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Test

8 Canon RF-Objektive im Test: Besser als die EF-Objektivreihe?

Das noch junge Angebot an Canon RF-Objektiven wächst. Mittlerweile umfasst das Objektiv-Sortiment für Canons spiegellose Vollformatkameras 15 Modelle mit Brennweiten von 15 bis 800mm. Was sind die Vor- und Nachteile der Objektive? Wir gehen der Frage nach.

Canon RF-Objektive: Eine neue Ära

Veränderungen sind immer etwas lästig. Wir alle kennen es, wie aufwendig es beispielsweise sein kann, auf einen neuen Computer zu wechseln. Die Datenübertragung ist das eine, neue Anschlüsse oder fehlende alte das andere. Eine mühsame Angelegenheit.

Wenn Sie dann aber erst einmal auf das neue Gerät umgestiegen sind, schätzen Sie dessen Vorteile umso mehr. So ähnlich ist es beim Umstieg von einer EOS-DSLR zu einer spiegellosen Vollformat-EOS.

Von den letzten sechs Vollformatkameras, die Canon vorgestellt hat, sind fünf spiegellos. Der Trend ist klar und ein Umstieg sinnig – wenn da nicht der mühsame Bajonettwechsel wäre. Dabei passiert dies nicht zum ersten Mal.

Die EOS-Fans aus der analogen Zeit werden sich noch an den Umstieg von FD- auf EF-Objektive im Jahr 1987 erinnern können. Drei Jahrzehnte später folgte mit der Einführung des RF-Bajonetts der bislang letzte Umbruch. Die Qualität der RF-Objektive spricht für den Wechsel. Außerdem bringt das neue Bajonett viele Vorteile mit.

Wer dennoch zwar auf das spiegellose Vollformat wechseln möchte, ohne in die zugegebenermaßen teuren Objektive zu investieren, kann dank Adapter auch weiterhin EF-Objektive nutzen. Allerdings – soviel darf gesagt werden: Beim Blick auf die Testergebnisse der RF-Objektive ist es schwierig, nicht ins Schwärmen zu geraten.

Schauen wir uns zuerst aber den derzeit noch größten Nachteil an, den die RF-Objektive mitbringen: Im Vergleich zu den DSLR-Äquivalenten sind sie teurer. Beispielsweise kostet das Standardzoom RF 24-70mm F2.8L IS USM satte 2.124 Euro.

Ein Preis, der weit über das Hobbysegment hinausragt. Das EF 24-70mm F2.8L II USM ist bereits für 1.739 Euro erhältlich. Canon rechtfertigt diesen frappierenden Preisunterschied, unserer Meinung nach gut begründet mit mehr Ausstattung, besserer Haptik und vor allem einer optimierten Bildqualität.

Lösungsansatz für einen weichen Übergang von Spiegelreflex auf Spiegellos ist der angesprochene EF-EOS R Adapter, der in der Standard-Version für ca. 90 Euro erhältlich ist. Wer also auf das R-System umsteigen möchte, aber nicht sofort Geld für die hochpreisigen RF-Objektive ausgeben möchte, kann so zunächst seine EF-Objektive adaptieren.

Klar, die Kombi aus Kamera und Objektiv ist mit zwischengeschaltetem Adapter nicht mehr so kompakt, allerdings ist das eine sinnvolle Lösung, zumindest für die Zeit, in der Sie sich nach und nach ein RF-Sortiment nach Ihren Wünschen zusammenstellen.

Sinnvoll auch, da zum Beispiel der Autofokus adaptierter Objektive hervorragend funktioniert. Langfristig ist es aber in jedem Fall zu empfehlen, an spiegellosen Vollformatkameras auch dafür konzipierte Objektive zu verwenden.

Kurzes Auflagemaß

Durch den Spiegelverzicht in den Systemkameras rückt das Objektiv näher an den Sensor. Das Auflagemaß beträgt bei den spiegellosen EOS-Vollformatkameras 20 Millimeter. Gemeinsam mit einem Bajonettdurchmesser von 54 Millimetern verspricht sich Canon mehr Flexibilität in der Gestaltung von Objektiven.

Ein Highlight des Bajonetts ist außerdem die Konnektivität: Ein zwölfpoliger Anschluss ermöglicht eine schnellere und vielseitigere Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv, als es bei EOS-DSLRs der Fall ist. Beispielsweise sind alle bislang vorgestellten Objektive mit einem individuell belegbaren Steuerungsring ausgestattet, der das Handling der Objektive enorm verbessert.

