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SmugMug übernimmt Flickr

User des Online-Fotodienstes Flickr sind schon einiges gewohnt. 2005 übernahm das Internetunternehmen Yahoo Flickrs Mutterfirma Ludicorp, was unter anderem zu Einschränkungen bei kostenlosen Accounts und die Einstellung von Yahoo Photos führte. Yahoo selbst ist seit 2016 Teil des amerikanischen Telekommunikationskonzerns Verizon, der Teile des Unternehmens nun absplittet und verkauft.  Diese Chance nutzte die familiengeführte Plattform SmugMug, die  Flickr zu seiner vergangenen Größe zurückführen möchte.

Nach dem Aufkauf von Yahoo geschah durch mangelnde Investitionen nicht mehr viel auf Flickr, das somit den Anschluss an Smartphonefotografie und soziale Netzwerke verpasste und damit zusehends an Bedeutung verlor. Anbieter SmugMug möchte dies ändern und hat sich viel vorgenommen: "Wir möchten die einflussreichste Fotografie-Community der Welt aufbauen", verkündete das Unternehmen im Zuge der Übernahme von Fotoplattform Flickr. Mit der Übername wandern über 75 Millionen registrierte User zu SmugMug, die täglich bis zu 25 Millionen Fotos hochladen.

Plattform ohne Datenverkauf und Werbung

SmugMug wurde 2002 von Vater und Sohn Chris und Don MacAskill gegründet, die das Unternehmen zuerst aus ihrem Zuhause in Kalifornien führten. Der Zugang zu SmugMug ist immer kostenpflichtig, vier verschiedene Tarife ab 3,10 Euro pro Monat richten sich sowohl an Privatleute als auch professionelle Nutzer und Nutzerinnen. Durch dieses Geschäftsmodell kann SmugMug jedoch auch werbefrei bleiben und verkauft keine ausgewerteten Daten seiner User weiter. Es hat sein eigenes soziales Netzwerk, in dem sich Fotografinnen und Fotografen austauschen und in dem es auch möglich ist, Bilder nur mit befreundeten Usern zu teilen. Diese können außerdem direkt über die Plattform die eigenen Fotos digital oder als Drucke zu einem selbst gesetzten Preis verkaufen. Dabei bleiben die Rechte der Fotos auf SmugMug  beim Urheber. Das Unternehmen legt Wert darauf, die originalen Metadaten der dort hochgeladenen Fotos stets zu erhalten. 

Im Zuge des Datenschutzskandals von Facebook könnte SmugMug also zu einer attraktive Alternative für Fotografinnen und Fotografen im Netz werden, zudem Konkurrent 500px erst kürzlich von einer chinesischen Fotoplattform aufgekauft wurde. SmugMug ist weiterhin im Alleinbesitz der Familie MacAskill, die selbst leidenschaftlich gern fotografieren, und kam bisher ohne die Beteiligung Dritter oder den Aufkauf durch ein Großunternehmens aus. Auch dies könnte mehr  Vertrauen in der Fotografieszene schaffen. Für User von Flickr soll vorerst alles bleiben, wie bisher. Das Angebot soll parallel zu dem ursprünglichen SmugMug-Angebot laufen. 

(via Petapixel)

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