Ratgeber

Das richtige Fotopapier: Vom Discounter-Papier bis zu Photo Rag

Für einen perfekten Ausdruck Ihrer Fotos brauchen Sie nicht nur einen sehr guten Drucker, sondern auch hochwertiges Papier. Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf achten sollten, welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Papiere mitbringen  und wie viel Geld Sie für professionelles Fine-Art-Papier ausgeben müssen.

Es gibt Fotos, die sind einfach zu schade dafür, sie nur auf dem PC-Monitor zu bewundern. Sie gehören ausgedruckt! Zum Glück bieten inzwischen alle modernen Multifunktionsdrucker einen ordentlichen Fotodruck an, weswegen man also nur Papier einlegen und auf „Drucken“ klicken muss.  

Qualität des Fotopapiers entscheidet

Dass es doch nicht ganz so einfach ist, merkt man spätestens dann, wenn man günstiges 80-Gramm-Kopierpapier in den Tintenstrahldrucker gelegt hat. Das Ergebnis: Die Farben verlaufen, das Papier wellt sich - der Druck kann direkt in den Papierkorb. Denn entscheidend für die Druckqualität ist nicht nur der Drucker, sondern auch das Papier. 

Im Handel finden sich von jedem Druckerhersteller sowie von anderen Anbietern spezielle Fotopapiere in diversen Variationen. Wobei die Bezeichnung „Fotopapier“ eigentlich nicht ganz korrekt ist. Stattdessen müsste es Kunstdruckpapier heißen, denn als Fotopapier bezeichnet man im traditionellen Sinn nur Papiere mit lichtempfindlich beschichtetem Material, die in der analogen Fotografie eingesetzt werden.

Trotzdem bleiben wir der Einfachheit halber bei der umgangssprachlichen Bezeichnung Fotopapier auch im Digitaldruck. Wer sich im Elektronikmarkt oder im Fotofachgeschäft umschaut, wird komplette Regale mit unterschiedlichen Fotopapieren vorfinden, die versprechen, dass mit ihnen Fotoausdrucke in höchster Qualität erzielt werden können. Doch wie unterscheiden sich diese Fotopapiere?

Zunächst einmal haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Beschichtungen: matt, seidenmatt, glänzend, hochglänzend – je nachdem welche Bildwirkung Sie bevorzugen. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Papiergewicht, das in Gramm pro Quadratmeter angegeben wird. Einfaches Kopierpapier liegt bei 80 Gramm pro Quadratmeter. Das Fotoglanzpapier Plus Glossy II von Canon bringt hingegen mit 275 Gramm pro Quadratmeter mehr als dreimal so viel Gewicht auf die Waage. Ein weiterer Wert, den viele Hersteller auf ihren Fotopapieren angeben, ist die Stärke des Papiers, die in Millimetern angegeben wird.

Wer nun meint, einfach eine möglichst dicke Zellulose-Mischung auszusuchen, um ein Top-Druckergebnis zu erzielen, den müssen wir enttäuschen: So einfach ist das leider nicht. Zum einen deshalb, weil heimische Fotodrucker nicht mit beliebig dickem Fotopapier gefüttert werden können. Oftmals liegt das Limit bei 200 bis 250 Gramm pro Quadratmeter. Im Vorteil sind hier Drucker, die über einen Einzelblatteinzug verfügen, damit das dicke Fotopapier nicht über die Walze abgerollt werden muss. Hier liegt einer der großen Unterschiede zwischen echten Fotodruckern und günstigeren Multifunktionsdruckern mit Fotodruckfunktion. 

Porös oder quellend

Im Fachhandel finden Sie zwei unterschiedliche Varianten von Fotopapieren: solche mit einer mikroporösen Beschichtung und solche mit einer quellenden Oberfläche. Der Unterschied: Bei den Papieren mit mikroporöser Beschichtung gelangt die Tinte durch die Oberflächenstruktur und wird versiegelt. Dadurch braucht das Foto keine lange Trocknungszeit, sondern kann sofort angefasst werden. Das ist bei quellenden Papieren nicht der Fall. Hier quillt die Oberfläche beim Eintreffen der Tinte auf und zieht sich erst wieder zurück, wenn die Feuchtigkeit verdunstet ist.

Der Nachteil: Die Trocknungszeit beträgt mehrere Stunden. Dafür gelten die Ausdrucke jedoch als resistenter gegen Umwelteinflüsse – zum Beispiel gegen Ausbleichen. Wenn Sie im Fachhandel die Papiersets vergleichen, werden Sie jedoch keine Hinweise finden, ob es sich um mikroporöse oder quellende Papiere handelt. Das schreiben die Hersteller leider nicht auf die Verpackung. Steht allerdings auf einer Verpackung „kurze Trocknungszeit“, ist dies ein deutliches Indiz, dass es sich um ein Papier mit mikroporöser Oberfläche handelt. 

Top-Qualität: Fine-Art-Papiere

Wenn Sie die Fotopapiere im Fachhandel vergleichen, werden Ihnen mit Sicherheit auch extreme Preisunterschiede zwischen den Produkten ins Auge fallen. Auf der einen Seite finden Sie Papiere, bei denen ein Blatt kaum mehr als 0,10 Euro kostet, auf der anderen Seite Papiere, bei denen Sie ein Ausdruck 3 Euro und mehr kostet – alleine für das Papier wohlgemerkt. Bei diesen hochpreisigen Produkten wird es sich um sogenannte Fine-Art-Papiere handeln. Das Besondere an diesen Papieren: Hierbei handelt es sich ursprünglich um hochwertiges Künstlerpapier, das höchsten Qualitätsansprüchen genügen muss.

