Ratgeber

So ist eine Kamera mit Wechselobjektiv aufgebaut (Funktion und Bauweise)

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf den Aufbau von Kameras mit Wechselobjektiven – am Beispiel der spiegellosen Kamera Nikon Z 6II.

Der Kameraaufbau im Überblick

Ganz unabhängig davon, ob Sie eine traditionelle Spiegelreflexkamera oder eine kompakte Systemkamera mit Wechselobjektiven verwenden (wollen): Beide Varianten bieten beeindruckende Technologie auf kleinstem Raum und ermöglichen Ihnen die kreative Entfaltung auf technisch hohem Niveau.

Mit den aktuellen Modellen am Markt decken sie eine Vielzahl an Aufnahmesituationen spielend ab, inklusive der Möglichkeit des Filmens. Bei der Anzahl der Einstellmöglichkeiten moderner Kameras kann der Überblick mitunter schwer fallen, obwohl alle Hersteller Wert auf eine möglichst einfache Bedienbarkeit legen.

Mitunter bietet Ihre Kamera sogar Funktionen, von deren Existenz Sie bisher gar nichts wussten – ein Grund mehr, uns einmal verschiedene Bedienelemente anzuschauen. Wir nehmen uns die Systemkamera (CSC) Nikon Z 6II vor.

Viele Einstellungen lassen sich aber auch auf Modelle anderer Hersteller übertragen. Sie werden feststellen, dass die Unterschiede zwischen DSLR und CSC bezogen auf die rein technischen Möglichkeiten nicht groß sind und die Kaufentscheidung eher von haptischen oder weiteren Faktoren abhängt.

Letztendlich ist das Ziel eines jeden Foto-Enthusiasten, möglichst gute Bilder zu schießen. Das geht aber nur, wenn man die eigene Kamera beherrscht und ihre Teile und Bedienelemente kennt.

1. Auslöser 

Der neben dem Anschalthebel wichtigste Knopf ist der Auslöser. Dieser arbeitet in zwei Stufen: Halb gedrückt erfolgt die Scharfstellung und die Belichtungsmessung, ganz durchgedrückt die tatsächliche Aufnahme.

2. Anschalthebel 

Häufig als „Ring“ um den Auslöser gelegt, finden Sie den An- und Ausschalthebel. So lässt sich die Kamera leicht mit einer Hand steuern. Oft verfügt dieser Hebel noch über zusätzliche Funktionen.

3. Objektiventriegelung 

Mit diesem Knopf lösen Sie die Objektivverriegelung der Kamera. Halten Sie ihn gedrückt und drehen Sie das Objektiv vorsichtig aus dem Bajonett. Achtung: Die Drehrichtungen unterscheiden sich bei einzelnen Herstellern.

4. Autofokus-Hilfslicht 

Unter schlechten Lichtbedingungen kann das Autofokussystem manchmal nicht scharf stellen. Das Hilfslicht lässt den Autofokus besser „sehen“. Zusätzlich reduziert es bei manchen Kameras den „Rote Augen“-Effekt.

5. Vorderes Einstellrad 

Manche Kameramodelle verfügen über ein oder zwei dieser Steuerräder (siehe 12). Über diese können etwa die Blendenöffnung oder, je nach Modus, andere Parameter gesteuert werden, ohne die Kamera absetzen zu müssen.

6. Fn1- & Fn2-Taste 

Mit diesen Tasten erhalten Sie Schnellzugriff auf vorgewählte Einstellungen. Standardmäßig ist Fn1 bei der Z 6II mit dem Weißabgleich und Fn2 mit dem Fokusmodus und der AF-Messfeldsteuerung belegt.

7. Dioptrineinstellung 

Mit der Diotrineinstellung können Sie das Sucherbild Ihrer Sehstärke anpassen. Zum Scharfstellen des Sucherbildes ziehen Sie den Knopf heraus und drehen daran und drücken diese nach dem Einstellen wieder herein.

