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Test

Die beste Handykamera im Test: 8 Smartphones im Vergleich

Die Geschwindigkeit, mit der sich aktuelle Smartphone-Kameras weiterentwickeln, ist rasant. Wir stellen Ihnen die top Smartphones der acht größten Hersteller vor und suchen die beste Handykamera 2020. Soviel sei schon verraten: Das LG G8S ThinQ hat uns besonders überrascht! 

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Was macht eine gute Handykamera aus?

Nehmen Sie eine Kamera mit, wenn Sie unterwegs sind, um Familie, Verwandten und Freunde zu besuchen? Selbst wenn Sie als ambitionierter Amateurfotograf natürlich kameraaffin sind, werden Sie die umständliche, schwere Kamera vermutlich doch ab und an zu Hause lassen und bei spontanen Fotos einfach das Smartphone als Immer-dabei-Kamera zücken.

Mir geht es mit meinem Huawei P30 übrigens nicht anders. Spätestens seit Smartphone-Kameras mit drei verschiedenen Brennweiten aufwarten können – Weitwinkel, Standard und Tele – und so die pixeligen Digitalzoom-Aufnahmen Geschichte sind, reicht mir die Bildqualität eines Smartphones für fast alle Schnappschuss- Situationen völlig aus. Kamera-Einheiten mit drei, vier oder mehr Linsen inklusive Laser-Entfernungsmessung sind mittlerweile keine Besonderheit mehr.

Modelle mit noch mehr Linsen konnten sich am Markt jedoch nicht durchsetzen. Vielmehr nutzen aktuelle Modelle ihre enorme Rechenpower, um aus den gegebenen Möglichkeiten maximalen Nutzen zu ziehen. Interessanterweise gibt es nach wie vor ein Wettrennen um den Bildsensor mit der nominal höchsten Auflösung – aktuell angeführt von Xiaomi und Samsung mit jeweils 108 Megapixel.

Wobei Samsung im S20 Ultra neun Pixel zu einem Einzelpixel zusammenfasst und so, sinnvollerweise, statt eines riesigen Bilds mit mäßiger Qualität eine hochwertige Aufnahme mit „nur“ 12 Megapixeln ermöglicht. Bei Aufnahmen mit wenig Licht verwendet auch Xiaomi ein ähnliches System. Die 4-in-1-Super Pixel-Technologie erzeugt Bilder mit 27 Megapixeln.

Machen 108 Megapixel Auflösung Sinn? 

Bedenkt man, dass der Sensor des Xiaomi MI Note 10 Pro und des bandneuen MI 10 Pro nur 1/1,33 Zoll misst, etwa so viel wie ein Daumennagel, ist diese Pixeljagd zunächst einmal widersinnig. Besonders, wenn man die Qualität der extrem kompakten Objektive vor dem Sensor miteinkalkuliert, die an eine DSLR-Optik bei Weitem nicht heranreichen.

Dabei haben schon hochwertige Canon-Festbrennweiten Schwierigkeiten damit, dem 50-MPSensor der EOS 5DS R gerecht zu werden. Dennoch bietet eine so hohe Auflösung durchaus Vorteile, und das nicht nur, da das MI 10 Pro Videoaufnahmen mit 8K bei 30p ermöglicht.

Xiaomi verspricht einen Zoombereich von 0,6x bis 50x ohne Qualitätseinbußen. Da ein Smartphone keinen optischen Zoom bietet und stattdessen mit mehreren Festbrennweiten arbeitet, müssen die Brennweiten zwischen den einzelnen Objektiven nach wie vor mittels digitalem Zoom überbrückt werden. Hier ist natürlich eine hohe Aufl ösung von Vorteil.

Auch bei Smartphones mit geringerer Auflösung ist eines der größten Probleme der kleine Sensor. Im Gegensatz zu einer klassischen DSLR oder einer CSC, bei der das Gehäuse um den Sensor herum konzipiert wird, muss sich ein Smartphone-Bildsensor in den Gesamtaufbau integrieren.

Zwar sind sich alle Smartphone- Hersteller der Bedeutung der Kameraleistung bewusst, dennoch bleibt für Sensoren und Optiken nur ein begrenzter Platz. Um trotz der entsprechend kleinen Bildsensoren eine hohe Auflösung zu erreichen, müssen die einzelnen Pixel sehr klein ausfallen.

Selbst die 4-in-1-Superpixel des Xiaomi MI Note 10 Pro messen nur 1,6 μm*. Üblicherweise resultiert aus solch kleinen Pixeln hohes Rauschen. Dieses drücken die Smartphone-Hersteller allerdings mittels ihrer immensen Prozessor-Power auf ein sehr geringes Niveau – auf Kosten der Detailzeichnung.

