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Test

Fujifilm X-E4 im Test: Für wen ist die neue Systemkamera gemacht?

Mit der X-E4 hat Fujifilm eine weitere kompakte Systemkamera als Teil des X-Portfolios vorgestellt. Viele Ausstattungsmerkmale kennen wir bereits von anderen X-Kameras. Da stellt sich schnell die Frage: Für wen ist die Kamera gemacht und was macht die X-E4 besser als ihre Schwestermodelle? Wir haben die Kamera für Sie getestet.

Als ich mich mit der X-E4 am Kameragurt zum Praxistest aufgemacht habe, sprach mich mein Nachbar an: „Oh, ist das etwa eine analoge Kamera?“ Man muss Fujifilm zugutehalten, dass sie ihr Produktdesign konsequent durchziehen. Details wie das manuelle Einstellrad für Belichtungszeiten macht einfach etwas her.


Eigenschaften
Marke
Fujifilm
Megapixel
26.1
ISO
ISO 160-12.800 (80/51.200)
Bajonett
Fujifilm X
Auflösung
6.240 x 4.160 px
Bildstabilisator
Ja
Video
DCI4K (4.096 x 2.160 px), 30p
Display
3''-TFT, 1,62 Mio. BP, touch, kippbar
Cropfaktor
1,5
minimale Verschlusszeit
1/4.000

Bewertung
Handling
(94%)
Ausstattung
(82%)
Bildqualität
(92%)

Dabei sieht es im Inneren der Kamera natürlich alles andere als Retro aus – auch, wenn viele Merkmale bereits von anderen X-Kameras bekannt sind. Da wären beispielsweise der X-Trans-IV-CMOS-Sensor mit 26,1 Megapixeln Auflösung sowie der Lichtempfindlichkeitsbereich, der bis ISO 51.200 reicht.

Beide Merkmale bieten die beiden Schwestermodelle X-S10 und X-T30. Ebenso steht es um die Auflösegeschwindigkeit, die bei mechanischem Verschluss auf minimal 1/4.000 Sekunde und bei elektronischem Verschluss auf bis zu 1/32.000 Sekunde eingestellt werden kann.

Weitere Gemeinsamkeiten aller drei Mittelklasse- X-Kameras finden sich im 4K-Videosystem, in der Auflösung des elektronischen Suchers und in der Datensicherung mit einem UHS-I-SD-Kartenslot.

War das Testergebnis der Fujifilm X-E4 also erwartbar? Ja, zumindest in einigen Aspekten, denn es gibt auch Merkmale, die einzig die X-E4 besitzt, doch dazu später mehr. Das Ergebnis aus dem Labor gab unserer Vermutung recht: Der APS-C-Sensor der X-E4 liefert wie schon bei den Schwestermodellen eine hervorragende Arbeit. Die Abbildungsleistung ist hoch.

Die X-E4 ist die erste Wahl für alle Fujifilm-Fans, die einen leistungsstarken X-Trans-Sensor im kompakten Gehäuse suchen.

Tim Herpers, Chef vom Dienst

Dynamikumfang und Rauschverhalten reichen für mehr als nur den Hobbyalltag aus. Außerdem ist die Serienbildgeschwindigkeit der 315 Gramm leichten Systemkamera beeindruckend: Bis zu acht Bilder sind bei mechanischem Verschluss m glich.

Brauchen Sie noch mehr Geschwindigkeit, lohnt ein Wechsel zum elektronischen Verschluss für bis zu 30 B/s. Beim Autofokussystem vertraut Fujifilm ebenfalls auf Altbekanntes: 425 Messfelder des Hybrid-AFs stellen nahezu jedes Motiv schnell und präzise scharf. Zudem verfügt die Kamera über eine automatische Gesichts- und Augenerkennung.

Auf die Größe kommt es an

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1 Elektronischer Sucher: Der OLED-Farbsucher gleicht dem der Schwestermodelle und misst 0,39 Zoll in der Diagonale. Die Auflösung beträgt 2,36 Mio. Bildpunkte.

2 Kippbarer Monitor: Der 3-Zoll-Monitor ist berührungsempfindlich und bietet 100-prozentige Bildfeldabdeckung bei einer Auflösung von 1,62 Mio. Bildpunkten.