Das deutsche Traditionsunternehmen Hahnemühle war der erste Hersteller, der ein solches Premiumpapier auch speziell für den Tintenstrahldruck entwickelte. Inzwischen werden Fine-Art-Papiere von vielen verschiedenen Herstellern angeboten. Bei diesen Papieren haben Sie die Auswahl zwischen diversen unterschiedlichen Varianten, die sich nicht nur in der Grammatur unterscheiden, sondern auch in der Material-, der Oberflächenbeschaffenheit und im Weißegrad. Eines der beliebtesten Fine-Art-Papiere bei Fotografen ist das sogenannte Photo Rag. Das Fotopapier ist nicht aus klassischen Zellulose-Materialien gefertigt, sondern aus 100 Prozent Baumwolle. Das Premiumpapier bietet eine optimale Druckqualität auf Galerie-Niveau und garantiert eine extrem lange Haltbarkeit der Ausdrucke. 

Fotopapier im Test

Canson Ultimate Glossy Brilliant 

Die Ultimate-Produktreihe von Canson richtet sich gezielt an ambitionierte Hobbyfotografen. Das Papier trocknet schnell und ist wasserbeständig. Mit 270 g/m2 ist das Papier etwas dicker als die meisten anderen Fotopapiere dieser Preisklasse.

Papiergewicht: 270 g/m2

zum Ultimate Glossy Brilliant Fotopapier

Hahnemühle Photo Glossy 260

Das deutsche Traditionsunternehmen machte Papier mit Fine-Art-Qualität auch für den Tintenstrahldruck möglich. Das Photo Glossy 260 und die dickere Variante 290 gehören zu den beliebtesten Premium-Fotopapieren überhaupt.

Papiergewicht: 260 g/m2

zum Photo Glossy 260 Fotopapier

Ilford Galerie Prestige Gloss

Das Papier mit der glatten, hochglänzenden Oberfläche ist für Ausdrucke aller Art geeignet. Dank der Schnelltrocknung können die Ausdrucke unverzüglich weiterverarbeitet wird. Das Papier garantiert eine exakte Farbwiedergabe und Langlebigkeit.

Papiergewicht: 260 g/m2

zum Galerie Prestige Gloss Fotopapier

Tecco PHG260 High-Gloss

Das naturweiße Fotopapier eignet sich besonders für Porträtbilder - und zwar gleichermaßen in Farbe und Schwarzweiß. Mit 5760 dpi eignet sich das Papier auch für sehr hohe Auflösungen. Tinte trocknet beim PHG260 sehr schnell!

Papiergewicht: 260 g/m2

zum PHG260 High-Gloss Fotopapier

Canson Infinity Baryta

Infinty Baryta von Canson ist zertifiziert gemäß DIN 9706. Das bedeutet: Das Baryt-Papier mit seiner satinierten Oberfläche erfüllt den Qualitätsanspruch von Museen und Galerien und bietet eine optimale Alterungsbeständigkeit.

Papiergewicht: 310 g/m2

zum Infinity Baryta Fotopapier

Hahnemühle Photo Silk Baryta 310

Mit dem Photo Silk Baryta 310 macht Hahnemühle auch bei Tintenstrahlausdrucken den seidig glänzenden Look
eines klassischen Silberhalogenid-Fotopapiers möglich. Das Papier ist schnelltrocknend und komplett säurefrei.

Papiergewicht: 310 g/m2

zum Photo Silk Baryta 310 Fotopapier

Ilford Prestige Gold Fibre Silk

Mit 310 /m2 ist das traditionelle Baryt-Fotopapier von Ilford nicht für jeden Drucker geeignet. Typisch für dieses Fotopapier ist die Seidenglanz-Oberfläche, die Ausdrucke in Studio-Qualität garantiert.

Papiergewicht: 310 g/m2

zum Prestige Gold Fibre Silk Fotopapier

Tecco BT270 Baryt

Charakteristisch für dieses Baryt-Papier ist die seidig glänzende Oberfläche, die für Aufnahmen aller Art geeignet ist. Das Papier ist komplett säurefrei und somit extrem alterungsbeständig. Das Papier verspricht Ausdrucke in Ausstellungsqualität.

Papiergewicht: 270 g/m2

zum BT270 Baryt Fotopapier

Hahnemühle Photo Canvas 320

Beim Photo Canvas 320 von Hahnemühle handelt es sich um eine sehr feinstrukturierte Leinwand aus Polycotton. Die Leinwand bringt eine matte Beschichtung mit, bietet eine hohe Leuchtkraft und ist sehr widerstandsfähig.

Papiergewicht: 320 g/m2

zum Photo Canvas 320 Fotopapier

Tecco CS350 Canvas Satin

Mit einem Papiergewicht von 350 g ist das Leinwandmaterial mit satinierter Oberfläche lediglich in Verbindung mit professionellen Fotodruckern nutzbar. Das widerstandsfähige Material lässt sich problemlos auf Keilrahmen aufziehen.

Papiergewicht: 350 g/m2

zum CS350 Canvas Satin Fotopapier

zur Startseite