8. Gurthalterung 

Die Gurtösen sollten am besten aus Metall sein. Unser Tipp: Verwenden Sie die von vielen Herstellern mitgelieferten Schützer, sodass Sie im Video-Modus keine Klacker-Geräusche durch die Gurtösen erzeugen.

9. Wiedergabe 

Um die aufgenommenen Bilder und Videos betrachten und beurteilen zu können, drücken Sie einfach diesen Wiedergabe-Knopf. Auf dem Kameradisplay sind nun Ihre Aufnahmen zu sehen.

10. Papierkorb 

Was nicht gefällt, kann sofort über den Papierkorb-Knopf gelöscht werden. Die meisten Kameras fragen Sie vor dem endgültigen Löschen nach einer zusätzlichen Bestätigung, um ein versehentliches Löschen zu verhindern.

11. Monitor 

Der Monitor erfüllt mehrere Zwecke: Er stellt das Menü dar, erlaubt die Bildkontrolle, erzeugt ein Live-View-Bild beim Filmen und Fotografieren oder ermöglicht als Touchscreen die direkte Steuerung von Einstellungen.

12. Hinteres Einstellrad 

Manche Kameramodelle verfügen über ein oder zwei dieser Steuerräder (siehe 5). Über diese können etwa die Blendenöffnung oder, je nach Modus, andere Parameter gesteuert werden, ohne die Kamera absetzen zu müssen.

13. Foto-/Video-Wähler und Disp-Taste

Mit diesem Schalter wählen Sie aus, ob Sie Fotos oder Videofilme aufnehmen möchten. In der Mitte dieses Wählers befindet sich die DISP-Taste, mit der Sie zwischen verschiedenen Anzeigen wechseln können.

14. AF-ON-Taste

Die AF-ON-Taste dient zum Scharfstellen im Autofokusmodus. Sie können diese Taste also benutzen, um den Fokus einzustellen, anstatt den Auslöser halb durchzudrücken.

15. Vergrößerung 

Die Vergrößerungs- und Verkleinerungslupen dienen insbesondere der genauen Beurteilung der Bildschärfe nach der Aufnahme. Bei manchen Kameras erfolgt dies über Drehräder oder Wippen auf der Rückseite.

16. Menü-Knopf 

Dieser kleine, unscheinbare Knopf führt Sie direkt in das Hauptmenü Ihrer Kamera. Über das Menü können Sie detailliert alle relevanten Aufnahme- und Wiedergabefunktionen der Kamera einstellen.

17. Multifunktionswähler 

Um durch das Menü Ihrer Kamera zu navigieren, nutzen Sie den Multifunktionswähler sowie die OK-Taste. Je nach Kameramodell ist dieser Vier-Wege-Bereich als Einzelknöpfe, Wippe oder Drehrad angelegt.

18. Sub-Wähler 

Mit dem Sub-Wähler wählen Sie das Fokusmessfeld aus, indem Sie ihn nach unten, links oder rechts drehen. Um die Scharfeinstellung und Belichtung zu speichern, drücken Sie in die Mitte des Sub-Wählers.

19. i-Taste 

Für einen schnellen Zugriff auf häufig benötigte Einstellungen können Sie die i-Taste drücken oder das i-Symbol auf dem eingeschalteten Monitor antippen, um das i-Menü anzuzeigen.

20. Sucher 

Führen Sie den Sucher ans Auge, sorgt der darüberliegende Augensensor dafür, dass die Anzeige vom Monitor auf den Sucher umschaltet. Der Augensensor reagiert auch auf anderes, wie z. B. Finger.

21. Betriebsart/Selbstauslöser 

Mit dieser Taste bestimmen Sie, was beim Drücken des Auslösers geschehen soll, ob Ihre Kamera zum Beispiel ein Einzelbild oder eine Serienaufnahme aufnimmt oder die Selbstauslöser-Funktion gestartet wird.

22. Speicherkartenfach 

Meist geschützt hinter Klappen, Schiebemechanismen oder Gummikappen befindet sich der Steckplatz für die Speicherkarten. Schalten Sie die Kamera aus, bevor Sie die Speicherkarten einsetzen oder herausnehmen.

