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Leserinterview: 10 Fragen an Christian Vieler

In jeder Ausgabe des DigitalPHOTO-Magazins stellen wir einem Leser zehn Fragen zu einem ihrer Fotos. Diesmal zeigen wir einen „Schnappschüsse“ im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn Hunde ihr Leckerchen fangen, entstehen oft die skurrilsten Gesichtsausdrücke. Fotograf Christian Vieler hat genau dies fasziniert. In seiner Serie „Schnappschüsse“ geht es um den richtigen Augenblick. 

 

10 Fragen an Christian Vieler

Wie ist dieses Foto entstanden?

Das Bild ist ein Motiv aus meiner Serie „Schnappschüsse“. Ich fotografiere Hundegesichter, die versuchen, ein fliegendes Leckerchen zu erwischen. 

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Durch Zufall! Ich wollte die Super-Sync-Funktion meines Blitzes ausprobieren – dafür brauchte ich Action.

Woher kommen die Hunde?

Ich bin nicht hauptberuflich Fotograf, aber biete Shootings an. Bisher sind die meisten „Modelle“ im Rahmen von Kundenshootings zu mir gekommen. Hunde aus dem Bekanntenkreis mischen sich natürlich auch darunter. 

Wie viele Versuche braucht es pro Foto?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Hunde können nicht gut zuschnappen, andere sind wahre Profi-Schnapper. Bei ihnen werfe ich absichtlich daneben, um abweichende Ausdrücke zu provozieren. 70 Wurfversuche sind keine Seltenheit. Hungrig geht kein Hund nach Hause.  

Nach was für Reaktionen suchst du?

In vielen Hunde-Gesichtern sieht man Ausdrücke, die von Panik, Lust, Verlangen oder Verlust erzählen. Das kennt man von Menschen, aber nicht unbedingt von Tieren.

Wie hältst du die Tiere auf Position?​

Im Idealfall über den Grundgehorsam wie „Sitz“. Darüber hinaus merken aber auch zappelige Gäste schnell, wann es die leckere Belohnung gibt – nämlich nur dann, wenn man sich dem Fotografen gegenübersetzt und wartet. Das funktioniert fast immer. 

Was für Licht hast du genutzt?

Das ist ein Single-Light-Set-up. Dabei habe ich eine große Softbox frontal positioniert und zwar so, dass sie über mir steht. Ich sitze darunter, der Hund platziert sich vor mich. Bei dunklen Hunden lege ich manchmal noch einen Reflektor auf meine Beine.

Hast du selbst ein Haustier?​

Ja, habe ich. Meine Labrador-Hündin Lotte. Sie und ihre Vorliebe fürs Fressen sind der Grund, warum es dieses Fotoprojekt überhaupt gibt.

Suchst du noch neue Hunde-Models?​

Ich arbeite auf Pay-Basis und vergebe Termine. Vorstellen lohnt sich bei mir immer, da ich für ausgefallene Hunde-Typen natürlich immer offen bin.

Tiere im Studio – da gibt es sicher jede Menge witzige Anekdoten zu erzählen?

Richtig viele witzige Geschichten fallen mir gar nicht ein, da ich in einem kleinen Raum arbeite und mögliche Zwischenfälle schnell unterbinde. Lustig ist es immer wieder, wenn die „Herren der Schöpfung“, also stramme, dominante Rüden, das Neuland meines Studios betreten und erst mal zu ihrem Revier erklären, sich dann aber mit dem ersten Blitz doch lieber unter den Schreibtisch verkriechen – ist ein wenig wie beim Tierarzt. 

Christian Vieler (45) ist gelernter Journalist aus Waltrop bei Dortmund. Jede freie Minute steht der heute als Social-Media-Redakteur arbeitende Hobbyfotograf hinter der Kamera. Dabei zählen Hunde zu seinen liebsten Motiven. www.fotosfreischnauze.de

 

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