Im Vergleich dazu: Ein Pixel der hochauflösenden Vollformat-DSLR Canon EOS 5DS R misst über 4 μm.

Hightech für gute Bilder

Überhaupt setzen Smartphones gezwungenermaßen in Sachen Bildqualität vor allem auf Technik. Fast alle aktuellen Modelle bieten einen optischen Bildstabilisator, der Verwacklungen effektiv reduziert. Außerdem werden bei vielen Aufnahme-Modi mehrere Aufnahmen zu einem Bild kombiniert, um so mittels HDR-Technik den Dynamikbereich künstlich zu erweitern.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Schärfentiefe. Der 108-MP-Sensor des Xiaomi beispielsweise hat eine Offenblende von f/1,69. Wie kommt dieser Wert zustande? Die Offenblende errechnet sich aus der Brennweite und dem Blendendurchmesser. Da die Brennweite eines Smartphone-Objektivs nur wenige Millimeter kurz ist, ermöglicht selbst ein verhältnismäßig kleiner Blendendurchmesser eine große Offenblende. Wie bei einer DSLR führt die große Offenblende zu mehr einfallendem Licht und kürzeren Verschlusszeiten.

Dennoch zeigen sich selbst bei Offenblende f/1,69 kaum Schärfeverläufe. Wieso? Mit einem fingernagelgroßen Sensor und einer Brennweite von 4-6 mm ist die Schärfentiefe selbst bei großer Offenblende immens. Aus diesem Grund zeichnen Smartphone-Kameras im Porträt- oder Blendenmodus den Hintergrund künstlich unscharf, um einen DSLR-Look mit ähnlich großer Offenblende zu simulieren.

Darüber hinaus bestimmt die Software den Bildstil. RAW-Aufahmen sind selbst bei aktuellen Modellen nur mit Vorsicht zu genießen, die beste Bildoptimierung nimmt das Smartphone in der Regel bereits intern vor.

Auf Automatik gepolt

Auch ansonsten lässt eine Smartphone-Kamera dem Nutzer wenig kreativen Spielraum. Zwar bieten alle Modelle zahlreiche Modi, von Nacht über Porträt bis hin zu Makro, manuelle Einstellungen sind aber nur begrenzt sinnvoll. Das hat mehrere Gründe: Zum einen lässt sich die Blende einer Smartphone-Linse in der Regel nicht variieren. Samsung hat im S10+ eine variable Blende integriert, die im S20 Ultra allerdings wieder aufgegeben wurde.

Somit fällt diese Einstellung schonmal flach. Darüber hinaus eignet sich ein Smartphone aufgrund seiner Form und dem Mangel an physischen Tasten und Rädern nur sehr schlecht dafür, während des Fotografierens noch Einstellungen vorzunehmen. Der allergrößte Teil der Nutzer möchte das vermutlich auch nicht. Und es ist auch nicht wirklich nötig. Die unterschiedlichen Modi werden zwar automatisch gesteuert, liefern in den meisten Fällen aber sehr gute Ergebnisse.

Sollte ein gegenlichtiges Motiv doch mal zu dunkel abgebildet werden, lässt sich die Belichtung mit einem Fingerstreich nach oben ziehen. Mehr manueller Bedienung bedarf es beim Fotografieren mit dem Smartphone nicht. Es bleibt abzuwarten, wann diese Form der Bildoptimierung in den Consumer-Bereich von Systemkameras mit Touchscreen Einzug hält. Praktisch wäre das allemal.

Detailangaben sind Mangelware

Dass sich Smartphone-Kameras vor allem an Nutzer richten, die sich mit der Technik dahinter nicht weiter beschäftigen möchten, erkennt man neben den Automatik-Modi auch noch an ganz anderer Stelle: bei den Datenblättern.

Im Rahmen dieses Tests fragten wir alle Hersteller nach Angaben zur Kamera, die bei jeder DSLR oder CSC selbstverständlich sind, wie ISO-Range, Verschlusszeit, Serienbildgeschwindigkeit. Doch Informationen über die Sensorgröße, die Blende und die Auflösung hinaus sind selbst über den Hersteller beziehungsweise dessen Agentur nur sehr schwer zu bekommen.

Letztlich füllen sich unsere Testtabellen der Smartphones mit einem Flickwerk vereinzelter Detailangaben. Manche Hersteller stellten durchaus interessante und weiterführende Informationen zur Verfügung.

