Ratgeber

15 Landschaftsfotografie Tipps, die jeder kennen sollte

Landschaften sind die beliebtesten Fotomotive überhaupt. Damit Ihnen großartige Aufnahmen gelingen, verraten wir Ihnen 15 Landschaftsfotografie Tipps. Wir geben Ihnen wertvolle Informationen zu Ausrüstung, Motivplanung, Apps, Bildgestaltung und vielem mehr.

Landschaftsfotografie Tipps: für einfach bessere Fotos

1. Die richtige Recherche 

Machen Sie schon vor einer Reise Ihre Hausaufgaben, und investieren Sie Zeit für eine ausgiebige Recherche. Viele Motive lassen sich heute leicht und gut beschrieben im Internet vorab erkunden, damit Sie genau wissen, wann Sie wo sein müssen, um mit guten Bildern heimzukehren.

Auch Apps wie „The Photographer’s Ephemeris“ sind heute unverzichtbar, da Sonnenstände und sogar Sternenbilder dort vorhergesagt werden.

2. Tasche packen 

Während Sie bei der Wahl der Kamera wenig falsch machen können, ist in Sachen Objektiv vor allem ein Weitwinkel unerlässlich für die Landschaftsfotografie – klassische Brennweiten liegen hierbei zwischen 12 und 24 mm.

Aber auch mit der kürzesten Brennweite Ihres Kit-Objektivs können Sie bereits brauchbare Aufnahmen erzielen. Für fotografische Vielfalt und kreativen Spielraum sorgt zudem ein Telezoomobjektiv im Fotorucksack.

Damit lassen sich Landschaftsfotos mit reizvollem Stauchungseffekt erzielen. Vergessen Sie zudem das Stativ nicht!

3. Neue Motive für Ihr Portfolio 

Die Schönheit der Natur und ihrer Landschaftsbilder ist vielseitig und die Motiv-Auswahl für Landschaftsfotografen dementsprechend groß. Exotische Wälder und Landstriche aus fernen Ländern faszinieren natürlich, jedoch lassen sich auch direkt vor Ihrer Haustür oder bei einem Fotoausflug in den nächstliegenden Wald schöne Motive finden.

Sollten Ihnen einmal die Ideen ausgehen, versuchen Sie sich vorzustellen, wie es wäre, wenn Sie einer befreundeten Fotografin tolle Orte in Ihrer nahen Umgebung beschreiben würden.

So beschäftigen Sie sich intensiv mit Motiven, denken über Perspektiven und Sonnenstände nach. Inspirierend können natürlich auch Fotoplattformen wie Fotocommunity sein. Hier ist es nur wichtig, dass Sie sich nicht einschüchtern lassen sollten. Finden Sie Ihren eigenen Stil, der zu Ihnen passt.

4. Den ganzen Tag 

Winterlandschaften leben von Klarheit, Ruhe und besonderem Licht – nutzen Sie diese Eigenschaften ganz bewusst. Schnee wirkt wie ein riesiger Reflektor, daher sollten Sie eher leicht unterbelichten, um ausgefressene Lichter zu vermeiden, und das Histogramm regelmäßig kontrollieren.

Ein manueller Weißabgleich oder das Fotografieren im RAW-Format hilft Ihnen, Farbstiche zu korrigieren und die kühle Stimmung gezielt zu steuern. Reduzieren Sie die Bildkomposition auf wenige, starke Elemente, denn kahle Bäume, vereiste Seen oder einzelne Spuren im Schnee entfalten gerade durch Minimalismus ihre Wirkung.

Achten Sie besonders auf Linien und Kontraste, da Farben im Winter oft fehlen. Der tiefe Sonnenstand am Morgen oder Abend sorgt für lange Schatten und plastische Strukturen, während Nebel oder leichter Schneefall zusätzliche Atmosphäre ins Bild bringen.

Schützen Sie Ihre Ausrüstung vor Kälte und Kondenswasser und denken Sie auch an sich selbst: Warme Kleidung und Geduld sind im Winter sehr wichtig.