3 Bedienfeld mit Joystick: Wie Sie oben sehen, fällt die Anzahl der Tasten spärlich aus. Dank eines Joysticks gelingt die Handhabung aber dennoch sehr gut.

4 Aufsteck- statt Aufklappblitz: Einen Aufklappblitz gibt es nicht. Lag beim Vorgängermodell, der X-E3, noch ein Aufsteckblitz bei, so müssen Käufer*innen der X-E4 darauf verzichten.

5 Belichtungszeiten-Wahlrad: Was wäre eine X-Kamera ohne Retroelemente wie das manuelle Belichtungszeiten-Wahlrad? Natürlich bringt die X-E4 dieses Merkmal mit.

6 Ohne tiefen Kameragriff: Das Gehäuse besitzt anders als die X-S10 keinen tiefen Kameragriff. Optional gibt es für 89 Euro einen Handgriff, der an der Unterseite befestigt wird.

Widmen wir uns einmal dem größten Unterschied im Vergleich zu den etwa gleichpreisigen Schwestermodellen: dem Design. Denn auch, wenn Fujifilm, wie eingangs erwähnt, konsequent am Retrodesign festhält, so unterscheiden sich die drei Mittelklasse-X-Trans-Kameras maßgeblich im Aussehen.

Die X-E4 tritt als kompakteste Systemkamera aus dem Trio hervor. Der kippbare Touchmonitor lässt sich um bis zu 180 Grad nach oben neigen. Das vereinfacht Selbstporträts. Außerdem befindet sich der elektronische Sucher nicht wie bei der X-S10 und X-T30 im Sucherbuckel in der Gehäusemitte, sondern ist in der oberen linken Ecke des Kameragehäuses integriert.

Das minimalistische Design der X-E4 gefällt, allerdings muss die Neuheit im Vergleich zur X-S10 ein großes Opfer bringen und verzichtet auf einen integrierten Bildstabilisator. Im Fokus der X-E4 stehen also klar Fotografinnen und Fotografen, die eine Systemkamera mit möglichst kompakten Abmessungen suchen.

Das beantwortet die Frage, warum die Neuheit zur Produkteinführung einzig mit der kompakten 27mm-Festbrennweite im Kit angeboten wurde. Mittlerweile sind auch alternative Kits samt Zoomobjektiv erhältlich.

Persönliche Kaufentscheidung

Beim Blick auf das X-Portfolio von Fujifilm ergeben sich Parallelen zum APS-C-System von Sony. Beide Hersteller bieten zahlreiche Mittelklassekameras. Neuheiten ergänzen oft den Markt, anstatt eine vorherige Neuheit gleicher Preisklasse abzulösen.

Für die X-E4 sprechen neben den Merkmalen, die die X-S10 und X-T30 besitzen, vor allem das kompakte Design. Wer auch ein größeres Kameragehäuse in Betracht zieht und auf den X-Trans-Sensor schwört, der ist mit der X-S10 deutlich besser beraten.

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Muss es kein X-Trans-Sensor sein, hat Sony mit der Alpha 6400 eine gleichpreisige Alternative im Angebot. Die Alpha kann im direkten Vergleich mit 91,4 Prozent in der Gesamtnote etwas besser abschneiden als die X-E4. Nikon hat mit der Z 50 eine weitere Alternative im Angebot, die mit 643 Euro deutlich günstiger ist als die Fujifilm und die Sony.

Beim Testergebnis ordnet sich die Z 50 mit 90,7 Prozent zwischen beiden Kameras ein. Muss es nicht zwingend ein Sensor in APS-C-Größe sein, dann lohnt sich ein Blick auf die hervorragend ausgestattete Olympus OM-D E-M5 Mark III (980 Euro).

DigitalPHOTO-Fazit

Erst vor einem halben Jahr haben wir die X-S10 als neue beste Semiprofi-CSC ausgezeichnet. Nun hat das Topmodell mit der X-E4 ein würdiges, wenn auch etwas schlechteres Schwestermodell gefunden. Dennoch: Die tolle Bildqualität gepaart mit dem kompakten Design machen die X-E4 zu einer ernsthaften Alternative für Fujfilm-Fans. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Sony für den gleichen Body-Preis die sehr gute Alpha 6400 im Angebot.

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