So nimmt das Google Pixel 4 Serienbilder mit 30 Bildern pro Sekunde auf, beim LG G8 S sind es 6 Bilder pro Sekunde. Andere Hersteller ließen uns lediglich mitteilen, dass eine Serienbildfunktion möglich ist, indem man den Auslöser länger drückt, ohne genauere Angaben zu machen.

Noch abenteuerlicher wurde es beim ISO-Wert. Auch hier gingen vereinzelte Höchstwerte bei uns ein: im Falle von LG beispielsweise ISO 2.250.

Andere Agenturen konnten selbst auf Nachfrage beim Hersteller keine genauen Angaben machen. Oneplus wiederum verwies darauf, dass die Aufnahmen mittels Multi-Frame-Compositing erstellt würden, also der eingangs anhand von Samsung und Xiaomi bereits erläuterten Kombination mehrerer Pixel zu einem Bild.

Den einzelnen Frames ist somit in diesem Fall kein ISO-Wert und keine Verschlusszeit zuordenbar. Tatsächlich mag sich eine Smartphone-Kamera in einigen Aspekten technisch durchaus von einer gewöhnlichen DSLR unterscheiden, was ein vergleichbares Datenblatt erschwert.

Hauptgrund für die lückenhafte Datenlage dürfte allerdings der Hang zur Automatik sein. Wozu sollte man einen ISO-Wert angeben, wenn man diesen erstens nicht einstellen kann und zweitens die Bilder ohnehin kameraintern entrauscht werden?

Stattdessen werben die Hersteller lieber mit der Sensoraufl ösung, den Zoomstufen – auch konkrete Brennweiten sucht man praktisch vergeblich - sowie zahlreichen Features und Zusatzfunktionen. Interessanter und befriedigender ist die Situation übrigens für Filmer. Im Video- Segment ist die Auflösung und Bildfrequenz tatsächlich mit der wichtigste Faktor. Wenn hier ein Xiaomi MI 10 Videos mit 8K und 30p aufnimmt, ist das ein echtes Pfund – und eine relevante Information. Zumal die hocheffektiven integrierten Bildstabilisatoren auch bei Filmaufnahmen von großem Nutzen sind.

Apple iPhone 11 Pro

Als einziges Gerät im Test kommt das iPhone – wie gewohnt – nicht mit Android, sondern mit Apples eigenem Betriebssystem iOS. Die Verarbeitung ist hochwertig, das Display sehr hell. Interessant ist auch die Dreifach-Kamera des 11 Pro. Es sind drei Objektive mit einer Auflösung von je 12 MP an Bord.

Allerdings sind die Sensoren recht klein, weshalb trotz der mäßigen Auflösung nur eine durchschnittliche Pixeldichte möglich ist. Bei der Wahl der Brennweiten hat Apple die Werte einfach verdoppelt.

Das Ultra-Weitwinkel hat eine Brennweite von umgerechnet aufs Vollformat 13 mm, das Weitwinkel 26 mm, die Tele- Kamera 52 mm. Für ein Highend-Gerät im obersten Preissegment sind diese Werte etwas enttäuschend.

Dafür gibt es einige nette Gimmicks. So wird bei Aufnahmen mit dem Weitwinkelobjektiv das gleiche Motiv als mögliche Alternative im Ultra-Weitwinkel mit angezeigt.

Noch besser: Das Bild wird ebenfalls abgespeichert, sodass Sie 30 Tage lang nachträglich noch den größeren Bildwinkel wählen können. Die Bildqualität ist sehr gut, in Sachen Zoom muss das iPhone aber zurückstecken: Im Telebereich ist es mit zweifach optischem Zoom und nur 12 MP nicht gut aufgestellt.

Produkthinweis

Apple iPhone 11 Pro (256 Gb) - Space Grau

HerstellerApple
Webseitewww.apple.com/de
Preis (Handel/UVP)*1.070 €/ 1.149 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)k.A., 1/2,55, 1/3,4 Zoll
Auflösung (WW, Std., Tele)12, 12, 12 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)k.A., 1,4, 1,0 μm
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)13, 26, 52 mm
Max. EmpfindlichkeitISO 2.016
Serienbild10 fps
Videoauflösung maximal 4K/60 fps
Größe (B x H x T)144 x 71,4 x 8,1 mm
Gewicht188 g

Google Pixel 4

Das Google-Smartphone Pixel 4 unterscheidet sich gleich in einer ganzen Reihe an Punkten von den anderen Testkandidaten. So ist es das leichteste und schmalste Gerät, nur das LG kommt hier ansatzweise noch mit. Trotz der geringen Baumaße hat es besondere Technik an Bord: Im oberen Bildschirmrand befindet sich neben zwei Infrarotsensoren zur Gesichtserkennung und der Frontkamera auch ein Radar, der Handbewegungen erkennen kann.

