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Das neue Nikon Z-System startet mit gleich zwei spiegellosen Kameras

Gestern noch lief der Countdown zu Nikons großem Event und wir durften live dabei sein. Heute um 13 Uhr japanischer Ortszeit war es endlich soweit und das neue Nikon Z-System samt der beiden spiegellosen Vollformatkameras Z 7 und Z 6 sowie erste Z-Objektive wurden vorgestellt. Unser Redakteur Benjamin Lorenz konnte sich vor Ort einen ersten Eindruck verschaffen und der lautet: "top!"

Schon vor einiger Zeit war klar, dass Nikon eine spiegellose Vollformatkamera in der Entwicklung hat. Bislang war wenig bekannt und so wurde bis heute über die genauen Details spekuliert. Nikon hat jetzt das Geheimnis gelüftet und ausgewählten, internationalen Journalisten ihr neues spiegelloses Z-Kamerasystem vorgestellt. Wir waren dabei und gehörten zu den ersten, die die zwei neuen Modelle in den Händen halten durften.

Großes Z-Bajonett

Das Herz des Systems ist das sehr großzügige Z-Bajonett, das der japanische Kamerahersteller 59 Jahre nach der Einführung des mittlerweile legendären Nikon F-Bajonetts präsentiert. Ein Schritt, der nicht nur technisch notwendig, sondern auch strategisch nachvollziehbar ist, auch wenn er im Vorfeld bei einigen Nikon-Fotografen für Unmut sorgte.

Der neu entwickelte Z-Mount, mit elf statt acht Kontakten, eröffnet Nikon neue Möglichkeiten. So wurde der Durchmesser des Bajonetts mit 55mm sehr großzügig dimensioniert. Dies hat konstruktive Vorteile, sodass Objektive mit Lichtstärken bis f/0,95 entwickelt werden können. Beim Nikon F- (44mm Durchmesser) und Sony E-Mount (46,7mm Durchmesser) sind Objektive mit maximal Offenblende f/1,4 technisch umsetzbar.

Das geringe Auflagemaß von 16mm (Nikon F-Mount 46,5mm; Sony E-Mount 18mm) erlaubt zudem die Konstruktion von kompakteren Objektiven, passend zum Gehäuse der neuen Z-Kameras. Darüber hinaus ist mit dem neuen FT-Adapter der Anschluss aller F-Bajonett-Objektive möglich.

"Z" Kameras und Objektive

Die ersten Modelle, die das Nikon Z-Bajonett besitzen werden, sind die spiegellosen Vollformatkameras Z 7 und Z 6. Zudem wurden drei erste Objektive für den Z-Anschluss präsentiert, mindestens neun weitere sollen bis 2020 folgen.

Das System soll insbesondere Nikons Streben nach einer neuen Leistungsstufe im Bereich der Optik repräsentieren. Denn dank des größeren Durchmessers soll die Kameraschmiede in der Lage sein, Objektive mit einer Lichtstärke von bis zu f/0,95 zu konstruieren.

Mit dem „Z“ schlägt Nikon ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte auf – und springt zugleich auf den erfolgreichen Zug spiegelloser Vollformatkameras (endlich) auf. Sony ist ab sofort nicht mehr allein in diesem Segment.

Erster Eindruck: top!

In Tokio machte das System auf Anhieb einen hervorragenden Eindruck. Insbesondere, da Nikon die vergangenen fünf Jahre, in denen Sony bereits mit seinem 7er-System am Markt ist, offenbar genutzt hat, um von Beginn an in einigen Bereichen mit mehr aufzuwarten als die starke Konkurrenz. So bieten sowohl die Z 7 als auch die Z 6 als erste spiegellose Vollformatkameras überhaupt einen Wetterschutz. Dieser soll auf dem Niveau der Nikon D850 liegen.

Fast gleiche Ausstattung

Geschickt ist, dass Nikon die Z 7 und Z 6 – trotz des Preisunterschiedes von rund 1.400 Euro – fast gleichwertig ausstattet. So besitzen beide den bereits erwähnten Wetterschutz, einen 5-Achsen-Bildstabilisator und einen ausgezeichnet anmutenden elektronischen OLED-Sucher mit 3,69 Bildpunkten und einer tollen 0,8-fachen-Vergrößerung.

Unterschiede finden sich lediglich beim Sensor und Hybrid-Autofokus. Hier liefert das Topmodell jeweils mehr. In Sachen Bildgeschwindigkeit und ISO-Empfindlichkeit hat indes die Z 6 die Nase vorn. Sie bringt es auf 12 Bilder pro Sekunde und maximal ISO 204.800, während die Z 7 9 B/s ablichtet und höchstens ISO 102.400 bietet.

Professionelles Video

Mit der neuen Reihe will Nikon auch anspruchsvolle Filmemacher überzeugen. So wird eine Auflösung von bis zu 4K-UHD (30p), N-Log und eine 10-Bit-HDMI-Ausgabe geboten. Gerade Letzteres dürfte Filmer interessieren, da beispielsweise Sony in diesem Bereich nur 8 Bit liefert. Die höhere Bitrate führt nämlich zu einer größeren Farbtiefe und einem Dynamikumfang von 12 Lichtwertstufen, um Lichter und Schatten mit noch feinerer Tonwertabstufung aufzuzeichnen.

Erste Praxisbilder mit der Z 7

Benjamin Lorenz, stell­vertretender Chefredakteur DigitalPHOTO, hatte die exklusive Gelegenheit, das neue System direkt in Tokio zu testen. Hier sehen Sie erste Praxisbilder, aufgenommen mit der Nikon Z 7 in JPG Fine (reduziert auf 2 MB).

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