Auch für die koordinierte Bildstabilisierung (siehe Test der EOS R5) ist eine schnelle Kommunikation notwendig.

RF- vs. EF- vs. EF-M-Objektive

Inzwischen hat Canon trotz der noch recht kurzen Laufzeit von nur zwei Jahren bereits 15 Objektive mit nativem RF-Bajonett vorgestellt – und weitere in Aussicht gestellt. Das ist interessant, vor allem im Vergleich mit dem Sortiment spiegelloser APS-C-Objektive mit EF-M-Anschluss. Der Unterschied ist groß: Canon bietet hier lediglich acht EF-M-Objektive.

Allerdings gibt es hier auch einen Unterschied bezüglich Dritthersteller- Objektiven: Während es für EF-M-Kameras zahlreiche Optiken von beispielsweise Sigma und Samyang gibt, ist Canon für RF-Objektive nahezu noch alleiniger Produzent. Einzig Samyang bietet mit dem AF 14mm F2,8 RF und dem AF 85mm F1,4 RF zwei RF-Autofokusobjektive.

Alle anderen AF-Optiken mit RF-Bajonett bietet lediglich Canon selbst.

8 Canon RF-Objektive im Test

Canon RF 15-35mm f/2.8L IS USM









(89%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/2,8
Filtergewinde
82mm
kleinste Blende
f/22
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
280mm
Brennweite
16-35mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(87%)

Haptik








(85%)

Verzeichnung








(96%)

Vignettierung








(88%)

Das RF 15-35mm F2.8L IS USM ist das erste lichtstarke Weitwinkelzoom mit RF-Bajonett. Mit seinem Neupreis spricht es Vollprofis an, die auf einen Bajonettadapter in Kombination mit einem EF-Objektiv verzichten möchten.

Als Modell der professionellen Objektivreihe ist das neue Weitwinkel mit dem roten Ring gut zu erkennen. Beim optischen Aufbau hat sich Canon für drei asphärische und zwei UD-Linsen entschieden, die eine hohe optische Qualität gewährleisten sollen.

Unser Labortest ergab: Die hohe Vergütung hat sich gelohnt. Bereits ab Offenblende f/2,8 liefert das Objektiv sehr ansehnliche Fotos. Besonders eindrucksvoll ist die Auflösung bei 15mm Brennweite. Im Test nahm sie bei 24mm Brennweite etwas ab, bevor sie dann wieder bei 35mm Brennweite angestiegen ist.

Eine Verzeichnung konnten wir lediglich bei 15mm Brennweite messen, was aufgrund des riesigen Bildwinkels dem Objektiv nachzusehen ist. Ebenso konnten wir im Test bei der Vignettierung teils deutliche Randabschattungen erkennen.

Wer die automatischen Korrekturen in der Kamera aktiviert, kann diesem Mangel aber bereits entgegenwirken. In Summe ein tolles Objektiv zu einem hohen Preis.

Canon RF 24-105mm F4L IS USM









(91%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/4
Filtergewinde
77mm
kleinste Blende
f/22
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
450mm
Brennweite
24-105mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(92%)

Haptik








(83%)

Verzeichnung








(93%)

Vignettierung








(94%)

Ähnlich wie im DSLR-Bereich hat Canon für seine spiegellosen Vollformatkameras ein professionelles Standardzoom mit durchgehender Lichtstärke f/4 vorgestellt. Mit seinem Neupreis ist es deutlich günstiger als der 24-70/f2.8- Klassiker.

Müssen Sie dafür Abstriche in der Abbildungsleistung hinnehmen? Nein! Die Auflösung ist über den gesamten Brennweitenbereich sehr gut. Bei Offenblende f/4 und 70mm Brennweite ist die Auflösung am höchsten.

Die Vignettierung fällt bei 24mm und Offenblende mit 1,4 Blendenstufen deutlich mess- und sichtbar aus. Auch zweifach abgeblendet ist die Abdunklung noch messbar, aber nicht mehr störend. Die Haptik ist gut. Toll, dass auch bei der f/4-Version ein Steuerungsring vor dem 77-Millimeter-Filterdurchmesser verbaut wurde.

In Summe fährt das Objektiv das Testlogo „Sehr gut“ ein und verpasst mit 91,23 Prozent die Bestnote „Super“ nur knapp. EOS-Fotografen, die nicht auf Offenblende f/2,8 angewiesen sind, aber eine durchgehende Lichtstärke benötigen, sind mit dem bildstablisierten f/4-Objektiv bestens aufgehoben.

