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Test

Panasonic Lumix GH5 II im Test: Die (aktuell) beste MFT-CSC

Sind Sie auf der Suche nach einer leistungsstarken Systemkamera, die gleichermaßen für Foto als auch für Video geeignet ist? Dann fällt die Lumix GH5 II in die engere Auswahl. Gut vier Jahre nach Veröffentlichung hat Panasonic dem Bestseller eine Modellpflege verpasst. Ob sich das gelohnt hat, haben wir für Sie getestet.

Panasonic Lumix GH5 II im Test: MFT erster Klasse

Die ganze Fotowelt wartete seit Monaten gespannt auf eine Nachfolgerin der Lumix GH5. In Gerüchteforen wurde bereits über technische Highlights einer Neuheit diskutiert. Und dann stellt Panasonic tatsächlich etwas vor. Allerdings keine Lumix GH6, wie erwartet, sondern eine zweite Generation der gut vier Jahre alten Systemkamera.

Zwar kündigte Panasonic zeitgleich und noch für dieses Jahr eine GH6 an, allerdings galt der Lumix GH5 II der Fokus der Präsentation. Doch was unterscheidet die neue, zweite Kamerageneration von der im März 2017 vorgestellten Panasonic Lumix GH5? Die neue Kamerageneration entspricht eine klassischen Modellpflege.

Das heißt: Viele Ausstattungsmerkmale basieren auf dem Vorgängermodell oder sind gar identisch. Hinzu kommen kleine technische Highlights, die die Zielgruppe der Kamerareihe erweitert und gleichzeitig eingrenzt. Im Falle der Lumix GH5 II zielt die Modellpflege auf vorwiegend verbesserte Videofunktionen ab.

Doch auch Sensor, Stabilisator und Autofokus hat Panasonic optimiert. Hat das zu einem besseren Testsiegel geführt? Nein – allerdings auch nur, weil die Panasonic Lumix GH5 bereits unser Testlabor mit der Bestnote Super verließ.


Eigenschaften
Marke
Panasonic
Megapixel
20.3
ISO
ISO (Low) 200–25.600
Bajonett
MicroFourThirds
Auflösung
5.184 x 3.888 (4:3)
Video
4K (3.840 x 2.160 px), 60p
Display
3", 1,84 Mio. BP, dreh-/schwenkbar
Cropfaktor
2
minimale Verschlusszeit
1/8.000

Bewertung
Handling
(94%)
Ausstattung
(90%)
Bildqualität
(94%)

Starke Abbildungsleistung

Beim Sensor der GH5 II setzt Panasonic wie schon bei der ersten Kamerageneration auf einen 20,3-MP-Live-MOS-Sensor. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine 1:1-Übernahme, sondern um eine Weiterentwicklung. Panasonic hat bei der Neuheit eine Antireflexionsbeschichtung integriert, die für einen größeren Dynamikumfang sorgen soll.

Und tatsächlich: Anhand der Ergebnisse aus dem Testlabor können wir beim Vergleich beider Kameras Vorteile bei der Lumix GH5 II feststellen. Die Abbildungsleistung der zweiten Generation ist in Summe etwas besser. Gleichzeitig hat Panasonic an der integrierten Bildstabilisierung gefeilt: Während die GH5 auf eine Kompensation von bis zu fünf Belichtungsstufen ausgelegt ist, verspricht Panasonic nun bis zu 6,5 Blendenstufen.

Der Bildprozessor wurde ebenfalls aktualisiert, und auch das Autofokussystem hat einen neuen Anstrich bekommen. Zwar handelt es sich weiterhin um ein Kontrast-AF-System mit 225 Messfeldern, allerdings hat der Hersteller die automatische Erkennung von Augen und Gesichtern optimiert, sodass diese um bis zu 25 Prozent schneller erkannt werden sollen.

Die Gesamtperformance des aktualisierten Autofokus samt Deep-Learning-Technologie ähnelt dem der kompakten Vollformat-Lumix S5.

Bodycheck: Die Panasonic Lumix GH5 II im Detail

1 Roter Ring: Ähnlich wie das Vollformat-Schwestermodell Lumix S5 hat die GH5 II einen roten Ring am Einstellungsrad.

Programmwahlrad: Wie bei der Vorgängerin können Sie zwischen diversen Programm-Modi wählen oder diese selbst programmieren.

