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„Das Wesen des Menschen zu erkennen und Emotionen sichtbar werden zu lassen, das liegt mir.“ – Sophie Brand im Interview

Zwischen Modefotografie, persönlichen Porträts und kreativen Coachings spricht Sophie Brand über ihren fotografischen Werdegang, den Umgang mit Menschen vor der Kamera und warum Authentizität für sie wichtiger ist als perfekte Inszenierung.

Sophie Brand im Interview: Nah dran

Sophie Brand fängt in ihren Porträts das ein, was oft verborgen bleibt: echte Momente ohne Maske. Die Berliner Fotografin verbindet eine sanfte Bildsprache mit professioneller Inszenierung für Mode und Charakterporträts.

Neben ihrer Arbeit im eigenen Mietstudio gibt sie ihr Wissen heute in Coachings weiter. Ein Gespräch über die Liebe zur Fotografie und die Relevanz von Echtheit.

DigitalPHOTO: Frau Brand, möchten Sie uns kurz den Weg erläutern, der Sie zur Fotografie geführt hat. Wann war für Sie klar, dass Sie Fotografin werden?

Meine Eltern sind freischaffende Musiker und haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich mich im Leben für das entscheiden kann, was mir selbst am Herzen liegt. Der Weg ins Kreative und in die Selbstständigkeit war für mich schließlich naheliegend. Die Fotografie begann für mich erst einmal aus einem Interesse heraus. 

Sie haben verschiedene Genres ausprobiert und sich dann auf die Porträtfotografie konzentriert. Warum?

Ursprünglich komme ich aus der Hochzeitsfotografie. Dort habe ich viel über Kommunikation, Flexibilität in unterschiedlichen Shootingsituationen sowie das Einfangen und Begleiten von Emotionen gelernt.

Danach zog es mich in die Mode- und Porträtfotografie. Über erste Shootings mit kreativen Settings, hat sich meine Spezialisierung entwickelt. Mich bewegen Bilder, die echt sind und beim Betrachten dazu einladen, in eine Geschichte einzutauchen. Darin sehe ich auch meine Stärke: Menschen wirklich zu sehen und Emotionen sichtbar werden zu lassen.

Sie arbeiten nicht nur mit Profi-Models: Wie schaffen Sie es, dass sich alle Personen vor Ihrer Kamera wohlfühlen und die Scheu verlieren?

Zu Beginn eines Shootings gibt es immer eine erste Distanz, die es zu überwinden gilt. Das kann herausfordernd sein, aber auch spannend. Jede Person ist anders und das macht es so besonders.

Im Grunde eröffne ich einen Ort, an dem sich die Menschen wohlfühlen können – ohne Bewertung. Wichtig ist es, Unsicherheiten anzunehmen und dann wirklich mit den Personen zu arbeiten.

Sie dürfen einfach sie selbst sein. Für mich ist die Porträtfotografie ein Raum, in dem Menschen sich selbst begegnen können. Jedes Mal, wenn ich das erlebe, wird mir bewusst, warum ich diese Arbeit so liebe.

Wer sind Ihre typischen Auftraggeber?

Schauspielerinnen und Schauspieler oder Models für individuelle Sedcardshootings – aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer für kreative Brandingshootings und natürlich Kundinnen und Kunden aus der Modewelt.

In Ihrem Portfolio finden sich oft warme Erdfarben und natürliches Licht. Ist diese Farbigkeit charakteristisch für Ihren Stil? Oder anders: Was ist Ihre Handschrift?

Ja, das trifft es bereits gut. Warme Farben und natürliches Licht prägen meine Arbeit, wobei ich für meine Shootings auch gerne weiches Blitzlicht nutze. Gleichzeitig haben aber auch Schwarzweiß- Aufnahmen für mich ihren ganz eigenen Zauber.

Lassen Sie uns noch einen Blick auf Ihre Technik werfen: Welche Kameras und welche Lichtgestaltung bevorzugen Sie, um die natürliche Atmosphäre Ihrer Bilder zu erzeugen?

Ich fotografiere mit Kameras von Sony – aktuell mit der Alpha 7 IV und mit einer Sony Alpha 7R III. Meine Lieblingsobjektive sind das 50 mm und das 35 mm.

Das 24-70 mm kommt bei mir in letzter Zeit aber auch häufig zum Einsatz. Wenn ich nicht mit natürlichem Licht arbeite, nutze ich für meine Lichtsettings Technik von Profoto. 

In Ihrem Podcast und Ihrem Buchprojekt „Ungeschminkt“ thematisieren Sie die „Echtheit“ in der Fotografie. Was hat Sie dazu bewegt, dieses Thema so intensiv über verschiedene Medien hinweg aufzugreifen?

Der Podcast begleitet mein Buchprojekt. Dafür habe ich über fünf Jahre verschiedene Künstlerinnen und Künstler fotografiert und interviewt, um mich projektbezogen mit der Vielfalt der Kunst- und Kulturszene auseinanderzusetzen.

Entstanden sind, wie ich finde, sehr persönliche Fotostrecken und Interviews, die die große Relevanz von Kunst in unserer Gesellschaft zeigen. Gleichzeitig ist Kunst auch ein Ausdruck unseres Seins.

Ich glaube, dass Kunst uns in vielerlei Hinsicht bewegen kann – wenn wir Kreativität leben und verstehen, was uns überhaupt kreativ sein lässt. Zum Projekt bewegt hat mich der Wunsch, die Relevanz und Vielfalt von Kunst und Kreativität bildlich zum Ausdruck zu bringen.

Geben Sie Ihr Wissen auch in Seminaren oder Workshops weiter?

Ja, ich gebe zum einen Einzelcoachings, wenn Interessierte sich in bestimmten Bereichen weiterbilden möchten. Darüber hinaus finden bei mir im Black & White Studio Berlin, in der Villa Heike, spannende Aktionen und/oder Workshops statt.

Es lohnt sich, mal vorbeizuschauen, vielleicht an einem Event teilzunehmen oder die Studios für eigene Projekte zu mieten.

Die Fotografin

Sophie Brand ist eine Berliner Fotografin für Mode und charakterstarke Porträts. Sie arbeitet international und betreibt in Berlin ein eigenes Studio, das Kreative mieten können.

www.sophiebrand-studio.de | www.sophiebrand.de

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