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Panasonic Lumix S1R im Labor- und Praxistest: Systemkamera-Gigant

Panasonic Lumix S1R | Das neue und erste Vollformat- Flaggschiff von Panasonic hat unser Testlabor mit bleibendem Eindruck hinterlassen. So verbindet die Lumix S1R extrem hohe Auflösung mit unzähligen Ausstattungsdetails. Wir stellen Ihnen die Stärken (und Schwächen) des Überfliegers in diesem Testbericht vor.

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Panasonic Lumix S1R

Der spiegellose Kameramarkt boomt. Das weiß Panasonic allzu gut, hat der Multimedia- Riese mit seinem zehnjährigen Lumix-Jubiläum doch viel Erfahrung im Systemkamerasegment sammeln können. Bislang fokussiert auf Kameras mit Micro-Four-Thirds-Sensor, hat Panasonic im letzten Jahr überraschend die Erweiterung durch Vollformatmodelle angekündigt. Das Topmodell, die Lumix S1R, ist nun endlich verfügbar. In der letzten DigitalPHOTO-Ausgabe 04/19 konnten Sie bereits unseren Eindruck aus dem ersten Praxistest vom Digital Imaging Seminar aus Barcelona lesen. Zurück im Kölner Redaktionsbüro wollten wir herausfinden, ob das lobenswerte Fazit auch nach einem Test im hauseigenen Labor bestehen bleibt. Bevor wir zu den Testergebnissen kommen, ordnen wir die Kamera ein. Das neue Topmodell von Panasonic betritt heiß umkämpftes Terrain. Im Bereich der spiegellosen Vollformatkameras mit einem Preis von um 3.500 Euro haben es sich nämlich niemand Geringeres als Sony und Nikon gemütlich gemacht und mit der Alpha 7R III und Z 7 zwei Spitzenmodelle im Profisegment etabliert. Keine leichte Aufgabe für Panasonic.

Extrem hohe Auflösung

Doch die Lumix S1R nimmt es mit der Konkurrenz auf: Der 47,3 Megapixel starke Vollformatsensor lieferte in unserem Testlabor eine superbe Leistung. Die Auflösung ist selbst bis in hohe ISO-Stufen von 6400 spitze. Auch der Dynamikumfang und das Rauschverhalten konnten bei unserem Test überzeugen. Der tolle Eindruck aus unserem Praxistest bestätigt sich demnach im Labor. Im Direktvergleich mit den beiden Konkurrenzmodellen von Sony und Nikon zieht die Lumix S1R allerdings den Kürzeren – zumindest, wenn es allein um die Abbildungsleistung geht. Doch das Lumix-System mit Vollformatsensor bietet dank umfangreicher Ausstattung, wie hochauflösendem OLED-Sucher mit 5,76 Mio. Bildpunkten, einem kippbaren Touchdisplay und Videoauflösung in bis zu 4K-Auflösung bei 60p, hochkarätige Funktionen. Zudem hat Panasonic durch die L-Allianz mit Leica und Sigma ein Ass im Ärmel. Durch den Wechsel ins Vollformatsegment ist das üppige Lumix-Objektivportfolio für die Neuheiten unbrauchbar. Damit Fotografen dennoch aus vielen Optiken wählen können, kooperiert Panasonic mit Leica und Sigma.

Panasonic startet mit der Lumix S1R einen Angriff auf die Sony Alpha 7R III und Nikon Z 7 – keine leichte Aufgabe.

- Tim Herpers, Test und Technik

Großes Objektivangebot

Zur Einführung der neuen Vollformatkameras Lumix S1 und S1R hat Panasonic zunächst drei hauseigene Objektive mit L-Bajonett vorgestellt: ein Telezoom (Lumix S Pro 70-200mm F4 O.I.S.,ein Standardzoom (Lumix S 24-105mm F4 O.I.S.) sowie eine lichtstarke Festbrennweite (Lumix S Pro 50mm F1.4). Die beiden Letzteren haben wir im Labor bereits getestet. In diesem Jahr sollen drei weitere Objektive sowie zwei Telekonverter von Panasonic folgen. Durch die Allianz mit Leica und Sigma werden allerdings noch mehr Objektive mit nativem L-Anschluss verfügbar sein. So hat Sigma elf Festbrennweiten der Art-Serie von 14 bis 135mm Brennweite für L-Mount auf der japanischen Fotomesse CP+ angekündigt. Ebenso hat Sigma den Objektivadapter MC-21 vorgestellt, der Objektive mit Sigma SA- und Canon EF-Anschluss an L-Mount-Kameras kompatibel macht und das Objektivportfolio so um 29 Modelle erweitert. Der Adapter bringt trotz Erweiterung einen Wermutstropfen mit sich: Er unterstützt keinen kontinuierlichen Autofokus. Infos zu Preisen und Verfügbarkeiten hat Sigma zum Redaktionsschluss noch nicht bekanntgegeben. Leica hat als Dritter des Trios zurzeit fünf Festbrennweiten sowie drei vollformattaugliche Zoomobjektive für das L-Bajonett im Angebot. Die L-Mount-Allianz ist ein cleverer Zusammenschluss, den es in dieser Form einmalig auf dem Fotomarkt gibt.

