Test

Spiegelloses Multitalent: Panasonic Lumix GH5 im Test

Mit der neuen Lumix GH5 bringt Panasonic einen Kracher auf den Markt. Technisch auf dem allerneusten Stand und üppig ausgestattet hat die spiegellose Systemkamera absolutes Hitpotential. Oder will die Lumix als Foto-Video- Hybrid doch zu viel? Unser Test liefert die Antworten.

Es fällt schwer, nach dem Labortest der Panasonic Lumix GH5 nicht ins Schwärmen zu geraten. Bei uns gehen fast täglich neue Kameras und Objektive durch die Tür und doch schaffte es Panasonic, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wie? Mit Qualität! Bereits seit der offiziellen Ankündigung der Kamera im Herbst vergangen Jahres fieberten wir auf den Test des Flaggschiffs hin – immerhin konnte die Vorgängerin Lumix GH4 bereits viel Lob einfahren. Und das nicht nur aus unserer Redaktion, sondern auch von vielen professionellen Anwendern. Die GH4 galt zur Markteinführung als eine der besten Kameras für Fotografen und Filmer. Wir sind uns sicher: Das wird sich auch mit der GH5 nicht ändern. Denn Panasonic hat da angesetzt, wo es nötig ist, um im Gespräch zu bleiben.

Geblieben ist natürlich die Sensorgröße: Der Micro-Four-Thirds-Chip löst nun aber 20,2 Megapixel auf. An der Lichtempfindlichkeit des Sensors hat sich stattdessen nichts getan. Hier setzt der Hersteller nach wie vor auf maximal ISO 25.600. Was sich allerdings im Gegensatz zum Vorgänger verändert hat, ist der Preis: Zur Markteinführung möchte der Hersteller 1.999 Euro für das neue Flaggschiff haben. Moment einmal: Das sind allesamt Fakten, die nicht nur auf die Panasonic Lumix GH5, sondern auch auf die kürzlich vorgestellte Olympus OM-D E-M1 Mark II zutreffen. Welche der beiden spiegellosen High-End-Kameras im Vergleich die Oberhand behält, schauen wir uns gleich an.

Die neue Lumix GH5

Zurück zur Systemkamera GH5 und dem Bildsensor der Kamera: Panasonic garantiert mit der Neuvorstellung die beste Bildqualität der Lumix-G-Kameras und verzichtet im Gegensatz zum Vorgängermodell auf einen Tiefpassfilter. Und tatsächlich: Panasonics Plan geht auf. Die GH5 erzielt eine deutlich höhere Abbildungsleistung in unserem Testlabor als die GH4. Wer sich die Ausstattung der Lumix GH5 ansehen möchte, sollte reichlich Zeit mitbringen. Angefangen bei einem dreh- und schwenkbaren Kameradisplay über ein Kontrast-Autofokussystem mit 225 Messfeldern bis hin zu einer doppelten Bildstabilisierung–die Liste ist nicht nur lang, sondern auch mit Features der Extraklasse bestückt. Das Touchdisplay auf der Kamerarückseite ist mit einer Diagonale von 3,2 Zoll und 1,62 Millionen Pixel sehr übersichtlich. Auch der elektronische OLED-Sucher sorgt mit einer Auflösung von 3,68 Millionen Bildpunkten und 100-prozentiger Bildfeldabdeckung für Aufsehen. Anfängliche Vorurteile, dass ein elektronischer Sucher einem optischen in jedem Fall nachsteht, räumt Panasonic hiermit eindrucksvoll aus dem Weg. Die doppelte Bildstabilisierung ermöglicht Panasonic mit einem sensorbasierten 5-Achsen-Bildstabilisator und bildstabilisierten Lumix-Optiken.

Ebenfalls sehen lassen kann sich die Geschwindigkeit der GH5: Bei vollauflösenden Fotos mit bis zu zwölf Bildern pro Sekunde geht einem schon einmal schnell der Speicherplatz aus. Doch auch hier hat Panasonic mit zwei SD-Karten-Steckplätzen vorgesorgt. Und ist eine der beiden Karten tatsächlich einmal voll, schreibt die Kamera die Bilddaten unterbrechungsfrei auf der anderen Karte weiter. Die Akkulaufzeit der Kamera ist auf nur rund 400 Aufnahmen ausgelegt. Hier sehen wir Verbesserungspotenzial, auch wenn die Laufzeit durch einen zweiten Akku in einem optional erhältlichen Hochformatgriff (DMWBGGH5, 349Euro) verdoppelt werden kann. Allerdings kommt die Lumix GH5 bezogen auf ihre Sensorgröße bereits wuchtig daher. Da ist es Geschmackssache, ob das staub- und spritzwassergeschützte sowie bis -10 Grad Celsius frostsichere Gehäuse erweitert werden soll.

High-End, auch im Videobereich

Wie schon die Lumix GH4 ist auch das neue Flaggschiff ein Eldorado für Filminteressierte. Im Vorfeld der Kameraankündigung wurde in der Gerüchteküche viel über höher aufgelöste Videoaufzeichnung spekuliert. Panasonic setzt stattdessen weiter auf Videos in 4K-Auflösung. Sinnig, da die Kamera so mit dem Trend aktueller Fernseher mitgeht. Im Format 3840 x 2160 px sind maximal 60 Bilder pro Sekunde möglich. Neu ist das interne 4:2:2-10-Bit-Aufnahmeformat, mit dem Farben noch genauer dargestellt werden. Für Filmer ist außerdem der optional erhältliche XLR-Mikrofonadapter (DMW-XLR1, 399Euro) mit zwei Steckplätzen und zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten interessant.

Wer kann ihr das Wasser reichen?

So viel Lob – da muss es doch einen Haken geben. Nicht wirklich. Vergleichen wir die Lumix mit Konkurrenzmodellen anderer Hersteller. Wie schon erwähnt, gibt es zwischen der Lumix GH5 und der Olympus OM-D E-M1 Mark II einige Parallelen, allerdings auch einige Unterschiede. Beide Kameras ließen in unserem Testlabor nur selten Punkte liegen. Im direkten Vergleich der Testergebnisse hat die GH5 die Nase vorn. Die Olympus verpasst mit einem Testurteil von 91,40 Prozent nur knapp ein SUPER, während die Panasonic mit 93 Prozent davonzieht. Wer sich beide Modelle im Detail ansieht, wird aber auch schnell eine unterschiedliche Ausrichtung beider Kamerasysteme feststellen können: Die kompaktere Olympus OM-D spricht mit ihrem leistungsstarken Autofokussystem in erster Linie Fotografen an. Panasonic hat mit der Lumix GH5 hingegen eine perfekte Kamera entworfen, die nicht nur Fotografen, sondern auch Videografen zufriedenstellen wird.

Den ausführlichen Test finden Sie in der DigitalPHOTO 5/2017.

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Bewertung
Name
Panasonic Panasonic Lumix GH5
Pro
  • Erstklassige Bildqualität
  • Traumhafte Ausstattung für Fotografen und Filmer, inklusive 5-Achsen-Bildstabilisator
  • Innovativer 6K-Foto-Modus
  • Nahezu perfektes Handling
  • Robustes, wetterfestes Kameragehäuse
Contra
  • Kein NFC
  • Akkulaufzeit im unteren Durchschnitt
Preis
1999 EUR
Bewertung
(93%)
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