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Familien-Fotobücher im Test: sieben Anbieter auf dem Prüfstand

In vielen Familien gehört es zur Tradition, die schönsten Aufnahmen und Erlebnisse eines Urlaubs in einem Fotobuch festzuhalten. Wir haben getestet, welche Foto-Dienstleister hier die besten Ergebnisse liefern.

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Wer als Hobbyfotograf mit seinen Kindern oder Enkelkindern im Urlaub ist, kennt das: Plötzlich stehen nicht mehr nur beeindruckende Landschaften und touristische Sehenswürdigkeiten als Fotomotive hoch im Kurs, sondern vor allem die Kinder. Möglichkeiten für tolle Bilder gibt es dabei natürlich reichlich: die pure Lebensfreude beim Spielen, staunende Gesichter, wenn sie erstmals das weite Meer sehen, oder konzentriertes Arbeiten beim Sandburgenbau. Wenn dann zu Hause der Inhalt der Speicherkarte am PC gesichtet wird, fällt einem auf, dass von den 500 Aufnahmen mindestens 300 Kinderporträts sind!

Fotobuch als Erinnerungsstück

Als langlebiges Erinnerungsstück an solch einen Familienurlaub sind Fotobücher ideal. Hier lassen sich beliebig viele Aufnahmen ansprechend präsentieren und mit Texten, Hintergründen und Effekten zu einem individuellen Kunstwerk veredeln. Bei vielen Familien ist es inzwischen sogar Tradition, auf diese Weise Jahresbücher zu erstellen, in denen die Highlights des kompletten Jahres in Form einer Bilderchronik zusammengefasst werden.

Echtfotobuch oder Digitaldruck?

Wenn auch Sie solch ein Familien-Fotobuch gestalten möchten, stehen Sie erst mal vor einer Grundsatzentscheidung: Soll es ein Echtfotobuch oder ein Digitaldruck-Fotobuch werden? Bei einem Echtfotobuch bestehen die einzelnen Seiten aus echtem, dickem Fotopapier. Beim Digitaldruck hingegen ist das Papier deutlich dünner, wodurch sich das Fotobuch beim Umblättern auch wirklich anfühlt wie ein echtes Buch. Preislich liegen Echtfotobuch und Digitaldruck-Fotobuch inzwischen ungefähr auf einem Level. Der Vorteil bei Echtfotos: Die Bilder kommen hier deutlich besser zur Geltung, weil die Farben kräftiger und intensiver wirken. Aufgrund des dicken Papiers ist dafür jedoch der mögliche Seitenumfang begrenzt. Beim Digitaldruck sind hingegen je nach Anbieter Bücher mit bis zu 178 Seiten (Cewe Digitaldruck Standard) möglich. Attraktiv sind Echtfotobücher vor allem dann, wenn man eine Aufnahme gerne im XXL-Format auf einer Doppelseite präsentieren möchte. Durch die flache Bindung (LayFlat) ist zwischen den Seiten faktisch kein Übergang zu sehen. Bei Digitaldruckbüchern hingegen sind die Seiten durch die Klebebindung grundsätzlich in der Mitte gewellt – wie bei jedem anderen gewöhnlichen Buch. Einige Digitaldruckanbieter, wie beispielsweise Albelli, bieten aber auch für solche Fotobücher gegen Aufpreis eine LayFlat-Bindung an. Ebenfalls eine interessante Option für alle Digitaldruckbuch-Fans: Durch die Verwendung von Hochglanz-Premiumpapier (Pixum) beziehungsweise einer Hochglanzveredelung (Cewe, Albelli) lässt sich eine Echtfoto-Optik auch bei Digitaldruckbüchern erzielen. Allerdings wird dafür ein Aufpreis pro Seite fällig! Letztendlich bleibt es eine Geschmackssache, ob man sich für ein Echtfoto- oder ein Digitaldruckbuch entscheidet.