Dadurch erkennt das Pixel 4 beispielsweise, wenn es in die Hand genommen wird und voraktiviert die Sensoren zum entsperren. Allerdings wird dadurch das ohnehin schon recht kleine Display noch kleiner. Dafür taktet es mit 90 statt 60 Hertz und wirkt dadurch in der Darstellung besonders flüssig. Eine Ultra-Weitwinkel-Kamera ist nicht an Bord, das Tele bietet einen zweifachen optischen Zoom, die Brennweiten liegen bei eher geringen 12,2 MP und 16 MP.

Als nettes Gimmick gibt es einen Astro-Fotografie-Modus. In diesem nimmt das Pixel über knapp vier Minuten Langzeitbelichtungen auf und kombiniert diese zu einem Bild. Wie beim iPhone gibt es Abzüge für die Auflösung beim Zoom, bei geblitzten Bildern leidet der Dynamikumfang.

Produkthinweis

Google Pixel 4 64GB Handy, weiß, Clearly White, Android 10

HerstellerGoogle
Webseitestore.google.com
Preis (Handel/UVP)*499 € / 549 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)-, 1/2,55, 1/3,6 Zoll
Auflösung (WW, Std., Tele)-, 12,2, 16 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)-, 1,4, 1,0 μm
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)-, 27, 50 mm
Max. Empfindlichkeitk. A.
Serienbild30 fps
Videoauflösung maximal 4K/30 fps
Größe (B x H x T)147,1 x 68,8 x 8,2 mm
Gewicht162 g

Huawei Mate 30 Pro

Wie alle aktuellen Huawei-Modelle hat auch das Mate 30 Pro unter den US-Sanktionen zu leiden. So ist zwar Android an Bord, einen Zugang zum Google-Store gibt es aber nicht. Das ist schade, denn das Mate 30 Pro hat viel zu bieten, wird aber mit dieser Einschränkung und einem UVP von über 1.000 Euro einen schweren Stand haben. Das lässt sich auch anhand des bereits deutlich gefallenen Straßenpreises erkennen. Die Kamera ist, wie vom P30 Pro gewohnt, eine Wucht und wurde nochmals verbessert.

Leichte Abzüge gibt es im Telebereich. Hier kommt zwar ein optisches 3-fach-Zoom zum Einsatz, wer allerdings noch weiter ins Bild hineinzoomen möchte, stößt schnell an die Grenzen des 8-MP-Sensors. Im Weitwinkel und Ultra-Weitwinkel setzt Huawei je einen 40-MP-Sensor ein. Besonders die Performance bei schwachem Licht beeindruckt, nicht zuletzt, da beim Farbfilter auf dem Sensor nicht rot, grün und blau, sondern rot, gelb und blau verwendet werden.

Außerdem fallen alle drei Sensoren groß aus, was zu großen Pixeln führen dürfte, auch wenn der Hersteller hierzu keine Angaben macht. Bei Video-Aufnahmen mit 4K und 60p können die stabilisierten großen Bildsensoren überzeugen.

Produkthinweis

HUAWEI Mate 30 Pro (Space Silver) - Dual SIM ohne Simlock, ohne Branding

HerstellerHuawei
Webseitewww.huawei.com/de
Preis (Handel/UVP)*799 € / 1.099 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)1/1,7, 1/1,54, 1/1,4 Zoll
Auflösung (WW, Std., Tele)40, 40, 8 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)k. A. 
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)18, 27, 80 mm
Max. EmpfindlichkeitISO 40.960
Serienbildk. A. 
Videoauflösung maximal 4K/ 60 fps
Größe (B x H x T)158,1 x 73,1 x 8,8 mm
Gewicht198 g

LG G8S ThinQ

Betrachtet man die Testwerte de LG G8S, stechen einem mehrere Werte ins Auge. Zum einen fällt der Wert in der Rubrik Zoom deutlich zurück. Das liegt an der geringen Auflösung des 2-fach-Tele-Objektivs von nur 12 MP. Auffällig ist aber auch, dass das LG ansonsten in allen Bereichen voll überzeugen kann – obwohl mit dem G8X bereits ein neueres Modell auf dem Markt ist, welches allerdings noch nicht getestet wurde.

