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Insekten fotografieren: Schmetterlinge, Käfer und Co.

Insekten fotografieren | Flatterhafte Wesen gaukeln im Sommer über die Wiesen und verzaubern viele Fotografen mit ihrer Anmut. Profifotografin Perdita Petzl erklärt, was es bei der Fotografie von Insekten zu beachten gibt.

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Auf der Suche nach Insekten

Ganz egal, welches Insekt sich gerade vor der Linse tummelt: Der Blick ins Universum dieser kleinen Kerlchen ist immer wieder spannend! Gerade in der Makrofotografie tun sich für den Betrachter ganz neue Welten auf und verborgene Details werden erst hier sichtbar.

Nutzen Sie die Nachtstarre

Schmetterlinge oder Libellen sind nahezu immer in Bewegung und flüchten meist schon bei der kleinsten Annäherung. Sind sie erst einmal auf und davon, ist der Traum vom Foto dahin. Um den flatterhaften Wesen nicht hinterherjagen zu müssen, können Sie sich die natürliche Nachtstarre zunutze machen. Vor allem an Tagen, an denen die Temperatur morgens unter 20 Grad Celsius liegt, bleiben Insekten auch dann regungslos sitzen, wenn Sie ihnen nahe kommen. So können Sie sich in Ruhe positionieren, Ihr Stativ aufbauen und nach Herzenslust fotografieren. Die Nachtstarre bleibt erhalten, bis die Tiere genügend Sonne und Wärme getankt haben: Beginnen Insekten, sich langsam zu bewegen, die Flügel zu öffnen oder damit zu vibrieren, dauert es nicht mehr lange, bevor sie davonfliegen.

Die kleinen Flattermänner können aber nicht nur frühmorgens gut abgelichtet werden, sondern auch am späten Nachmittag, wenn sie sich auf ihre Schlafplätze setzen. Dann allerdings muss man sich vorsichtiger annähern, denn die Tiere sind deutlich aktiver als frühmorgens.

Essenziell: ein Makroobjektiv

Wenn Sie Insekten fotografieren möchten, ist ein Makroobjektiv das Objektiv der Wahl. Zudem empfehle ich ein stabiles Stativ und einen Fernauslöser. Nutzen Sie für die Makrofotografie unbedingt den Live-View und fokussieren Sie manuell, damit die Schärfe sitzt. Verwenden Sie dazu unbedingt die Bildschirmlupe. So kann der Bildausschnitt 5- oder 10-fach vergrößert, und die Schärfe schon vor Ort gut beurteilt werden.

Die gewählte Blende spielt bei Makros eine wichtige Rolle: Je offener die Blende, desto unschärfer erscheint der Hintergrund. Beachten Sie aber, dass der Bereich der Schärfentiefe bei Offenblende sehr klein ist. Um also einen Schmetterling vom Kopf bis zum Flügelende scharf abbilden zu können, muss der Sensor der Kamera exakt parallel zum Falter ausgerichtet werden. Um die Schärfentiefe zu erhöhen, können Sie weiter abblenden – dabei wird aber natürlich auch das Bokeh dominanter. Das muss aber nicht unbedingt schlecht sein, denn die Blende ist ein gutes Werkzeug, um die natürlichen Strukturen ganz nach Belieben mit im Bild festzuhalten und stärker oder schwächer sichtbar zu machen.

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DIE FOTOGRAFIN

Perdita Petzl lebt in Österreich und ist schon seit ihrer Kindheit gerne in der Natur unterwegs. 2010 begann sie zu fotografieren. Als Autodidaktin konnte sie Erfolge in internationalen Fotowettbewerben erreichen. Im Jahr 2017 machte Petzl schließlich ihr Hobby zum Beruf. Neben Vorträgen und Auftragsarbeiten bietet sie Workshops an. Petzl ist unter anderem für ihre farbenfrohen Makrofotos mit malerischem Bokeh sowie für ihre Aufnahmen von Zieseln und Feldhamstern bekannt.

www.perditapetzl.at

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JETZT ONLINE WORKSHOP BUCHEN

Perdita Petzl bietet Fotoworkshops in Österreich (z. B. Wien) an. Der Themen-Bogen ist dabei weit gespannt: In der Wildlife-Fotografie können die Workshop-Teilnehmer*innen ebenso seltene wie entzückende Europäische Ziesel oder Feldhamster aus nächster Nähe erleben. Aber auch Rehe, Murmeltiere, Steinböcke, eindrucksvolle Klammen, Berglandschaften und Gletscher stehen im Rahmen diverser Workshops auf dem Programm. Zeitig im Jahr gibt es die Möglichkeit, unter Perditas Anleitung Frühblüher wie Küchenschelle und Leberblümchen in zauberhaften Bildern festzuhalten, im Frühling lernen die Workshopteilnehmer*innen, Schmetterlinge mit ungewöhnlichem Bokeh und Pastellfarben aufzunehmen. Zudem gibt es für Hundeliebhaber*innen Workshops, um in die Porträt- und Actionfotografie hineinzuschnuppern. Den Abschluss des Workshopjahres bildet schließlich die kreative Fotografie im Herbstwald.

www.perditapetzl.at

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