Eine weitere, noch günstigere Alternative ist das RF 24-105mm F4-7.1 IS STM. Dieses Objektiv werden wir zeitnah unter die Lupe nehmen.

Canon RF 24-70mm 1:2.8L USM









(92%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/2,8
Filtergewinde
82mm
kleinste Blende
f/22
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
210mm
Brennweite
24-70mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(92%)

Haptik








(87%)

Verzeichnung








(95%)

Vignettierung








(93%)

Canon lässt beim wohl wichtigsten Zoomobjektiv für professionelle Fotografen des EOS-R-Systems nichts anbrennen und entfacht in unserem Labor ein Feuerwerk bester Testwerte.

An der EOS RP montiert, zeigte sich das Standardzoom beim Test der Auflösung über den gesamten Brennweitenbereich von seiner besten Seite. Die 21 Linsenelemente, angeordnet in 15 Gruppen, haben in unserem Test eine noch bessere Bildqualität erreicht, als es das Schwestermodell RF 28-70mm F2L USM (siehe unten) erzielte.

Frei von Verzeichnung und Vignettierung ist das Standardzoom allerdings nicht: Kleinere Mängel zeigten sich vor allem im Weitwinkel- und Telebereich. Dennoch ist das Gesamtergebnis mehr als lobenswert, denn dank gelungener Haptik (Steuerungsring, wettergeschütztes Design, Nano-USM-Motor) erreicht das neue RF 24-70mm F2.8L IS USM unsere Bestnote „Super“.

Preislich ist es dem RF 15-35mm F2.8L IS USM (siehe oben) ähnlich: Eine günstigere Alternative ist das Canon RF 24-105mm F4L IS USM, das in unserem Test auch klasse abgeschnitten hat (91,23 Prozent; siehe oben).

Canon RF 28-70mm F2L USM









(91%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/2
Filtergewinde
95mm
kleinste Blende
f/22
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
390mm
Brennweite
28-70mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(90%)

Haptik








(85%)

Verzeichnung








(96%)

Vignettierung








(92%)

Es ist in jeder Hinsicht einzigartig: ein vollformattaugliches Standardzoomobjektiv mit einer durchgehenden Offenblende von f/2. Wow! Doch ein solch lichtstarkes Objektiv bringt auch sicht- und spürbare Nachteile mit sich: Mit einem riesigen Filtergewinde von 95 Zentimetern ist das Standardzoom nicht nur sehr groß, sondern mit 1,4 Kilogramm auch sehr schwer.

Dennoch bewirbt Canon das RF 28-70mm f/2L USM als ideales Objektiv für unterwegs, z. B. für Reise-, Hochzeits- und Reportagefotografie. In der Ausstattung fehlt es dem Objektiv der professionellen L-Serie an kaum etwas. Ultraschall- Autofokus, Witterungsschutz und eine Neun-Lamellen-Irisblende bilden ein starkes Paket.

Auf einen Bildstabilisator verzichtet das Objektiv allerdings. Am Gehäuse befindet sich eine Sicherungstaste, mit der der schwere Objektivtubus vor unabsichtlichem Ausfahren gesichert werden kann. Gut für unterwegs! In unserem Testverfahren lieferte das exorbitant teure Canon RF 28-70mm f/2L USM eine beeindruckende Leistung.

Sowohl in Auflösung, Verzeichnung und Vignettierung erzielte das Profi-Objektiv Werte von je über 90 Prozent. Einzig in der Haptik gab es mehr Abzüge für den Exoten.

Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM









(93%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/2,8
Filtergewinde
77mm
kleinste Blende
f/32
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
700mm
Brennweite
70-200mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(92%)

Haptik








(86%)

Verzeichnung








(96%)

Vignettierung








(96%)

Das Objektiv misst nur 14,6 Zentimeter und ist damit rund fünf Zentimeter kürzer als das äquivalente DSLR-Objektiv Canon EF 70-200mm F2.8L IS III USM. Grund dafür ist eine andere Bauweise: Während die Baulänge des EF-Objektivs bei allen Brennweiten gleich bleibt, fährt der Objektivtubus beim RF-Modell aus.

Dennoch bietet die Neuheit viel Ausstattung, wie einen Fünf-Stufen-Bildstabilisator, eine Neun- Lamellen-Irisblende und eine durchgehende Lichtstärke von f/2,8. Der Dual-Nano-USM-Fokussiermotor soll eine präzise und lautlose Fokussierung ermöglichen.