Panasonic Lumix S 24-105mm F4 O.I.S.

Note: Sehr gut

Pro

  • Tolles Standard-Zoomobjektiv mit einer sehr guten Auflösungsleistung
  • ​Kaum Vignettierung
  • Keine Verzeichnung sichtbar
  • Integrierter Bildstabilisator
  • Staub- und spritzwassergeschützt

Contra

  • Im Telebereich kann die Auflösung nicht so überzeugen wie im Weitwinkel

Panasonic Lumix S Pro 50mm F1.4

Note: Super

Pro:

  • Unsagbar hohe Auflösung, beste Leistung zweifach abgeblendet auf Blende f/2,8
  • Extrem lichtstark mit Offenblende f/1,4
  • Wenig Vignettierung bei Offenblende
  • Keine Verzeichnung
  • Herausragende Haptik

Contra:

  • Sehr teuer: 2.499 Euro
  • Rund ein Kilogramm schwer

Blick in das Gehäuse: Drei Hightlights der Panasonic Lumix SR1

Der Ausstattungsumfang der professionellen Lumix S1R lässt sich kaum zusammenfassen. Von der 6K-Foto-Funktion mit 30 Bildern pro Sekunde über duale Bildstabilisierung bis zum Schulterdisplay setzt die S1R einen hohen Standard. Außerdem sind drei weitere Ausstattungsmerkmale erwähnenswert: Sucher, Abdichtungen und Gehäuse.

  • Hochaufösender OLED-Sucher: Mit variabler Vergrößerung, 100-prozentiger Bildabdeckung sowie exorbitanter Au ösung ist der Sucher einzige Spitze!

  • Professionell abgedichtet: Wie für Profi-Lumix-Kameras üblich, ist auch die S1R dank unzähliger Abdichtungen gegen alle Wasser gewaschen.

  • Robustes Gehäuse: Panasonic garantiert Zuverlässigkeit durch ein kälteresistentes Magnesiumgehäuse. Ein Pluspunkt für Outdoorfans.

Wuchtige Kaufempfehlung

Zurück zur Lumix S1R: starke Abbildungsleistung und so viel Ausstattung, um mühelos ein ganzes Buch füllen zu können. Fehlt noch ein Blick auf das Handling der Kamera – und das hat es in sich. Mit einem Gewicht von 905 Gramm ist die Lumix S1R weit davon entfernt, als schlanke, kompakte Systemkamera durchzugehen. Stattdessen präsentiert sich die Panasonic im eher bulligen DSLR-Format. Dieses Kameradesign ist bereits von Micro-Four-Thirds-Modellen bekannt, ist doch das MFT-Fotoflaggschiff Lumix G9 auch vergleichsweise klobig. Merke, der Spiegelverzicht resultiert nicht immer in einem schlanken Gehäuse. Doch wen das nicht stört, wird mit einem extrem guten Handling belohnt. Große wie kleine Hände finden am staub- und spritzwassergeschützten Gehäuse problemlos guten Halt. Die Serienbildgeschwindigkeit ist mit rund neun Bildern pro Sekunde top. Die Bilddaten sind schnell auf den Datenträgern im doppelten Kartenslot (SDXC und XQD) gesichert. Der Autofokus basiert auf der bei Panasonic weitverbreiteten DFD-Technologie und reagiert nicht nur extrem schnell, sondern auch präzise. Gesichts- und Augenerkennung unterstützen eine unkomplizierte Kamerahandhabung. Ein Manko gibt es aber: Mit eingeschaltetem OLED-Sucher ist eine Akkuladung auf nur 340 Bilder ausgelegt. Da hätte gerne mehr drin sein dürfen.

Fazit

Von null auf fünf: Panasonic hat seine langjährige Erfahrung im spiegellosen Kameramarkt eindrucksvoll genutzt und konnte die neue Lumix S1R im Profi-CSC-Segment auf Platz fünf in unserer Bestenliste platzieren. Die klobige, wettergeschützte Kamera bietet Vorzüge mit sensationell hoher Auflösung, riesiger Ausstattung bei Foto und Video sowie einem Handling der Premiumklasse. Kritik gibt es einzig am vergleichbar großen Kameradesign sowie der schwachen Akkulebensdauer trotz 3100mAh-Akku.

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