3 Fokus auf Hybridsystem: Erinnert ähnlich wie der rote Ring (siehe oben) an die Lumix S5: die rote Videotaste auf der Kameraoberseite.

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4 Starkes Sucherbild: Der elektronische Sucher der GH5 II entspricht dem der Vorgängerin und bietet eine tolle Sicht aufs Motiv.

5 Drei-Zollmonitor: Im Vergleich zur Vorgängerin ist der Touchmonitor leicht geschrumpft. Dennoch ist die Auflösung hier höher.

6 Bedienfeld mit Daumenrad: Wer mit der GH5 gut zurecht kam, wird auch mit der Nachfolgerin klarkommen. Die Bedienung ist nach wie vor top!

Kleinerer, besserer Monitor

Die neue GH5 II bringt mit dem Monitor ein weiteres Merkmal mit, das wir bereits von der Lumix S5 kennen: ein drei Zoll großes und mit 1,84 Millionen Bildpunkten hochauflösendes Display (im Vergleich: die Lumix GH5 besitzt ein 3,2-Zoll-Display mit 1,62 Mio. BP). Panasonic verspricht beim Vergleich von GH5 und GH5 II eine Verbesserung der Leuchtkraft und Farbwiedergabe.

Der rückseitige Monitor ist dreh- und schwenkbar und darüber hinaus berührungsempfindlich. Die Sicht auf das Motiv ist hervorragend. Beim elektronischen Sucher hat sich indes nichts geändert: Dieser löst weiterhin 3,68 Millionen Bildpunkte auf und deckt die gesamte Sensorfläche ab. Die Vorder- und Rückseite des staub- und spritzwassergeschützten sowie frostsicheren Gehäuses besteht aus einer Magnesiumlegierung.

Bei der Bedienfeldaufteilung setzt Panasonic auf geringfügige Änderungen und fährt so das tolle Konzept der ersten Kamerageneration fort. Mit im Labor gemessenen 12,7 Bildern pro Sekunde beweist die Lumix GH5 II wie auch bereits ihre Vorgängerin Qualitäten für actionreiche Sportfotografie.

Während im JPEG-Format nahezu unbegrenzte Serienaufnahmen möglich sind, reduziert sich die Laufzeit beim Fotografieren in RAW auf rund zehn Sekunden. Der Verschluss ist auf rund 200.000 Auslösungen ausgelegt. Doch als Hybrid-Kamera beweist die GH5 II nicht nur im Fotosegment hohe Qualitäten.

Panasonic Lumix GH5 II Alternativen (Olympus, Fujifilm und Sony)

Olympus OM-D E-M1 Mark III

(93%)

Eigenschaften
Megapixel
20.4
Kategorie
Systemkamera
ISO
200-6.400 (64/25.600)
Bajonett
Micro FourThirds
Auflösung
5184 x 3888
Bildstabilisator
Dual
Video
4.096 x 2.160 px (C4K), 24p
Display
3" / 1.037.000
Belichtung
P/A/S/M
Cropfaktor
2
minimale Verschlusszeit
1/8000

Bewertung
Handling
(96%)
Ausstattung
(90%)
Bildqualität
(92%)

Fujifilm X-T4

(93%)

Eigenschaften
Megapixel
26.1
Kategorie
Systemkamera
ISO
160-12.800 (80/51.200)
Bajonett
Fujifilm X
Auflösung
6240 x 4160
Bildstabilisator
5-Achsen
Video
3840 x 2160 / 60p
Display
3" / 1.620.000
Belichtung
P/A/S/M
Cropfaktor
1,5
minimale Verschlusszeit
1/8000

Bewertung
Handling
(95%)
Ausstattung
(86%)
Bildqualität
(95%)

Eigenschaften
Marke
Sony
Megapixel
24.2
Kategorie
Systemkamera
ISO
100-32.000 (102.400)
Bajonett
Sony E
Auflösung
6000 x 4000
Bildstabilisator
Chip
Video
3840 x 2160 / 30p
Display
3" / 1.040.000
Belichtung
P/A/S/M
Cropfaktor
1,5
minimale Verschlusszeit
1/4000

