Test

Zwei Objektive zum Verlieben: Zeiss Batis 2/25 und Batis 1,8/85 von uns getestet

Die Optiken der neuen Batis-Reihe aus dem Hause Zeiss sind echte Spezialisten. Entwickelt für das Sony-Alpha-7er-System zeigen die Linsen eindrucksvoll, welches Potenzial im Vollformatsensor der spiegellosen Systemkamera steckt. Qualität hat seinen Preis – aber es lohnt sich. Die Objektive Zeiss Batis 2/25 und Zeiss Batis 1,8/85 haben bei uns im Test Eindruck hinterlassen.  

 

Touit, Loxia, Batis. Drei Objektivreihen der Edelmanufaktur Zeiss, die eines gemeinsam haben: den spiegellosen Systemanschluss. Unterstützt wird dabei hauptsächlich Sonys E-Mount. Kein Wunder, kooperieren doch beide Hersteller bereits seit 1996 bei der Objektiventwicklung. So produziert das deutsche Unternehmen für den japanischen Elektronikkonzern regelmäßig hochwertige Optiken

für Kameras und Camcorder. Das jüngste Resultat dieser fruchtbaren Zusammenarbeit sind die zwei Batis-Objektive 2/25 und 1,8/85, die für Sonys Alpha-7er-Reihe konzipiert wurden. Also insbesondere in Sachen Schärfe das Maximum aus dem Vollformatsensor der spiegellosen Systemkameraserie kitzeln und die gehobenen, professionellen Bedürfnisse der 7er-Fotografen erfüllen sollen. Wir haben uns beide Linsen im DigitalPHOTO-Labor und in der Praxis ganz genau angesehen. Fotografiert haben wir dabei mit der Sony Alpha 7 II.

 

Weitwinkelspezialist

 

Mit einer sehr kurzen Naheinstellgrenze und weitwinkligen 25mm-Brennweite ist das Batis 2/25 für die Architektur-, Reportage- und Landschaftsfotografie prädestiniert. Bei gleichzeitiger Offenblende f/2 lässt sich zudem lichtstark fotografieren – auch in der Abenddämmerung oder in düsteren Räumen. Konstruiert ist die Optik als Distagon und ein Zusammenspiel aus zehn Linsen in acht Gruppen. Sondergläser und asphärische Oberflächen sollen dabei die Bildqualität optimieren, was sich in unserem Testlabor auch eindrucksvoll bestätigt. Das Batis 2/25 zeichnet sich durch eine hohe Abbildungsleistung und eine sehr geringe Vignettierung (ab Blende f/4) und Verzeichnung aus. Besonders beeindruckt der hohe Kontrast und die lebhaften Farben, wie die Beispielfotos auf dieser Seite zeigen. Ein starkes Werkzeug für hochwertige Aufnahmen.

Fokussiert wird wahlweise automatisch oder manuell. Eine Besonderheit stellt das beleuchtete OLED-Display dar, das Auskunft über die Fokusentfernung und Schärfentiefe gibt. Ein schickes und zugleich praktisches Detail, über das auch das Zeiss Batis 1,8/85 verfügt. Ebenso wie über den Staub- und Spritzwasserschutz. Auf einen Bildstabilisator wird beim 2/25 indes verzichtet. Kein Drama, da die Alpha 7 II einen leistungsstarken 5-Achsen-Bildstabilisator mit bringt. In Kombination mit der hohen Lichtstärke und der kurzen Brennweite lässt sich somit flexibel und verwacklungsfrei aus der Hand fotografieren.

In der Summe bedeutet dies starke 92 Prozent in der Gesamtwertung, fünf Sterne und die Testnote SUPER. Respekt! Wer sich die Linse nun direkt zulegen möchte, sollte jedoch an den entsprechend gut gefüllten Geldbeutel denken: 1.299 Euro verlangt Zeiss für sein neues Top-Weitwinkelobjektiv.

 

Traumhafte Porträtlinse

 

Neben dem 2/25 steht das Batis 1,8/85 bereit, das vor allem Porträtfotografen ansprechen dürfte. Offenblende f/1,8 und die besonders schmeichelhafte Brennweite, kombiniert mit Sonys erstklassigem Vollformatsensor, versprechen scharfe Porträts samt butterweichem Bokeh. Und unsere hohe Erwartungshaltung wird voll erfüllt Die Porträtlinse ist ein echter Kracher. Porträt-, Event- und Hochzeitsfotografen werden ihre Freude mit der Optik haben. Technische Grundlage des 1,8/85 ist das von Dr. Ludwig Vertele im Jahre 1930 entwickelte Sonnar-Objektiv. Ein Linsensystem mit relativ wenigen Glas-Luft-Flächen, das sich durch seinen hohen Kontrast, hohe Lichtstärke und sein gutes Streulichtverhalten auszeichnet. Im Inneren des Batis befinden sich somit elf Linsen in acht Gruppen. Dabei kommen drei Linsen aus Sonderglas zum Einsatz. Das Ergebnis dieser Konstruktion sind extrascharfe Aufnahmen mit fast 2.000 Linienpaaren pro Bildhöhe bei Blende f/5,6. Ein Spitzenwert!

Eine Besonderheit des 1,8/85 ist die optische Bildstabilisierung, die klare, unverwackelte Bilder in schwierigen Lichtsituationen ermöglicht. In Verbindung mit dem kamerainternen OIS des Sony-Alpha-7-Systems kombinieren sich die Vorteile der beiden Systeme, so dass auch mit der längeren Brennweite von 85mm bei niedrigen ISO-Stufen aus der Hand fotografiert werden kann. Das spritzwasser- und staubgeschützte Gehäuse, das beleuchtete OLED-Display und die Gegenlichtblende runden den erstklassigen Auftritt des Zeiss Batis 1,8/85 ab. Wie das 2/25 kommt auch die Porträtlinse auf die Testnote SUPER! Hut ab. Eine bemerkenswerte Leistung.

 

Den Testbericht mit allen Tabellen und Bewertungen finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe: DigitalPHOTO-Magazin 10/2015. 

 

Fazit

Mit dem Batis 2/25 und 1,8/85 bietet die deutsche Objektivmanufaktur Zeiss zwei herausragende Objektive für Sonys noch junges spiegelloses Alpha-7-System an. Am Vollformatsensor entfalten die Optiken ihre gesamtes Potenzial und kommen im Test jeweils auf unsere Topnote SUPER. Dabei spricht das 2/25 vor allem Architektur-, Landschafts- und Reportagefotografen an, während das Batis 1,8/85 Porträt- und Hochzeitsfotografen begeistern wird – vorausgesetzt, man ist bereit, die entsprechend hohen Preise für die Linsen zu bezahlen.

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