23. Fokus-Umschalter 

Mithilfe des Schiebeschalters am Objektiv können Sie schnell zwischen automatischem (AF) und manuellem (MF) Autofokus wechseln, z. B. wenn Sie den Autofokus schnell umgehen wollen.

24. Mikrofon & Kopfhörer 

Unter dieser Abdeckung befinden sich der Anschluss für ein externes Mikrofon und für Kopfhörer. Mit einem externen Mikrofon im Einsatz verringert sich das Risiko, Geräusche der Ausrüstung mit aufzuzeichnen.

25. Zubehör/USB/HDMI

Unter dieser Abdeckung befinden sich der Zubehöranschluss sowie die USB- und HDMI-Anschlüsse, zum Beispiel, um die Kamera mit Strom zu versorgen oder an TV-Gerät oder Rekorder anzuschließen.

26. Fokusring 

Der Fokusring ermöglicht ein feines und sehr genaues Scharfstellen des Motivs durch Sie selbst. Achtung: Bei manchen Objektiv-Kamera-Konstruktionen müssen Sie zunächst den AF/MF-Umschalter betätigen.

27. Zoomring 

Mithilfe des gummierten Zoomringes können Sie Ihren Bildausschnitt bequem verändern, ohne Ihren Standort verlassen zu müssen. Der Brennweitenbereich variiert dabei von Objektiv zu Objektiv.

28. Monitormodus 

Durch Drücken der Taste für den Monitormodus wechseln Sie zwischen den Sucher- und Monitor- Anzeigefunktionen. Bei der Nikon Z 6II stehen Ihnen dabei Anzeigemöglichkeiten zur Option.

29. Belichtungskorrektur 

Mithilfe der Belichtungskorrektur können Sie die Belichtungsautomatik der Kamera korrigieren, wenn Sie in Situationen fotografieren, in denen Ihr Motiv oft zu dunkel dargestellt wird, wie z. B. bei Gegenlicht.

30. Filmaufzeichnung 

Drücken Sie diese Taste, um mit einer Filmaufnahme zu beginnen. Im Monitor erscheint dann ein Aufnahmesymbol sowie die restliche Aufnahmezeit, die noch auf Ihre Speicherkarte passt.

31. ISO-Taste 

Die Lichtempfindlichkeit der Kamera – also die ISOEmpfindlichkeit – lässt sich durch Gedrückthalten der ISO-Taste und Drehen des hinteren Einstellrads an die vorhandene Helligkeit anpassen.

32. Blitzschuh 

Bei den meisten Kameras finden Sie einen Blitzschuh. Dieser erlaubt den Einsatz eines leistungsstarken Aufsteckblitzes oder von weiterem Zubehör wie Aufstecksucher oder Auslöser für Studioblitze.

33. Funktionswahlrad 

Das Modus-Wahlrad ist quasi die Steuerzentrale für alle wichtigen Aufnahmesituationen. Sie können hier schnell verschiedene Motivprogramme auswählen oder in halb- und vollmanuelle Modi wechseln.

34. Bildsensor 

Spiegellose Systemkameras verzichten auf einen Schwingspiegel, der Sensor liegt hier frei. Dadurch werden geringere Bautiefen möglich, was wiederum kompaktere Kamera-Konstruktionen erlaubt.

35. Markierung für Objektiv 

Um ein Objektiv an Ihrer Kamera anzubringen, bringen Sie diese Markierung in Übereinstimmung mit der am Objektiv. Achten Sie darauf, die Objektivkontakte und den Bildsensor dabei nicht zu berühren.

36. Objektivanschluss 

Der Objektivanschluss oder das Bajonett ist in der Regel aus stabilen Metalllegierungen gefertigt, um einen sicheren Sitz auch schwerer Optiken wie Telebrennweiten zu gewährleisten.

37. Objektivkontakte 

Die kleinen, federnd gelagerten Kontakte dienen dem Informationsaustausch zwischen Kamera und Objektiv. Hierüber werden unter anderem Autofokusbefehle und Brennweiteninformationen weitergegeben.

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