischen Lichtstärke von f/2,8 bietet es nahezu durchgehend hervorragende Auflösung und selbst bei Offenblende nur minimale Verzeichnung. 

Ganz groß und ganz nah

Einen Platz bei der Suche nach scharfen Objektiven  nehmen  Makroobjektive  ein.  Mit  ihrem Abbildungsmaßstab von idealerweise 1:1 sorgen sie dafür, dass Motive in Originalgröße auf dem Sensor abgebildet werden, außerdem ist die Naheinstellgrenze sehr viel geringer als bei Standardzooms.

In der Praxis überzeugen Makros mit einer hohen Abbildungsleistung – schließlich dienen sie dazu, feinste Details motivfüllend einzufangen. In Kombination mit der geläufigen Festbrennweite (fast) aller Makros und der oft hochwertigen Linsenvergütung sind gute Makros damit echte Schärfeexperten.

So können sie auch jenseits der Makrofotografie gute Dienste leisten – nämlich überall dort, wo die Brennweite dem Motiv gerecht wird. Beispielsweise eignen sich 100mm-Makros wie das Canon EF 100mm f/2,8L Macro durchaus für die Porträtfotografie.

Abstriche müssen Sie meist in Sachen Autofokus machen, der bei Makros oft eher langsam arbeitet. Auch die Lichtstärke der Top-Makros kann nicht ganz mit klassischen Festbrennweiten mithalten, reicht aber zumindest den Zooms das Wasser.

Apropos Zooms: Für die Fotografie im Tele-Bereich sollten Sie eine größere Investition einplanen, wenn Sie auf scharfe Bilder Wert legen. Brennweiten bis 200mm bei einer ordentlichen Lichtstärke von f/2,8 holen weit entfernte Motive nah heran, kosten bei guter Abbildungsleistung aber auch meist vierstellige Summen.

Eine positive Ausnahme ist Sigmas 70-200mm F2,8, das bereits für rund 900 Euro eine durchgehend gute Bildqualität im Telezoombereich bietet. Extreme Zoom-Optiken wie beispielsweise das Sigma Sports 150-600mm f/5-6,3 oder das Nikon 400mm sind prädestiniert für die klassische Sportfotografie. Eine hohe Schärfe samt schnellem Autofokus gehören für sie zum guten Ton. Schnäppchen sind sie allerdings nicht. 

Fazit

Schärfe ist nicht alles – aber vieles. Klassenübergreifend bieten die Hersteller hervorragende Optiken an, mit denen Sie das Optimum aus Ihrer Kamera kitzeln können. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, will so schnell nicht mehr auf die scharfen Bilder verzichten.

Erfreulicherweise können Schärfefans ihre Foto-Ausstattung überaus flexibel gestalten. Ob Sie dabei auf feste Brennweiten, Zoom-Allrounder oder auf Multitalente wie die Makroobjektive mit Porträtoption setzen, können Sie individuell für sich entscheiden.

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