Ratgeber

Wie Licht auf den Kamerasensor fällt

Bevor das Licht auf den Kamerasensor fällt, bahnt es sich immer erst seinen Weg durch das Objektiv. Sowohl die Anzahl der einzelnen Linsen als auch die der Lamellen in der Blende spielen bei der Abbildungsleistung eine wichtige Rolle. Kein Wunder also, dass der Aufbau vieler Kameraobjektive sehr komplex ist.

Blicken wir in die Zeit zurück, in der die Lochkamera erfunden wurde. Damals war an solch komplizierte Objektivaufbauten, wie wir sie heute kennen, nicht zu denken. Die Nachfrage nach höchster Abbildungsqualität war noch nie so groß wie derzeit. Das stellt die Objektivhersteller vor eine große Herausforderung. Schließlich kommt es mit jeder neuen Linse zu einer weiteren Lichtbrechung im Objektiv. Damit Abbildungsfehler wie chromatische Aberration oder gar Fehlfokussierung vermieden werden, ist höchste Präzision gefragt. 

Komplexer Aufbau von Zooms: Einfluss auf die Lichtbrechung

Einfache Festbrennweiten kommen bereits mit wenigen Linsen aus. Eine Vielzahl von Festbrennweiten geht auf den Objektivaufbau von Carl Friedrich Gauß aus dem 19. Jahrhundert zurück. Beispielsweise beruht das sechslinsige Canon EF 50 mm f/1,8 II Objektiv auf einer Variante des Gauß-Modells. Eine moderne, lichtstärkere Festbrennweite wie beispielsweise das Sigma 50 mm f/1,4 DG HSM Art besitzt einen komplizierteren Aufbau mit 13 Linsen in acht Gruppen. Generell gilt: Je lichtstärker das Objektiv ist, umso größer, schwerer und teurer ist es. 

Noch umständlicher ist es bei Zoomobjektiven, die über eine große Brennweitenabdeckung eine möglichst gleichbleibend gute Abbildungsqualität bieten sollen. Und auch ein integrierter Bildstabilisator macht den Aufbau eines Objektivs noch einmal komplexer. Daher wird bei lichtstarken Objektiven häufig auf den Stabilisator verzichtet. Doch all dieser Aufwand ist nötig, um die immer besser werdende Bildqualität der Kameras auch nutzen zu können. Denn mit steigender Sensorauflösung steigen auch die Ansprüche an ein Objektiv.

Blende im Detail: Anzahl der Lamellen

Die Blende eines Objektivs ist auch unter dem Begriff Irisblende bekannt. Ähnlich wie beim menschlichen Auge kann die Irisblende mit einer zentrierten Öffnung den Lichteinfall auf den Sensor steuern. Dabei bleibt die Blendenöffnung stets kreisförmig. Je mehr Lamellen die Blende besitzt, umso kreisrunder ist die Blendenöffnung und das Bokeh.

Einfach konstruiert: Eine Blende mit wenig Blendenlamellen, wie in diesem Fall mit sieben, ist vergleichbar einfach konstruiert. Der einfache Aufbau ermöglicht geringe Produktionskosten, allerdings wirkt das Bokeh unruhiger und weniger weich.

Komplex aufgebaut: Viele Lamellen ermöglichen eine nahezu kreisrunde Öffnung. Allerdings sind Objektive mit solch hoher Lamellenanzahl aufwendig zu produzieren und entsprechend hochpreisig. Je runder die Blendenöffnung, umso weicher das Bokeh.   

Lesetipp

Foto-Basics: künstlerische Doppelbelichtung

Doppelbelichtungen sind vor allem in der künstlerischen oder abstrakten Fotografie sehr beliebt, da sie Abwechslung in die Fotokunst bringen.... mehr

Produkthinweis

Perfektes Licht mit System: Ein Praxisleitfaden für Fotografen

Mehr zum Thema
zur Startseite