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Leserinterview: 10 Fragen an Bernhard Rauscher

In jeder Ausgabe des DigitalPHOTO-Magazins stellen wir einem Leser zehn Fragen zu einem ihrer Fotos. Diesmal zeigen wir eine Aufnahme von Bernhard Rauscher. Sein Bild soll verwirren, denn es sieht aus wie Wasser, ist aber keins! Der Lichtkünstler Bernhard Rauscher hat ein leeres Schwimmbad mit blauen LED-Leuchten erhellt. Wie solche Lightpaintings entstehen, hat er im Interview verraten.  

 

10 Fragen an Bernhard Rauscher 

Lichtmalerei im Wasser – wie geht das?

Wenn sich der Betrachter diese Frage stellt, habe ich mein Ziel erreicht! Denn es ist in einem trockenen Schwimmbecken aufgenommen. Die Wasseroberfläche besteht aus reinem Licht und wurde während der langen Belichtungszeit „gemalt“.

Wie wurde der Wassereffekt erstellt?

Zum Einsatz kam eine starke LEDTaschenlampe mit blauem Filter. Daran habe ich Fransen geklebt, ausgeschnitten aus silbernem Geschenkpapier. An dieser Bauweise habe ich lange getüftelt. Mit der richtigen Bewegung sieht der Effekt aus wie Wasser. 

Und der Lichtstreifen im „Wasser“? 

Der Wirbel entstand mit einer Acrylglasplatte, die auf einer Taschenlampe montiert war. Diese habe ich dann mehrmals auf der Achse bewegt, teils im Stroboskop-Modus. Dadurch kommen die abgehackten Elemente zustande. Zum Schluss tauchte ich die Szene noch in blaues LED-Licht. Daher leuchten die Kacheln schön blau.

Wie lange hat die Entstehung gedauert?

Die reine Belichtungszeit betrug fünf Minuten. Das Aufwendigste war aber der Tool-Bau, das Ausprobieren und überhaupt die Konzeptidee. Der Vorlauf lag bei rund vier Wochen.

Brauchten Sie Assistenten?

Mir half Gus Mercerat, selbst auch Lightpainter. Es ist definitiv komfortabler zu zweit, beispielsweise um die Kamera vor ungewollten Lichteinfall abzudecken oder um die Lichtwerkzeuge zu wechseln.

Wurde noch etwas nachbearbeitet?

Photoshop ist beim Lightpainting verpönt. Auch dieses Bild entstand in einer einzigen langen Belichtungszeit und wurde nur in Lightroom etwas optimiert, aber es kamen keinerlei Retuschen zum Einsatz.

Was reizt Sie an den Lightpaintings?

Es vereint all meine Leidenschaften: Fotografie, Elektronik-Bastelei und Kreativität. Da mittlerweile schon fast alles fotografiert wurde, hat man mit Lightpaintings die Chance, etwas Ungesehenes zu kreieren.

Welche Motive mögen Sie am liebsten?

Eine meiner neuesten Serien, die „Lightplanets“, mag ich zurzeit sehr. Hier probierte ich etwas aus, was ich selbst noch nirgends gesehen hatte. 

Fotografie im Schwimmbad – ist da alles glatt gegangen?

Ja, zum Glück! Ein vier Meter tiefes Becken ohne Wasser ist im Dunklen nicht zu unterschätzen, wenn man sich die ganze Zeit am Rand bewegt. 

Ein Tipp, für erste kleine Erfolge?

Holt euch Anregungen, zum Beispiel aus Internet-Foren. Es gibt eine kleine, tolle Szene mit vielen netten Leuten. Danach heißt es: ausprobieren! Auch mit dem LED-Licht am Handy lassen sich erste Figuren malen.

Zur Person

Bernhard Rauscher (43) ist ein Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik und passionierter Fotograf. Neben Porträts erstellt er seit einigen Jahren sogenannte Lightpaintings. In der Szene bekannt ist er unter seinen Künstlernamen „Lumenman“.

www.lumenman.de

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