5. RAW 

Wer im Hochsommer mitten am Tag fotografiert, wird sehen, dass selbst die beste Kamera an ihre Grenzen kommt – zu hoch sind die Helligkeitsunterschiede. Himmel brennen sofort aus, Felder wirken zu dunkel.

Der Sensor schafft es nicht, die hohen Kontraste mit nur einer Aufnahme auszugleichen. Fotografiert man im RAW-Format, werden in den Lichtern und Tiefen einer Aufnahme sehr viel mehr Informationen abgespeichert als bei einem JPEG.

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6. Blende richtig einstellen 

Es gibt eine Faustregel, mit der Sie auch ohne Belichtungsmesser die korrekte Belichtungszeit für Ihr Landschaftsfoto errechnen können. Die Grundidee ist dabei, dass Sie bei Blende 16 den Kehrwert zum ISO-Wert, den Sie eingestellt haben, nutzen, um damit die Belichtungszeit zu ermitteln.

Sprich: Verwenden Sie für Ihre Aufnahme den ISO-Wert 200, sollte Ihre Belichtungszeit 1/200 Sekunde betragen. Mit Blende 16, einer klassischen Blende in der Landschaftsfotografie, bleibt außerdem die gesamte Szene scharf: vom Vorder- bis zum Hintergrund. Da sich die Lichtbedingungen schnell ändern, ändert sich auch die Blende, die Sie nutzen sollten.

Probieren Sie sich aus – und greifen Sie für Ihre kommenden Aufnahmen auf die nebenstehende Tabelle zurück. Sie werden sehen: Ohne auf den Belichtungsmesser zu sehen, werden Sie damit richtig belichtete Fotos erzielen.

Nutzen Sie die Empfehlungen jedoch immer nur als Richtwert und nicht als unabänderliche Vorgabe. Ändern Sie die Blende, um beispielsweise eine geringere Schärfentiefe einzustellen, passen Sie die Belichtungszeit entsprechend für ausgewogen belichtete Aufnahmen an.

7. Schlechtes Wetter 

Von der Weisheit „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“ können Landschaftsfotografen wahrlich ein Lied singen. Tatsächlich besteht der Alltag nicht nur aus Sonnentagen. Er hat auch seine dunkle Seite. Gewitter ziehen zum Beispiel im Sommer häufig auf und sind ein tolles – wenn auch nicht ungefährliches – Fotomotiv.

Beziehen Sie in diesem Fall die sommerliche Vegetation in Ihre Aufnahmen ein, wie hier im Bild die Mohnblüten oder Sonnenblumen. So weiß man direkt, dass das Bild im Sommer aufgenommen wurde.

Sollten Sie wirklich ein Gewitter aufnehmen (wollen), stellen Sie Ihre Kamera auf ein Stativ, stellen den Fokus an Ihrem Objektiv auf manuell und fokussieren auf unendlich.

Stellen Sie nun die Belichtungszeit auf den Bulb-Modus und die Blende zuerst einmal auf f/8. Den ISO-Wert stellen Sie auf 100. Halten Sie den Auslöser so lange gedrückt, bis ein Blitz am Himmel erscheint.

8. Nach dem Regen 

Angenommen, Sie hat ein Schauer erwischt – ärgern Sie sich nicht, denn gerade kurz nach dem Regen, wenn die Sonne wieder durch die Wolken bricht, entstehen atmosphärische Landschaftsaufnahmen mit Wow-Effekt. Der Grund dafür sind die kontrastreichen Details, die nun zutage treten.

Der Himmel hat noch eine dunkle Dramatik, während Pflanzen und Bäume bereits von der Sonne aufgehellt werden. Die Farbunterschiede sind in solchen Situationen enorm. Auch helfen die Regentropfen, die nun überall sichtbar sind, das Licht zu reflektieren, und geben so dem Bild eine ausgewogene Harmonie.