Und tatsächlich: Das Objektiv fokussiert, wie man es von einem L-Objektiv von Canon erwarten kann. Am Objektiv befindet sich neben einem Einstellring für Fokus und Brennweite auch ein Steuerungsring für ISO, Blende oder Verschluss. Das Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt und hitzebeständig. Das Canon RF 70-200mm F2.8L IS III USM haben wir im Testlabor mit der EOS R untersucht.

Die Ergebnisse sind durchweg beeindruckend: Die Vignettierung ist bei 200mm Brennweite mit 1,1 Blendenstufen bei Offenblende am größten. Bei Offenblende ist die Auflösung bei 70mm Brennweite.

Canon RF 24-240mm F4-6.3 IS USM









(87%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/4-6,3
Filtergewinde
72mm
kleinste Blende
f/22
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
500mm
Brennweite
24-240mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(81%)

Haptik








(72%)

Verzeichnung








(100%)

Vignettierung








(95%)

Mit Reisezoomobjektiven ist es immer so eine Sache: Auf der einen Seite erleichtern sie mit ihrem riesigen Brennweitenbereich die Fotografie, auf der anderen Seite können sie alles, aber nichts richtig gut.

Aussagen wie diese gibt es zuhauf. Klar ist, je größer der Brennweitenbereich, umso höher die Ansprüche an das Objektiv, bei jeder Brennweite zu überzeugen. Das neue RF 24-240mm F4-6.3 IS USM überzeugt vor allem im Weitwinkelbereich.

An der EOS RP konnten wir bei 24mm-Brennweite und Offenblende f/4 im Bildzentrum 1.801 Linienpaare pro Bildhöhe messen, das einer Bildqualität von 89 Prozent entspricht. Mit zunehmender Brennweite nimmt die Auflösung ab. Ebenso die Lichtstärke: Bei 100mm-Brennweite liegt die Offenblende bei f/5,6. Wer den Objektivtubus auf 240mm Brennweite voll ausfährt, kann maximal bei Blende f/6,3 fotografieren.

Erstaunlich gut schnitt das neue Canon in Verzeichnung und Vignettierung ab. Am Objektiv befindet sich ein Schalter für die Funktion des Steuerungrings. Ein zweiter Schalter aktiviert/ deaktiviert den integrierten Bildstabilisator.

Schade, dass ein AF-/MF-Schalter sowie die passende Gegenlichtblende (optional für 29,90 Euro erhältlich) fehlen.

Canon RF 50mm F1.2L USM









(92%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/1,2
Filtergewinde
77mm
kleinste Blende
f/16
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
400mm
Brennweite
50mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(90%)

Haptik








(90%)

Verzeichnung








(100%)

Vignettierung








(90%)

Mit dem RF 50mm f/1.2L USM hat Canon ein echtes Premiumglas in seinen Reihen. Die Optik mit Standardbrennweite deutet ihre Klasse bereits mit dem Preis an. In unserem Labortest haben wir geprüft, wie es um die Haptik steht.

AF/MF-Schalter, Fokusring und Steuerungsring lassen sich einwandfrei bedienen. Wie bei anderen Profi-Objektiven mit RF-Bajonett lässt sich der Steuerungsring im Kameramenü individuell programmieren. Einen Bildstabilisator bietet das neue Canon nicht. Mit einem Filterdurchmesser von 77 Millimeter ist es eher klobig, was aber auch der extrem hohen Lichtstärke von f/1,2 geschuldet ist. Und bereits bei Offenblende weiß die neue Festbrennweite zu überzeugen.

Zweifach abgeblendet erhöht sich die Auflösung auf traumhafte 95 Prozent. Wie zu erwarten, liefert die Neuheit auch im Test auf Verzeichnung professionelle Ergebnisse. Die Randabdunklung beträgt bei Offenblende 1,6 Blendenstufen und verringert sich bei f/2,5 auf 0,6 Blendenstufen. Derzeit ist es das einzige 50mm-Objektiv mit RF-Bajonett. Im Netz wird aber bereits über eine f/1,8-Version spekuliert.

Canon RF 85mm F1.2L USM









(95%)


Eigenschaften
Kategorie
Objektiv
Vollformat
Anfangsblende
f/1,2
Filtergewinde
82mm
kleinste Blende
f/16
Bajonett
RF
Naheinstellgrenze
850mm
Brennweite
85mm
Ultraschall
Stabilisiert

Bewertung
Auflösung








(96%)

Haptik








(92%)

Verzeichnung








(100%)

Vignettierung








(94%)

Dass Hersteller ihre Objektive bestmöglich präsentieren, war schon immer so. Das gilt in erster Linie für hochpreisige Modelle wie das der neuen Festbrennweite RF 85mm F1.2L USM für das spiegellose Vollformatsystem von Canon.