Die Kameras bieten einen großen Dynamikumfang, Bildrauschen ist praktisch nicht vorhanden. Profitieren dürfte das LG dabei von seinem starken Snapdragon-855-Prozessor, der nicht nur eine hervorragende Rechenleistung auch für Gamer bereithält, sondern auch Kapazitäten zur Bildoptimierung. Hält man diesen Werten den Straßenpreis von nur rund 333 Euro entgegen, wird das LG zum echten Preis-Leistungs-Hit, zumal auch die Ausstattung hervorragend ist.

Zu den Kritikpunkten gehört der fehlende optische Bildstabilisator, außerdem fällt die Display-Auflösung etwas geringer aus als bei einigen anderen Topmodellen. Und: Betrachtet man die Fotoaufnahmen im Detail, erkennt man bisweilen, dass diese digital aufgehübscht wurden. Nichtsdestotrotz ist das LG die große Überraschung in diesem Smartphone-Kameratest.

Produkthinweis

LG G8s Smartphone (15,77 cm (6,21 Zoll) OLED Display, 128 GB interner Speicher, 6 GB RAM, DTX:X Sound, Android 9) Mirror Black

HerstellerLG
Webseitewww.lg.com/de
Preis (Handel/UVP)*333 € / 769 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)1/3, 1/2,55, 1/3 Zoll
Auflösung (WW, Std., Tele)13, 12, 12 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)1,0, 1,4, 1,0 μm
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)k. A. 
Max. EmpfindlichkeitISO 2.250
Serienbild6 fps
Videoauflösung maximal 4K/30 fps
Größe (B x H x T)151,9 x 71,8 x 8,4 mm
Gewicht167 g 

Oneplus 7 Pro

Die größte optische Besonderheit des Oneplus 7 Pro lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Im Gegensatz zu den anderen Testkandidaten sitzt die Frontkamera nicht im Display, sondern fährt innerhalb einer halben Sekunde oben aus dem Gehäuse heraus. Dadurch ermöglicht Oneplus ein vollflächiges Display mit sehr großen 6,67 Zoll auf der Vorderseite, das aber bei praller Sonne etwas dunkel ausfällt.

Die Hauptkamera setzt auf einen 48-MP-Chip, der allerdings wie bei anderen Herstellern vier Pixel zu einem großen Pixel zusammenfasst, sodass sich eine effektive Auflösung von 12 MP ergibt. Der optische Dreifach-Zoom ist ordentlich, leidet aber unter seiner geringen Auflösung von nur 8 MP, was zu Abzügen in der Rubrik Zoom führt. Weitere Abwertungen gibt es für die insgesamt überschaubare Auflösung sowie den eher geringen Dynamikumfang.

Erstaunlicherweise fällt auch die Rechenleistung eher gering aus, obwohl das Oneplus 7 Pro wie das LG einen Snapdragon-855-Prozessor verwendet. Im Gegensatz zu diesem punktet das Oneplus mit einem optischen Bildstabilisator und dem deutlich größeren Display. Der Preis geht mit rund 579 Euro im freien Handel absolut in Ordnung.

Produkthinweis

OnePlus 7 Pro Smartphone Almond (16,9 cm) AMOLED Display 8 GB RAM + 256 GB Speicher, Triple Kamera (48 MP) Pop-up Kamera (16 MP) – Dual SIM Handy

HerstellerOneplus
Webseitewww.oneplus.com/de
Preis (Handel/UVP)*579 € / 709 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)k. A. 
Auflösung (WW, Std., Tele)16, 48, 8 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)k. A., 0,8, 1,0 μm
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)17, 26, 78 mm
Max. Empfindlichkeitk. A. 
Serienbildk. A. 
Videoauflösung maximal 4K/60 fps
Größe (B x H x T)162,6 x 75,9 x 8,8 mm
Gewicht206 g 

Samsung Galaxy S20 Ultra

Das Galaxy Ultra ist ein Smartphone der Superlative. Es ist das größte, das schwerste und das teuerste Smartphone im Test. Und es besitzt die beste Kamera. Wie beim Xiaomi kommt als Hauptkamera mit 25 mm Brennweite ein 108-MP Sensor im recht großen 1/1,33 Zoll-Format zum Einsatz. Auch beim Galaxy Ultra werden in der Standard-Einstellung mehrere Pixel zu einem Superpixel zusammengefasst, allerdings im Gegensatz zur Konkurrenz ganze 9, sodass sich eine effektive Auflösung von 12 MP ergibt.

