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„Die Mischung aus Planung und spontaner Inspiration macht für mich den Reiz bei der Arbeit aus.“ – Nancy Schoenmakers im Interview

Kräftige Farben, markante Lichtstimmungen und außergewöhnliche Kulissen prägen die Arbeiten der niederländischen Modefotografin Nancy Schoenmakers. Im Interview erzählt sie, wie sie zur Modefotografie fand, warum Sonnenlicht für ihren Stil so wichtig ist, welche Rolle Reisen und Kunst als Inspirationsquellen spielen und weshalb die besten Bilder immer im Team entstehen.

Nancy Schoenmakers im Interview: Mode und Licht

Kräftige Farben, außergewöhnliche Locations und eine unverwechselbare Bildsprache: Die niederländische Fotografin Nancy Schoenmakers erschafft Inszenierungen, die gleichermaßen lebendig wie fantasievoll wirken.

Im Interview spricht sie über ihren Weg zur Fotografie, die Bedeutung von Licht sowie die Inspirationsquellen hinter ihren Arbeiten.

DigitalPHOTO: Wie sind Sie ursprünglich zur Fotografie gekommen?

Ich habe 2006 meinen Abschluss als Lehrerin für Bildende Kunst und Design an der HKU in Utrecht gemacht. Fotografie hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich mich intensiv mit dokumentarischer und freier Fotografie beschäftigt habe.

Während eines Austauschsemesters an der Queensland College of Art in Brisbane konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Nach meinem Studium habe ich mich fotografisch immer weiterentwickelt und schließlich auf die Modefotografie spezialisiert.

Wann haben Sie erkannt, dass die Modefotografie Ihr Weg ist?

Das passierte im Grunde bereits während des Studiums – ich merkte, dass es mir die Modefotografie ermöglichte, konzeptionell zu arbeiten, Models und Stylisten anzuleiten und Geschichten durch Bilder zu erzählen.

Deshalb hatte ich mich entschieden, den Weg noch zu vertiefen und studierte anschließend an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste (KABK) in Den Haag mit Schwerpunkt auf Mode- und Werbefotografie.

In Ihren Arbeiten finden sich kräftige, leuchtende Farben. Planen Sie diese bereits vor dem Shooting oder entscheiden Sie spontan vor Ort?

Ich liebe kräftige, leuchtende Farben und fotografiere deshalb besonders gern bei starkem Sonnenlicht. Die klaren Kontraste zwischen Licht und Schatten lassen die Farben noch intensiver wirken. Je nach Auftrag arbeite ich mit Moodboards und einem klaren Konzept. Manche Kundinnen und Kunden geben mir viel kreative Freiheit, andere liefern bereits konkrete Vorgaben.

Gleichzeitig lasse ich Raum für Spontanität. Wenn ich am Set die Outfits sehe und etwas Besonderes entdecke – etwa wie sich ein Stoff im Wind bewegt –, greife ich diese Momente gerne auf. Genau diese Mischung aus Planung und spontaner Inspiration macht für mich den Reiz bei der Arbeit aus.

Worauf achten Sie bei der Wahl Ihrer Models, und woran erkennen Sie, dass jemand perfekt zu Ihrer Idee passt?

Wenn ich Models auswähle, beginne ich immer mit der Geschichte, die ich erzählen möchte, und überlege, welcher Mensch dazu passt. Manchmal habe ich sofort ein sehr klares Bild vor Augen. In anderen Fällen recherchiere ich länger und suche gezielt nach bestimmten Typen. Außerdem schätze ich Vielseitigkeit.

Wenn ein Model viele unterschiedliche Gesichtsausdrücke beherrscht oder verschiedene Stimmungen verkörpern kann, finde ich das besonders spannend.

Sie fotografieren an außergewöhnlichen Orten. Gibt es Locations, an denen Sie besonders gern arbeiten, und wie prägen diese die Stimmung Ihrer Bilder?

Besonders gerne fotografiere ich in Kalifornien – etwa in Los Angeles, im Yosemite- Nationalpark oder im Joshua- Tree-Nationalpark. Vor allem das klare, intensive Sonnenlicht dort begeistert mich. Auch Kapstadt inspiriert mich sehr.

Dort habe ich ein wunderbares Team und inspirierende Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Darüber hinaus habe ich in Wüsten und für eine Modestrecke in Tokio fotografiert. Solche Projekte faszinieren mich, weil ich dabei neue Kulturen kennenlernen und diese Eindrücke in meine Bilder einfließen lassen kann.

Was inspiriert Sie außerhalb der Fotografie – und wie finden diese Eindrücke ihren Weg in Ihre Bilder?

Meine Inspiration kommt aus vielen unterschiedlichen Quellen. Neben der Fotografie spiele und singe ich in einer Band, weshalb Musik eine wichtige Rolle in meinem Leben spielt. Außerdem arbeite ich seit einigen Jahren als Flugbegleiterin bei KLM. Die Reisen rund um die Welt und das Kennenlernen neuer Orte fördern meine Kreativität enorm.

Darüber hinaus organisiere ich Foto- und Modelworkshops in ganz Europa. Auch Museen und Kunst sind wichtige Inspirationsquellen für mich. Letztlich schöpfe ich Ideen aus allem – aus Filmen, Städten, Begegnungen und einer offenen, neugierigen Haltung gegenüber der Welt.

Arbeiten Sie lieber im kleinen Team oder mit großer Produktion?

Ich mag beides. Kleine Teams sind persönlicher und oft leichter zu koordinieren. Große Produktionen haben wiederum den Vorteil, dass jeder seine eigene Expertise einbringt und die Qualität dadurch wächst.

Wichtig ist mir immer der Austausch vor dem Shooting: Stylisten, Visagisten und ich besprechen die Ideen gemeinsam. Am Ende entsteht das Bild als Teamarbeit – ich habe zwar eine Vision, aber erst gemeinsam bringen wir sie zum Leben.

Zum Abschluss noch die Frage: Wie würden Sie Ihren Stil in nur drei Worten beschreiben?

Mutig, lebendig und fantasievoll.

Die Fotografin

nancyschoenmakers.com

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