Denn mit einem Neupreis von rund 3.000 Euro ist das Objektiv sogar 300 Euro teurer als die Canon EOS R6. Ein Kritikpunkt, der hohe Erwartungen an das Objektiv und seine Abbildungsleistung mit sich zieht. Doch um es vorwegzunehmen: All diese Erwartungen kann das Profi-Objektiv erfüllen.

Mit einer Offenblende von f/1,2 ist das neue Canon extrem lichtstark und eignet sich zusammen mit der Brennweite von 85mm perfekt für Porträtfotografie. Mit einer Auflösung von 94 Prozent im Bildzentrum bei Offenblende (entspricht 2.077 Linienpaare pro Bildhöhe an der EOS R) stellt das Canon seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis. Die höchste Auflösung erreicht das Objektiv bei Blende f/2,8.

Die volle Punktzahl im Test der Verzeichnung und nur eine geringe Randabdunklung von einer Blendenstufe bei f/1,2 katapultieren das RF 85mm F1.2L USM mit über 95 Prozent in Summe zum waschechten Profi-Kauftipp. Das Handling ist samt Steuerungsring erstklassig. Das Gewicht mit 1,2 kg hoch.

RF für Weitwinkel bis Telezoom

Das wachsende Portfolio der RF-Objektive erinnern an das der „klassischen“ EF-Objektive. Da sind unter anderem das 24-70mm-Standardzoom oder das 70-200mm-Telezoom zu nennen, die es in beiden Systemen gibt.

Und doch fällt beim genaueren Hinsehen auf, dass Canon hier nicht nur 1:1-Äquivalente schafft, sondern neue Wege geht. So bietet das professionelle Standardzoom für das spiegellose Vollformat nun einen integrierten Bildstabilisator. Das gleichwertige EF-Objektiv hat diesen nicht und ist deswegen auch gar nicht mehr so gleichwertig.

Ähnliches ist beim 70-200mm-Telezoom erkennbar: Die RF-Version bietet eine neue, deutlich kompaktere und leichtere Konstruktion. Das ist zukunftstauglich und gefällt uns!

7 weitere RF-Objektive

Neben den acht von uns getesteten Objektiven hat Canon sieben weitere im Angebot. Die Tests der Objektive folgen in naher Zukunft.

Canon RF 24-105mm F4-7.1 IS STM

Sind Ihnen die Standardzooms der professionellen L-Reihe zu teuer, gibt es für 484 Euro eine günstige Alternative, das RF 24-105mm.

Canon RF 35mm F1.8 Macro IS STM

Für 525 Euro ist derzeit die kompakte 35mm-Festbrennweite mit RF-Bajonett zu haben. Der Abbildungsmaßstab beträgt max. 1:2.

Canon RF 85mm F2 Macro IS STM

Analog zum 35mm-Objektiv hat Canon auch eine mit 681 Euro günstige Alternative zu den 85mm- L-Objektiven im Angebot.

Canon RF 85mm F1.2L USM DS

Das Profi-Schwestermodell zum 85mm-Objektiv auf der rechten Seite besitzt eine Defocus-Smoothing-Beschichtung. Preis: 3.359 Euro.

Canon RF 100-500mm F4.5-7.1L IS USM

Für 3.020 Euro bietet das Zoom viel Telebrennweite, die sich mit den beiden Extendern 2x (730 Euro), 1.4x (584 Euro) erweitern lässt.

Canon RF 600mm F11 IS STM & Canon RF 800mm F11 IS STM

777 Euro sind für das kompakte 600mm-Objektiv fällig. Das 800mm kostet im Onlinehandel 1.022 Euro.

Fazit

Acht Objektive mit superben Testnoten: Wer sich für eine spiegellose Vollformatkamera von Canon entscheidet, kann schon jetzt auf eine großartige Auswahl von Objektiven zugreifen – vorausgesetzt, das nötig Kleingeld ist vorhanden.

Canon lässt sich die erstklassige Qualität der professionellen Objektive nämlich teuer bezahlen. Ob zeitnah andere Objektivhersteller wie Sigma oder Tamron günstigere Modelle mit RF-Bajonett anbieten werden, ist derzeit noch ungewiss.

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