Sieben Anbieter im Test

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Getestet haben wir insgesamt sieben Familien-Fotobücher – unterteilt in drei Echtfotobücher und vier Digitaldruckbücher. Das wichtigste Testkriterium war dabei natürlich die Qualität der Bücher. Unter die Lupe genommen wurden dafür neben der Verarbeitung vor allem die Druckqualität. Sprich: Entsprechen die Farben den Originalaufnahmen? Wie schlagen sich die Bücher bei der Detailschärfe, dem Farbkontrast, den Farbübergängen und der Leuchtkraft? In diesen Kategorien schlugen alle Anbieter mit überzeugenden Noten ab. Produktionsbedingt wirken Aufnahmen bei Echtfotobüchern dabei natürlich intensiver als bei Digitaldruckbüchern. Mit einer Hochglanzveredelung kommt man aber auch beim Digitaldruck zu solchen Ergebnissen! Als Testbilder kamen im Übrigen ausschließlich typische Familienbilder zum Einsatz. Also zum Beispiel Kinderporträts mit knallbunter Kleidung und vielen kräftigen Farben. Hier konnten die Druckdienstleister also zeigen, was ihre Drucker und Papiere zu bieten haben! Neben der Qualität ist der Bestellprozess das zweite wichtige Testkriterium. Warum? Bei Fotobüchern wählt man nicht einfach nur ein gewünschtes Format und klickt auf den Bestell-Button. Stattdessen gestalten viele Nutzer jede Seite individuell, platzieren jedes Foto mit Bedacht, drehen, skalieren, vergleichen Vorlagen, wählen thematisch passende Hintergründe aus, fügen Rahmen hinzu und geben Texte ein. So kann das Gestalten eines Familien-Fotobuchs locker mehrere Stunden dauern. Wem das zu aufwendig ist: Alle Anbieter bringen auch Gestaltungs-Assistenten mit. Hier wählt man nur die Fotos aus, die ins Buch sollen, gibt an, wie viele Aufnahmen im Schnitt auf eine Buchseite sollen und lässt den Assistenten einen entsprechenden Entwurf erstellen. Anschließend kann man das Buch dann noch entweder weiterbearbeiten oder direkt bestellen. Wem solch ein Fotobuch zu unpersönlich wäre, der sollte grundsätzlich die Möglichkeit nutzen, die Bestellsoftware der Anbieter zu installieren. Die bietet nämlich in der Regel deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als die Online-Bestellung oder die Bestell-App für Smartphones und Tablets. Wer das kreative Gestalten bei einem Fotobuch liebt, wird vor allem mit der Software von Cewe und Pixum großen Spaß haben. Dort finden sich nämlich für jedes erdenkliche Fotobuch-Thema thematisch passende Vorlagen und Hintergründe. Wer keine Lust hat, jede Seite einzeln zu gestalten, aber trotzdem in kurzer Zeit ein individuelles Ergebnis erzielen möchte, findet bei WhiteWall ein attraktives Angebot. Hier beschränkt sich der Software-Assistent nämlich nicht nur da­rauf, die ausgewählten Bilder beliebig irgendwo im Fotobuch zu verteilen.

Große Preisunterschiede

Unsere Testfotobücher haben wir allesamt mit einem Hardcover im A4-Hochkant-Format bestellt. Das ist die bei Kunden beliebteste Fotobuchart. Sich für einen Hardcover-Einband zu entscheiden, ist im Übrigen immer eine gute Wahl, weil die Bücher so deutlich robuster und langlebiger sind als mit bei einem sogenannten Softcover. Der Buchumfang der Testbestellungen lag je nach Anbieter zwischen 24 Seiten (Fujidirekt, meinfoto.de und WhiteWall) und 26 Seiten (Albelli, Cewe, FotoPremio, Pixum). Als einziger Anbieter nutzte FotoPremio auch den Inneneinband, um dort Bilder zu platzieren. Bei allen anderen Druckdienstleistern bleiben diese zwei Seiten grundsätzlich frei. Die erste Überraschung erlebten wir jedoch schon bei der Bestellung. Da zeigte sich nämlich, dass die Preisunterschiede zwischen den Anbietern teilweise enorm sind. So kostet das günstigste Fotobuch im Digitaldruckverfahren bei meinfoto.de nur 14,90 Euro zuzüglich Versand. Bei Cewe und Albelli zahlt man hingegen den doppelten Preis! Für Schnäppchenjäger ist das Fotobuch von meinfoto.de also eine interessante Alternative – auch wenn es qualitativ mit den anderen Testkandidaten nicht mithalten kann. So war beim meinfoto-Buch das Bild auf dem Cover nicht ganz farbtreu. Zudem zeigte sich bei einheitlichen Farbflächen bei Bildern im Innenteil eine deutliche Körnung, die bei den anderen Anbietern in der Form nicht erkennbar war. Dennoch war die Druckqualität des meinfoto-Buchs keineswegs enttäuschend!

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Fazit

Durchgesetzt haben sich in unserem Fotobuchtest in der Kategorie Fotobuch im Digitaldruckverfahren im Gleichschritt Cewe und Pixum, die beide die volle Punktzahl einfahren konnten. Dass beide auf identische Wertungen kommen, überrascht nicht, denn auch die Pixum-Fotobücher werden vom Marktführer Cewe produziert. In der Kategorie Echtfotobuch machte das Buch von FotoPremio in der Gesamtbetrachtung den besten Eindruck. Die Alternativen von Fujidirekt und WhiteWall schnitten in puncto Qualität ebenfalls mit der Spitzennote „sehr gut“ ab. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Fotobücher aller Testteilnehmer auf einem qualitativ sehr guten Niveau liegen. Deutliche Unterschiede zeigen sich somit hauptsächlich bei den Preisen und bei der Qualität der Bestellsoftware.

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