Das klingt nach wenig, kann im Labor aber überzeugen. Die Bildqualität ist in allen Testdisziplinen sehr gut. Für Filmer interessant ist die Möglichkeit zu Aufnahmen in 8K, wenn auch nur mit 24 fps. Es gibt zwar bisher kaum Endgeräte, die eine so hohe Videoauflösung darstellen können, zumindest bieten die Aufnahmen jedoch reichlich Möglichkeit, im Schnitt weiter ins Bild hineinzuzoomen.

Beim Fotografieren ist das ebenfalls möglich, dank des 4-fach optischen Zooms mit satten 48 MP Auflösung. Auch das Display ist eine Wucht. Es ist 6,9 Zoll groß, lässt sich dadurch kaum noch mit einer Hand bedienen und taktet mit 120 Hertz. Zudem ist es selbst bei Sonneneinstrahlung extrem hell.

Produkthinweis

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G Smartphone Bundle (17,44 cm) 128 GB interner Speicher, 12 GB RAM, Hybrid SIM, Android inkl. 36 Monate Herstellergarantie [Exklusiv bei Amazon]Deutsche Version, cosmic grey

HerstellerSamsung 
Webseitewww.samsung.com/de
Preis (Handel/UVP)*1.230 € / 1.349 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)1/2,55, 1/1,33, 1/2 Zoll
Auflösung (WW, Std., Tele)12, 108, 48 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)1,4., 0,8, 0,8 μm
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)13, 25, 103 mm
Max. Empfindlichkeitk. A. 
Serienbildk. A. 
Videoauflösung maximal 8k/24 fps
Größe (B x H x T)166,9 x 76 x 8,8 mm
Gewicht220 g

Sony Xperia XZ3

Das Sony Xperia XZ3 wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Als einziges Smartphone im Test verfügt es über nur ein Objektiv – was sich an der Rückseite leicht erkennen lässt – und bietet damit weder ein Ultra-Weitwinkel noch einen optischen Zoom. In Kombination mit der Kamera-Auflösung von 19 MP ergibt sich so eine Zoom-Bewertung von nur 10 Prozent.

Wieso findet das XZ3 trotzdem den Weg in das hochkarätige Testfeld? Da es schlicht und einfach das zum Zeitpunkt der Artikelerstellung neueste bereits getestete Sony-Smartphone ist. Das Xperia 1 II steht in den Startlöchern, das aktuelle Vorgängermodell Xperia 1 verfügt bereits über eine zeitgemäße Triple-Kamera mit jeweils 12 MP Auflösung. Noch rustikaler wirkt das XZ3, wenn man bedenkt, dass seine Kamera noch unverändert vom XZ2 übernommen wurde.

Trotzdem schneidet das Sony vor normalem Umgebungslicht durchaus konkurrenzfähig ab. Hier zeigt es eine hohe Textur und Auflösung und kann mit neueren und teureren Modellen wie dem Pixel 4 nahezu Schritt halten. Im Blitzlicht-Modus schneidet es dank eines großen Dynamikbereichs sogar etwas besser ab.

Trotzdem: Das Sony Xperia 1 und das aktuellere Sony Xperia 1 II machen ihre Sache deutlich besser.

Produkthinweis

Sony Xperia XZ3 Smartphone (15,2 cm (6 Zoll) OLED Display, Dual-SIM, 64 GB interner Speicher und 4 GB RAM, BRAVIA TV Technologie, IP68, Android 9.0) Forest Green - Deutsche Version

HerstellerSony 
Webseitewww.sony.de
Preis (Handel/UVP)*499 € / 799 €
Sensorformat (WW, Std., Tele)-, 1/2,3, -Zoll
Auflösung (WW, Std., Tele)-, 19, - 
Pixelgröße (WW, Std., Tele)-, 1,22, - μm
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)-, 25, - mm
Max. EmpfindlichkeitISO 12.800
Serienbildk. A. 
Videoauflösung maximal 4k/30 fps
Größe (B x H x T)158 x 73 x 9,9 mm
Gewicht193 g

Xiaomi MI Note 10 Pro

Xiaomi ist aktuell in aller Munde, allerdings nicht mit dem MI Note 10 Pro, sondern mit den neueren Modellen MI 10 und MI 10 Pro. Testwerte dieser beiden Modelle liegen noch nicht vor, allerdings ist die Kamera des Note 10 Pro ohnehin praktisch identisch mit den beiden neuen Varianten.