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Wichtig ist dabei aber, dass Sie Ihre Kamera vorab ausreichend vor dem Regen geschützt haben. Zwar kann es reichen, das Objektiv einfach mit dem Objektivdeckel abzudecken, sinnvoller ist es jedoch, in einen brauchbaren Regenschutz zu investieren.

Heutzutage bieten die meisten Fototaschen und -rucksäcke einen ausreichenden Regenschutz, inklusive zusätzlicher Regenhülle. Achten Sie beim Kauf auf solche hilfreichen Extras.

9. Am Meer 

Wer am Meer Urlaub macht, kann sich gar nicht sattsehen an der schier unendlichen Weite. Als Fotomotiv ist das Meer aber gar nicht so einfach festzuhalten, da Bilder vom Wasser oft langweilig und unspektakulär wirken.

Probieren Sie daher, den Vordergrund miteinzubeziehen. Steine, Bojen, Wellenbrecher und Co. geben Ihrer Aufnahme Tiefe und einen Fixpunkt. Auch eine tolle Seebrücke ist ein Blickfang.

Verwenden Sie ein Weitwinkelobjektiv oder die kleinste Brennweite an Ihrem Kit-Objektiv, um möglichst viel vom Szenario festzuhalten. Fotografieren Sie außerdem von einem tiefen Standpunkt aus.

So können Sie auch den Sand oder die Wellen effektvoll ins Bild einbeziehen. Wollen Sie das Wasser weichzeichnen, kommen Sie um den Einsatz eines Stativs nicht herum.

10. Motivtipps 

Gefühlt warten im Sommer unzählige Motive darauf, fotografiert zu werden. Da kann es mitunter passieren, dass man den berühmten Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Daher unser Tipp: Überlegen Sie sich schon im Winter oder im Frühjahr, welche Motive Sie im Sommer festhalten möchten. Gehen Sie Ihre alten Aufnahmen durch, und überprüfen Sie deren Bildwirkung. Das hilft bei zukünftigen Motiven.

11. Belichtungszeit 

Auf den ersten Blick scheint der Sommer die ideale Jahreszeit zum Fotografieren, doch wenn die Sonne einmal aufgegangen ist, steigt sie schnell und ebenso schnell wirken Aufnahmen kontrastarm.

Auch wird es für die Kamera mit hohem Sonnenstand schwer, die richtigen Belichtungszeiten zu ermitteln – da die Unterschiede zwischen sehr hell und sehr dunkel enorm sind.

In der Mehrfachmessung ermittelt Ihre Kamera einen Mittelwert des gesamten Bildausschnitts. Am hellen Tag wird in der Regel dadurch der helle Bildbereich überstrahlt dargestellt.

Schritt für Schritt: Die beste Belichtungszeit wählen

1. Kameraeinstellungen 

Stellen Sie die Kamera in den manuellen Modus und die Messmethode auf Spotmessung. Wählen Sie nun Ihre gewünschte ISO. Starten Sie bei ISO 200 bei Blende f/10. Diese Ausgangspunkte dienen als Richtwerte.

2. Fokuspunkte setzen 

Wählen Sie manuell die Autofokusfelder selbst aus. Setzen Sie den Fokuspunkt auf einen Bildbereich, der im Schatten liegt, und notieren Sie sich die Belichtungszeit. Wiederholen Sie den Schritt für helle Bereiche.

3. Mittelwert ermitteln

Ermitteln Sie nun den Mittelwert der beiden Einstellungen. Ein Beispiel: zwischen 1/160s und 1/640s ergibt der Mittelwert 1/320s. Fotografieren Sie mit diesen Einstellungen und prüfen Sie das Histogramm an Ihrer Kamera.

12. Staubflecken vermeiden 

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die über eine gelungene und eine unbrauchbare Aufnahme entscheiden. Dabei ist nichts ärgerlicher als Staub auf der Linse, den man vergessen hat, vor dem Fotografieren zu entfernen.

