Ratgeber

Vor- und Nachteile eines Dreibeinstativs

Inhaltsverzeichnis

Für uns Fotografen gibt es Situationen, in denen ein Stativ zwingend nötig ist. Dabei ist es für professionelle Bildergebnisse zweitrangig, ob es nötig ist, oder nicht, meint DigitalPHOTO-Autor Tim Herpers.

Wann ist ein Stativ unentbehrlich?

Wir kennen alle diesen Moment der Morgendämmerung, wenn wir auf die ersten Lichtstrahlen des Sonnenaufgangs warten. Noch tarnt sich die Landschaft im Schatten. Noch ist es zu dunkel, um mit einer geschlossenen Blende verwacklungsfrei aus der Hand zu fotografieren. Das ist nur eine von vielen Situationen, in denen ein Dreibeinstativ extrem hilfreich, wenn nicht sogar nötig sein kann.

Doch nicht nur beim Fotografieren in der Nacht oder der Dämmerung ist ein Stativ nützlich. Sogar am helllichten Tage kann der Einsatz eines Stativs sinnvoll sein. Ein Beispiel dafür liefern wir mit einem Foto der Freudenberger Altstadt -ein ansprechendes Fotomotiv und lohnendes Reiseziel. Eine Kamerastabilisierung kommt der telelastigen Brennweite für einen kompakten Blick auf die Fachwerkhäuser der Kleinstadt entgegen. Doch es ist nicht nur die Verwacklungsgefahr, die durch ein Stativ vermieden wird. Bei einem solch strukturierten Motiv ist eine stabile Kameraposition hilfreich, um den Bildausschnitt möglichst präzise auswählen zu können.

Außerdem ergibt sich ein weiterer Vorteil, wenn Sie vom Stativ fotografieren: Es lassen sich problemlos Reihenaufnahmen erstellen, egal, ob Belichtungsreihen, für einen größeren Dynamik­umfang oder beispielsweise Fokusreihen, um durch Focus Stacking eine größere Schärfentiefe zu erzielen. Die Vorteile der Reihenaufnahmen werden sowohl Landschafts- als auch Makrofotografen für professionelle Bildergebnisse bereits für sich entdeckt haben. Doch was sind Merkmale, an denen ein gutes Stativ zu erkennen ist?

Carbon ist König

Wie beim Kauf eines Objektivs gibt es auch in der Welt der Stative keinen Alleskönner, der für jeden Fotografen das perfekte Fotozubehör darstellt. Es ist stets eine Frage der eigenen Ansprüche an den Dreibeiner. Und doch gibt es eine Stativeigenschaft, die über alle Fotogenres hinaus Zuspruch findet: das Verarbeitungsmaterial Carbon.

Dreibeiner werden vor allem in Aluminium- und Carbon-Ausführungen angeboten. Aluminium bedient mit günstigen Herstellungskosten und sowohl leichten als auch soliden Eigenschaften Einsteiger sowie Amateure. Geht es um ein Stativ, das noch leichter und dennoch stabiler ist, kommt man an Carbon, einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff, nicht herum. Im Vergleich zu Aluminium sind Carbonstative um ein Vielfaches teurer, dennoch nicht unerreichbar.

Vor allem bei neuen Stativen lassen sich die Hersteller Ideen einfallen, um Carbonstative trotz ihrer Klasse der breiten Masse schmackhaft machen zu können. Ein gutes Beispiel dafür ist das zum Ende des letzten Jahres vorgestellte Dörr Highlights C-1740, das wir in der Praxis getestet haben (Seite 2) . Die Neuheit ist in einer Aluminium- und einer Carbonausführung in jeweils zwei Größen erhältlich. Damit bedient der Hersteller sowohl Fotoneulinge und Fortgeschrittene als auch Reise- und Studiofotografen gleichermaßen. Unabhängig von der Größe und dem verarbeiteten Material verfügt jedes Modell dieser Serie über einen mitgelieferten Kugelkopf und eine beiliegende Tragetasche. In puncto Preisklasse bedient Dörr zudem die breite Masse der Fotografen: Das kleinere der beiden Highlights-Aluminiumstative liegt bei 199 Euro, das große Carbonstativ bei 399 Euro.

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