Kernstück ist wie beim Samsung eine Hauptkamera mit 108 MP, ergänzt um ein Ultra-Weitwinkel mit 20 MP, ein 2-fach-Tele mit 12 MP sowie ein 5-fach-Tele mit 5 MP. Dieses Aufgebot an Kameras und Auflösung zahlt sich in Praxis und Labor gleichermaßen aus. So erreicht das Xiaomi mit 78 Prozent in der Rubrik Zoom die mit Abstand beste Wertung. Dass mit dem 5-fach-Zoom dunkle Bereiche etwas absaufen, verzeiht man an dieser Stelle gerne.

Wie das Oneplus fasst auch das Xiaomi im Standard-Modus je vier Pixel zu einem Superpixel zusammen, woraus sich für den 108 MP-Sensor eine effektive Auflösung von 27 MP ergibt. Das macht in fast allen Situationen Sinn, sowohl wegen der Bildqualität als auch wegen des Speicherplatzes.

Der Dynamikbereich des 1/1,33 Zoll großen Hauptkamera- Sensors kann nur im Hellen wirklich überzeugen, dafür punktet das MI Note 10 Pro mit massiver Rechenleistung.

Produkthinweis

Xiaomi Mi Note 10 Smartphone (16,43cm (6,47") 3D Curved AMOLED FHD+ Display, 128GB interner Speicher + 6GB RAM, 108MP KI-Penta-Rückkamera, 32MP Selfie-Frontkamera, Dual-SIM, Android 9) Midnight Black

HerstellerXiaomi 
Webseitewww.mi.com
Preis (Handel/UVP)*489 € / 649 € 
Sensorformat (WW, Std., Tele)1/2,8, 1/1,33, 1/2,55, k. A. 
Auflösung (WW, Std., Tele)20, 108, 12,5 MP
Pixelgröße (WW, Std., Tele)1,0, 0,8, 1,4, 1,0 
Brennweite im Vollformat (WW, Std., Tele)13, 25, 50, 125 mm
Max. Empfindlichkeitk. A. 
Serienbildk. A. 
Videoauflösung maximal 4k/30 fps
Größe (B x H x T)157,8 x 74,2 x 9,67 mm
Gewicht208 g

* Preise wurden am 29.05.2020 auf idealo.de recherchiert.

Smartphone vs. Kompaktkamera

So gut Smartphone-Kameras mittlerweile auch sind, in manchen Situationen lohnt es sich dennoch, zur klassischen Digitalkamera zu greifen. Wir haben zwei populäre Vertreter jeder Kategorie einander gegenübergestellt: das Xiaomi Note 10 Pro und die Sony RX100 III.

Xiami​ MI Note 10 Pro

Pro

  • Auflösung: Das Xiaomi Note 10 Pro bietet mit 108 MP eine höhere Auflösung als jede Consumer-Kamera. Diese nutzt sie, um über den gesamten Zoombereich von 0,6-50-fach eine konstant hohe Bildqualität zu gewährleisten.
  • Technologie: Ein spezieller Nachtmodus ermöglicht Aufnahmen im Dunkeln, die mit einer DSLR bestenfalls mit viel Nachbearbeitung möglich sind, zudem ist eine 960-fps-Superzeitlupe mit an Bord.

Kontra

  • Smartphone-Kamera-Probleme: Wie alle Smartphones leidet auch das MI Note 10 Pro unter konstruktionsbedingten Schwächen. Einen optischen Zoom gibt es nicht, zudem fallen die Bildsensoren sehr klein aus.

Sony RX100 III

Pro 

  • Haptische Tasten und Einstellrad: Statt Touchscreen setzt die RX100 auf physische Tasten und ein Modus-Wahlrad. Das erleichtert die Bedienung sowie die manuellen Einstellungen in der Praxis erheblich.
  • Hohe Bildqualität: Der im Vergleich zum Smartphone deutlich größere Bildsensor ermöglicht in Kombination mit dem optischen Zoom eine bessere Bildqualität, die große Offenblende echte, unscharfe Hintergründe.

Kontra

  • Geringer Zoom: Im Gegensatz zu Xiaomis 80-fach-Zoom kommt die Sony mit einem selbst für Kompaktkameras überschaubaren 2,9-fach-Zoom aus. Kombiniert mit der eher geringen Auflösung ein echter Nachteil.

Handy oder Kamera? Was brauche ich nun wirklich?

Die für einen Hobbyfotografen entscheidende Frage angesichts all dieser Informationen ist stets die gleiche: Reicht mir ein Smartphone zum Fotografieren, oder sollte ich lieber zusätzlich eine Kompaktkamera verwenden?

