Ratgeber

So fotografieren Sie ein schönes Herbstblatt mit einem Teleobjektiv

Wir zeigen Ihnen in nur sieben Schritten, wie Sie ein Herbstblatt mit seinen Details fotografieren und es über einen Bildbeschnitt hervorheben. Alles was Sie benötigen ist ein Herbstblatt, Ihre Kamera, ein Teleobjektiv und ein Stativ.

Herbstblatt in nur 7 Schritten fotografieren und hervorheben

So verschieden die Bäume, so verschieden sind auch ihre Blätter. Dabei erscheinen im Herbst die unterschiedlichen Formen und Details in goldgelben und roten Tönen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in sieben Schritten ein Herbstblatt mit seinen Details schön einfangen.

  • Teleobjektiv an Kamera anbringen: Mit einem Teleobjektiv können Sie das Herbstblatt nah heranholen, beispielsweise wenn es weiter oben am Baum hängt.

  • Stativ verwenden: Bringen Sie Ihre Kamera auf einem Stativ an. So vermeiden Sie Bewegungsunschärfen, die bei Aufnahmen aus der Hand entstehen könnten.

  • Weißabgleich festlegen: Damit das Blatt in seinen ursprünglichen Farben erscheint, empfiehlt es sich den Weißabgleich manuell einzustellen.

  • Blende 8 / Blende 11 einstellen: Um die Details des Blattes scharf einzufangen, nutzen Sie den Blendenprioritätmodus "A" und wählen Blende 8 oder 11. 

  • Fokus manuell setzen: Wechseln Sie in den LiveView-Modus, vergrößern Sie die Ansicht und stellen Sie das Herbstblatt manuell scharf.

  • Selbstauslöser verwenden: Aktivieren Sie den Selbstauslöser und verringern Sie so Wackler, die durch die Auslösung per Fingerdruck entstehen könnten.

  • Foto beschneiden: Öffnen Sie die Aufnahme in einem Bildbearbeitungsprogramm und beschneiden Sie es auf das Herbstblatt.

1. Herbstblatt mit Teleobjektiv fotografieren

Mit einer langen Brennweite können Sie ein Herbstblatt nah vor die Linse holen. Verwenden Sie entweder ein Telezoomobjektiv oder eine lange Festbrennweite. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Abstand zum Motiv halten. Wird eine bestimmte Mindestentfernung (Naheinstellgrenze) zum Herbstblatt unterschritten, können Sie dieses nicht mehr scharfstellen. Informieren Sie sich über die Naheinstellgrenze Ihres Teleobjektivs, die Angabe hierüber findet sich in den technischen Daten des Objektivs.

Alternative: Fotografieren Sie das Herbstblatt wahlweise mit einem Makroobjektiv das einen Abbildungsmaßstab von 1:1 hat. So fangen Sie es mit all seinen Feinheiten in Realgröße ein. Im Vergleich zu anderen Optiken bieten Makroobjektive einen großen Abbildungsmaßstab und eine geringe Naheinstellgrenze. Dadurch können Sie mit diesen kleinere Motive in gleicher oder nahezu identischer Größe aus sehr kurzer Distanz aufnehmen.

2. Stativ verwenden

Damit die feinen Details im Herbstblatt richtig scharf zur Geltung kommen, gilt es Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Nutzen Sie ein Stativ, auf dem Sie Ihre Kamera befestigen. Gehen Sie möglichst nah heran und richten Sie Ihre Kamera auf das Herbstblatt aus. Beachten Sie dabei die Naheinstellgrenze Ihres Objektivs. Deaktivieren Sie außerdem mögliche Bildstabilisatoren.

Tipp: Positionieren Sie sich gegenüber dem Sonnenlicht, damit dieses später durch das Herbstblatt scheint und es zum leuchten bringt.

Alternative: Wenn Sie ohne ein Stativ unterwegs sind, können Sie auf den Bildstabilisator, sofern vorhanden, zurückgreifen. Ist dieser aktiviert, lassen sich Verwacklungen, die während der Aufnahme aus der Hand auftreten, reduzieren. Vermeiden Sie unscharfe Aufnahmen, indem Sie auf eine ausreichend kurze Verschlusszeit achten.

