Test

Mittelformat für Unterwegs: Die Fujifilm GFX 50S im Test

Mit der GFX 50S betritt Fujifilm den Markt der Mittelformatkameras. Und offensichtlich wollte der Hersteller keine halben Sachen machen: Hinter dem erstaunlich kompakten Gehäuse verbirgt sich ein Sensor mit einer Auflösung von 51,4 Megapixeln. Welche Merkmale Fujifilms neue Kamera auszeichnen und für wen sie sich eignet erfahren Sie in unserem Praxistest. 

Als mir mein Kollege schrieb, dass die GFX50S bei uns eintreffen wird, leuchteten meine Augen. Ich stellte mir vor, wie ich den Ferrari unter den Kameras in meinen Händen halten werde. Wie sich alles perfekt anfühlen würde. Wie die vor wenigen Wochen erschienene Mittelformat-Neuvorstellung alles in den Schatten stellen würde, was einen Sucher, einen Auslöser und einen Sensor hat. Habe ich die Messlatte zu hoch gelegt? Schließlich handelt es sich doch auch „nur“ um eine Kamera.

Spiegelloses Mittelformat

Zugegeben, meine Erwartungen waren hoch, als die neue Fujifilm GFX50S samt zweier Festbrennweiten in die Redaktion kam – sehr hoch sogar. Mittelformat! Spiegellos! 7.000Euro! Da darf man einiges erwarten. Beflügelt legte ich den Akku ein, schaltete die Kamera an und wurde wieder Mensch. Das erste hektische Foto: unterbelichtet. Das zweite hastige Bild: unscharf. So ist das eben. Auch eine Spitzenkamera wie die GFX kann nicht zaubern. Also bewahrte ich Ruhe und fing von vorn an. Stichwort Design: Die Fujifilm GFX50S fühlt sich nicht an wie eine Mittelformatkamera. Sie ist viel leichter als gedacht und dazu kompakter. Fujifilm verzichtet bei der GFX auf einen Spiegel. Das spart Platz und reduziert das für diese Kameraklasse typische Übergewicht. So erinnert sie eher an eine Vollformat-DSLR. Dabei verbirgt sich in der Kamera nichts weniger als ein 43,8x 32,9mm großer CMOS-Sensor, der tatsächlich beeindruckend aussieht, wenn man ihn aus der Nähe betrachtet.

8256 x 6192 Bildpunktegroß sind die unkomprimierten Aufnahmen oder anders ausgedrückt: 51,4 Megapixel. Wertig fühlen sich die aus der Fujifilm-X Serie bekannten mechanischen Einstellräder an. Edel wirkt das staub- und wettergeschützte Gehäuse. Der 3,2 Zoll LCD-Touchscreen ist ein Hochgenuss. Ein Beispiel: Per Doppeltipp auf das Display kann schnell und intuitiv in das Bildmotiv gezoomt werden – sehr praktisch! Mit dem Finger oder über einen Daumenjoystick kann die Aufnahme einfach bewegt werden. Noch überzeugender war der abnehmbare elektronische Sucher, der 3,69 Millionen Bildpunkte auflöst und das Motiv bestmöglich darstellt. Nachteile gegenüber einem optischenSucher sucht man vergeblich. Einzig der Kontrastautofokus kam im Praxistest trotz 117 Messfeldern bei schwierigen Lichtbedingungen hin und wieder an seine Grenzen. Apropos: Die GFX ist nicht die allerschnellste. In Serie nimmt die Kamera maximal drei Bilder pro Sekunde auf. Allerdings spielt das spiegellose Mittelformat ihre volle Stärke meiner Meinung nach auch nicht bei der Action- oder Sportfotografie aus, sondern im Studio. Professionelle Werbe- oder Porträtfotografen könnten allein schon wegen der Bildqualität feuchte Hände bekommen, denn die ist schlichtweg hervorragend, insbesondere was die Schärfe und Farbwiedergabe angeht.

Ein Genuss – nicht nur die Kamera

Fujifilm bietet für die GFX 50S bereits ein überschaubares professionelles Portfolio an Objektiven an – Linsen die, wie die Kamera selbst, ihren Preis haben, dafür aber qualitativ vom Feinsten sind. Zum Ende dieses Jahres sollen laut Hersteller sechs Objektive erhältlich sein.

Den ausführlichen Test finden Sie in der DigitalPHOTO 06/2017.

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Mittelformat Fotoschule

Bewertung
Name
Fujifilm Fujifilm GFX 50S
Pro
  • Sensationelle Auflösung & extreme Schärfe
  • Erstklassiges Handling
  • Reichlich Ausstattung, dank Touch Display, hochauflösendem E-Sucher etc.
  • Vergleichbar günstig...
Contra
  • ...allerdings sind rund 7.000 Euro für eine Kamera nur von Profis zu finanzieren
Preis
6999 EUR
Bewertung
(87%)
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