Natürlich werden die meisten von Ihnen ohnehin mit einer DSLR oder CSC fotografieren, wer jedoch nur ab und an ein paar Bilder machen möchte oder sich für den Urlaub kompaktes Equipment wünscht, wird eher zur Kompakten greifen. Letztlich sind die Unterschiede zwischen Kamera und Smartphone größer als viele erwarten. Auf den Punkt gebracht liefern echte Kameras die höhere Bildqualität, dafür sind Smartphones wesentlich unkomplizierter in der Handhabung.

Die Hauptgründe für die höhere Bildqualität einer Kamera sind der deutlich größere Sensor sowie der tatsächlich optische Zoom. Außerdem haben Sie selbst bei einfachen Modellen mehr Möglichkeiten zur manuellen Feinjustierung und eine variable Blende.

Das Smartphone dagegen eignet sich als ideale Schnappschuss-Kamera: aus der Tasche ziehen, abdrücken, fertig! Die Automatiken und die Technologie dahinter liefern immer ein brauchbares Bild, das sich zudem per Handy-Netz oder Wi-Fi direkt versenden lässt. Bei Vollansicht fehlt es zwar selbst aktuellen Modellen oft an Details, für Web-Auflösung reicht es aber allemal.

Beste Handykamera 2020

Die beste Smartphone-Kamera aller bislang getesteter Modelle bietet das Samsung Galaxy S20 Ultra. Es kombiniert einen großen 108 MP-Hauptkamera-Sensor mit einem 48 MP 4x-Zoom und einer eher unauffälligen Ultra-Weitwinkel-Kamera. Dank immenser Rechenpower sind Video-Aufnahmen mit hochauflösenden 8K möglich, auch die restlichen Kamera-Features inklusive des extrem hellen 120-Hertz-Displays und des großen Akkus überzeugen.

Die Überraschung des Tests ist das LG G8S ThinQ. Mit 325 Euro Straßenpreis kostet es nur ein Viertel des Samsung und punktet neben einer tollen Kamera auch mit Rechenleistung satt.

Zwei tolle Foto-Apps

Lightroom

Auch bei Smartphones gehört Lightroom (erhältlich für Android & iOS) zu den besten Kamera-Apps überhaupt. Im Gegensatz zur Desktop-Version geht es bei der Mobile-Variante nicht darum, RAWs zu konvertieren. Dank vieler Licht- und Farbeinstellungen, diverser Gradationskurven und vor allem in der Premium-Version – die Sie automatisch nutzen können, wenn Sie ein Desktop-Lightroom-Abo besitzen – weiterer nützlicher Tools wie dem Reparaturpinsel und dem Geometrie-Werkzeug ist Lightroom allerdings auf dem Smartphone eine echte Instanz.

Tipp: Weitere tolle Bildbearbeitungsprogramme finden Sie in unserem Vergleichstest, hier haben wir 10 Bildbearbeitungsprogramme genauer betrachtet.

Sie können Bilder im Adobe DNG-Format machen, was die Möglichkeiten zur Bearbeitung im Vergleich zu JPEG deutlich erweitert, manuelle Kamera-Einstellungen vornehmen und die Bilder in diversen Formaten exportieren. Zudem werden die Smartphone-Aufnahmen mit der Desktop- oder Web-Variante synchronisiert. Photoshop ist übrigens ebenfalls als Smartphone- Version erhältlich.

Lesetipp

Sollte ich Lightroom besser kaufen oder mieten?

Fragen zum perfekten Raw-Konverter erreichen uns förmlich täglich. Die meisten dieser Anfragen drehen sich um den Marktführer Adobe, genauer... mehr

Camera MX

Ebenfalls eine empfehlenswerte Kamera-App ist Camera MX. Mit der Shoot-The-Past-Funktion können Sie nach einem Foto bis zu 10 Sekunden zurückspulen, um gegebenenfalls doch einen anderen Schnappschuss auszuwählen. Genial! Auch in der Bildbearbeitung bietet Camera MX einiges, und das alles zunächst einmal völlig kostenlos. Einige Filter sind als In-App-Käufe allerdings kostenpflichtig, zudem löst die Kamera im Standard-Modus etwas verzögert aus.

Sehr praktisch ist neben diversen anderen Schnellzugriffen das Ändern der Auflösung, Videoeinstellung und weiterer Basis-Kamera-Einstellungen. Die Effekte und Filter sind wie immer Geschmackssache, wer aber schnell seine Fotos verbessern möchte, auf eine sehr intuitive Bedienung Wert legt und im Gegenzug auf manuelle Einstellungen verzichten kann, liegt mit Camera MX genau richtig. Die App ist für Android-Gerät kostenfrei im Google-PlayStore erhältlich. In-App-Produkte kosten bis zu 1,99 Euro.

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