3. Weißabgleich in der Kamera manuell anpassen

Stellen Sie den Weißabgleich manuell ein, damit das Herbstblatt im Foto auch in seinen natürlichen Farben erscheint. Nutzen Sie dabei ein weißes Blatt oder eine Graukarte als Vorlage. Neben der manuellen Einstellung, können Sie den Weißabgleich auch durch Anpassen der Farbtemperatur steuern. Aktivieren Sie die LiveView-Ansicht und halten ein weißes Blatt in die Szene. Wählen Sie eine Farbtemperatur passend zur Lichtsituation aus, bei der das Papier auf dem Display weiß erscheint.

Alternative für den Einstieg: Etwas unkomplizierter ist es, wenn Sie den automatischen Weißabgleich wählen. Allerdings kann es passieren, dass das Ergebnis nicht immer ganz den Erwartungen entspricht. Natürlich können Sie auch kreativ werden und mit der Farbgestaltung spielen.

4. Kleine Blende für ausreichend Schärfentiefe 

Wählen Sie als Aufnahmemodus den Blendenprioritätsmodus "A" aus. So können Sie die Blende steuern, während die Kamera die Zeiteinstellung für Sie übernimmt. Stellen Sie ein kleine Blende von f/8 oder f/11 ein, um für eine höhere Schärfentiefe zu sorgen. Denn gerade wenn Sie sich nah am Herbstblatt befinden, können bei einer großen Blende, einzelne Bereiche des Blattes im unscharfen Bereich liegen.

Tipp für sich bewegende Blätter: Auch wenn sich die Kamera um die Verschlusszeit kümmert, sollten Sie einen Blick darauf haben. Vor allem dann, wenn sich das Herbstblatt im Wind bewegt. Durch eine kurze Verschlusszeit vermeiden Sie es, die Bewegungen des Blattes und damit Unschärfen aufzuzeichnen. Erhöhen Sie die Empfindlichkeit, sollte die Verschlusszeit nicht ausreichend kurz genug sein.

5. Manuell im LiveView-Modus fokussieren

Wechseln Sie an Ihrer Kamera, beziehungsweise dem Objektiv, in den manuellen Fokusmodus. Über diesen können Sie das Herbstblatt möglichst genau scharfstellen. Aktivieren Sie zudem den LiveView-Modus und zoomen Sie in die Motivansicht. So können Sie das Herbstblatt über den Fokusring am Objektiv präzise scharfstellen.

Tipp: Kontrollieren Sie die Schärfe im Display und prüfen Sie, ob die gewünschten Bereiche des Blattes scharf abgebildet werden. Ziehen Sie gegebenenfalls die Blende etwas zu.

6. Selbstauslöser verwenden 

Der Finger am Auslöser kann ebenfalls Erschütterungen verursachen und kleine Unschärfen hervorrufen. Nutzen Sie daher den Selbstauslöser der Kamera oder verwenden Sie einen Fernauslöser und nehmen das Herbstblatt in Ruhe auf.

7. Fotoausschnitt wählen 

Wenn Sie das Herbstblatt in Ihrem Foto noch mehr hervorheben möchten, können Sie die Aufnahme mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms auf das Blatt zuschneiden. Hierfür sollte das Foto in einer entsprechend hohen Auflösung vorliegen. Öffnen Sie die Bilddatei in einem beliebigen Bildbearbeitungsprogramm, wählen Sie einen Ausschnitt und beschneiden die Aufnahme. Speichern Sie die Datei anschließend unter einem neuen Namen ab.

Beachten Sie, dass sich durch den Beschnitt die Bildgröße verringert und sich das Foto damit nicht mehr für einen großformatigen Ausdruck eignen kann. Abhängig von der Bildauflösung des Fotos (300 dpi / 72 dpi), lässt sich der Ausschnitt beispielsweise aber noch in DIN A4-Größe (bei 300 dpi Bildauflösung) ausdrucken. Die Bildgröße der beschnittenen Aufnahme können Sie in der Regel im Bildbearbeitungsprogramm überprüfen.

Seien Sie kreativ: Variieren Sie die Farbe oder Sättigung und kreieren Sie ihre individuelle Herbstblatt-Aufnahme.

Weitere herbstliche Fotoprojekte finden Sie in der CanonFoto 06/2017.

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