Vor allem wenn Sie einen hellblauen Himmel fotografieren, werden Staubflecken schnell sichtbar. Zwar lassen sich die schwarzen Punkte auch im Nachhinein mit Bildbearbeitungsprogrammen entfernen, aber so eine Arbeit ist zeitaufwendig und nicht immer von Erfolg gekrönt.

Nehmen Sie sich daher vor Ihrem Fotoausflug die Zeit, und putzen Sie Ihr Objektiv – und bei dieser Gelegenheit auch gleich Ihre Filter und ggf. den Sensor.

13. Perspektive: Der richtige Standpunkt 

Die Schönheit der Natur und ihrer Landschaftsbilder ist vielseitig und die Motivauswahl für Landschaftsfotografen dementsprechend groß. Exotische Wälder und Landstriche aus fernen Ländern faszinieren natürlich, jedoch lassen sich auch direkt vor Ihrer Haustür oder bei einem Fotoausflug in den nächstliegenden Wald schöne Motive finden, die sich mit der richtigen Technik in sagenhaften Bildern festhalten lassen.

Halten Sie die Augen während Ihres Ausflugs in die Natur stets offen, und lassen Sie sich viel Zeit, um die schönsten Motive, Bildausschnitte und Perspektiven zu entdecken. Kurzum: Genießen und erleben Sie die Landschaft um Sie herum mit allen Sinnen. Das wird man Ihren Bildern ansehen!

14. Filter im Griff 

In den Zeiten der analogen Fotografie waren optische Filter wichtige Hilfsmittel, mit denen Farbstiche und hohe Kontraste ausgeglichen oder spezielle Effekte erzielt wurden.

Moderne Systemkameras bieten inzwischen zahlreiche Einstellungen, mit denen die Wirkung dieser Objektivfilter nachgestellt werden kann – ganz zu schweigen von unzähligen Möglichkeiten in der Bildnachbearbeitung mit Softwares wie zum Beispiel Adobe Photoshop oder Affinity Photo.

Doch nicht in allen Situationen lässt sich ein optischer Filter durch digitale Hilfsmittel ersetzen. Vor allem in der Landschaftsfotografie sind Polfilter, Graufilter und Grauverlaufsfilter für einige Bildeffekte unerlässliche Werkzeuge, deren Wirkungsweise nur schwer oder überhaupt nicht in einer Bildbearbeitungssoftware erzeugt werden kann.

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15. Mehr Intensität mit Hilfe eines Polfilters

Der Polfilter sollte in keiner Fotoausrüstung bei Landschaftsfotografen fehlen. Allerdings kann die Anschaffung dieses Filtertyps etwas kostspielig sein – vor allem, wenn Sie Objektive mit einem Filtergewinde von 72 Millimetern oder größer nutzen.

Der Grund liegt unter anderem im Aufbau.

Polfilter bestehen aus zwei Glaselementen, wobei das vordere frei gedreht werden kann, um die Stärke der Polarisation zu regeln. Achten Sie immer darauf, den Filter beim Einstellen nicht vom Objektiv zu lösen. Der Effekt ist am ausgeprägtesten, wenn Sie im 90-Grad-Winkel zur Sonne fotografieren.

Die Richtung finden Sie, indem Sie mit dem Zeigefinger auf die Sonne deuten und den Daumen im rechten Winkel nach links oder rechts abspreizen. Blicken Sie durch den Sucher, während Sie den Filter drehen, oder beobachten Sie das Bild im Live View, um zu sehen, wie sich der Effekt ändert.

Stoppen Sie die Einstellung, sobald das Ergebnis am besten wirkt. Polfilter betonen aber nicht nur das Blau des Himmels, sondern reduzieren auch Reflexionen auf Wasseroberflächen oder Glas. Aufnahmen von Landschaften oder Städten wirken dadurch oft besser. Allerdings sollten Sie beim Einsatz an Weitwinkelobjektiven vorsichtig sein, da die Polarisation richtungsabhängig ist.

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