Bewertung
Handling
(91%)
Ausstattung
(86%)
Bildqualität
(93%)
Hier gehts zum ausführlichen Test

Fokus auf Video & Streaming

Mit einer unlimitierten Aufnahme im 4K-Modus bei 60 Bildern pro Sekunde (4:2:0 10-bit) ist die Bewegtbildperformance der Lumix GH5 II wegweisend. Über HDMI können Sie gleichzeitig ein Video in 4:2:2 10-bit ausgeben. Wer Videos nach dem Dreh gerne am Computer bearbeitet und im Detail optimiert, darf sich über eine vorinstallierte V-Log-L-Funktion freuen, mit der die Kamera die Bewegtbilder auf Wunsch mit einem sehr flachen Farbprofil aufzeichnet.

So können Sie Ihre Videos erstens nach Herzenswunsch bearbeiten und zweitens an Videos anderer Kameras problemlos anpassen. Das vereinfacht den Workflow, wenn Sie beispielsweise bei einem Videodreh mit einer zweiten Lumix-Kamera arbeiten. Ähnlich zur S1H, dem Videoflaggschiff der Vollformat-Lumix-Reihe, bringt die GH5 II zwei Arten von Cinelike-Gamma-Voreinstellungen im Fotostil mit.

Darüber hinaus ist die Lumix GH5 II in der Lage, kabellos via Smartphone und kostenfreier Smartphone-App in bis zu Full HD und 60p zu streamen. Die Funktion kann beispielsweise direkt für Übertragungen auf Facebook und Youtube genutzt werden. Für kabelgebundenes Streaming stellt Panasonic eine kostenfreie Webcam-Software als Download bereit.

Nicht der große Sprung

Mit einem Gesamtergebnis von 93,4 Prozent kann sich die zweite Generation im Vergleich zur ersten (wenn auch nur marginal) absetzen. Löblich: Mit der Lumix GH5 II erklimmt Panasonic Platz eins unter den Profis der spiegellosen Systemkameras mit MicroFourThirds-Sensor – knapp vor den beiden OM-D-Modellen E-M1 Mark II und E-M1X von Olympus.

Eine bahnbrechende Neuheit und entsprechende Kaufempfehlung für alle Fotografinnen und Fotografen ist die Lumix GH5 II allerdings nicht – aus zwei Gründen: Zum einen gibt der Markt ähnlich bepreiste spiegellose Systemkameras mit Hybridfunktionalitäten her, die abhängig vom gewünschten Einsatzzweck die bessere Wahl sind (siehe oben).

Zum anderen ist im Handel weiterhin die Lumix GH5 erhältlich. Mit einem Preisvorteil von 350 Euro ist die erste Kamerageneration auch nach über 4,5 Jahren durchaus eine Überlegung wert – vor allem für diejenigen, die nicht auf Funktionen wie Live-Streaming zugreifen möchten.

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Und dann gibt es da ja auch noch die Lumix GH6, die zwar noch nicht erhältlich ist, aber innerhalb der nächsten Monate auf den Markt kommen soll – und zwar mit nennenswerten Highlights: Videos in 5,7K-Auflösung und 60p sowie 4K-Videos in bis zu 120p. Wir sind gespannt, wie lange die GH5 II die Poleposition unter den Profi-MFT-Kameras bewahren kann.

Oder doch zur günstigeren Lumix GH5 greifen?

Nach wie vor erhältlich und sogar 350 Euro günstiger: Die Lumix GH5 ist für alle, die auf die Updates der zweiten Kamerageneration verzichten können, eine lohnenswerte, etwas schlechtere Alternative der GH5 II.

DigitalPHOTO-Fazit

Lohnt sich der Kauf der GH5 II? Für Kreative, die bereits die erste Kamerageneration besitzen, lohnt sich das Update in den seltensten Fällen. Die Verbesserung der Bildqualität ist minimal, und die aktualisierte Ausstattung betrifft ebenfalls nur gezielte Anwenderinnen und Anwender. Doch wer neu in das Hybridkamera-Geschäft einsteigen möchte und an einer GH6 nicht interessiert ist, der darf hier zugreifen. Stand jetzt, ist die Lumix GH5 II die beste MFT-CSC.

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