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Test

Polaroid I-2 im Praxistest: Sofortbildglück für 700 Euro?

Optischer Sucher, Sofortbildfunktion, manuelle Belichtungseinstellung und radikal „nicht-digital“? Das klingt verrückt, ist aber genau das Konzept der Polaroid I-2, die das Thema Sofortbild wieder für den ambitionierten Fotofan interessant machen soll. Unser Redakteur macht den Praxistest.

Polaroid I-2 im Test

Braucht man eine Sofortbildkamera? Spaß machen die Teile auf alle Fälle und sind in der Regel auch nicht teuer. Polaroid hat nun ein Premiummodell für ambitionierte Sofortbild-Fans vorgestellt, das vor allem mit deutlich besserer Bildqualität und komplett manueller Belichtungssteuerung punkten soll.

Wir haben uns die Kamera geschnappt und waren damit im Studio und auch direkt im Urlaub – unsere Eindrücke lesen Sie hier.

In guter Tradition

Eine Sofortbildkamera mit manuellen Einstellungen war schon in der Blütezeit der „Polaroid Land“-Kameras exotisch. Ich hatte vor einigen Jahren das große Glück, eines dieser seltenen Modelle, die 190er, in einer „Kramkiste“ zu finden.

Blende 3,2–64 und Belichtungszeiten bis 1/500 s waren schon richtig gut, und es machte unglaublich Spaß, damit zu fotografieren. Vor allem das „Entwickeln“ des Trennbildfilms war immer aufregend. Da diese Filme seit einigen Jahren nicht mehr hergestellt werden, ist die Kamera leider nur noch Deko-Objekt.

Tag und Nacht nur Blende 8? 

Die Polaroid I-2 hat eine 100mm-Optik verbaut, die mit einer Blende von 8–64 arbeitet. 100mm täuschen allerdings, denn in der Praxis würde man den Bildwinkel eher auf Normalbrennweite definieren. Gerade für Porträtaufnahmen ist Blende 8 schon viel, und insgesamt ist dieser Eingangsblende geschuldet, dass man wirklich gutes Licht braucht.

Im Innenraum geht ohne Blitz gar nichts. Draußen kommt dann die Blendeneinstellung bis 64 zum Einsatz, denn mit 1/250 s maximaler Verschlusszeit muss man bei Sonnenschein damit gegensteuern.

Produkthinweis

Polaroid - I-2 Instant Camera Bundle with Color i-Type Film Double Pack (16 Photos) - Full Manual Control, app Enabled Analog Instant Camera with Polaroid's sharpest 3-Element Lens (6444)

Zufallsprinzip in der Praxis 

Zu Beginn tastet man sich am besten mit der Automatik an die Arbeitsweise der hochwertig verarbeiteten Sofortbildkamera heran. Danach kann man mit Blende und Belichtungszeit spielen, dank Belichtungsmesser hat man immer im Blick, ob über- oder unterbelichtet wird.

Die Einstellung von Blende und Belichtungszeit erfolgt über den Regler am Objektiv und muss am Menü umgeschaltet werden. In unserem Praxistest zeigte sich aber deutlich: Eine gute Belichtung, laut Kamera, bedeutet nicht automatisch ein gutes Bild. Je nach Motiv ist das Ergebnis mal zu dunkel, mal zu hell.

„Charmant“, „Vintage“ – das fällt einem dazu ein. Andererseits wird das Ausprobieren schnell richtig teuer, rund zwei Euro pro Foto sind eine Ansage. Und für eine Kamera dieser Preisklasse hätten wir eigentlich etwas mehr Sicherheit hinsichtlich der Ergebnisse erwartet.

Das Foto-Duell „Billig-Pola“ vs. „Premium“

Wir vergleichen hier die Ergebnisbilder aus drei unterschiedlichen Sofortbildkameras. Retro-Feeling liefern sie alle. Das Premiummodell punktet bei Schärfe und Brillanz. Im Vergleich zur Fujifilm Instax sind die Ergebnisse überraschend flau.

1. Polaroid Now 

Die Einstiegsmodelle von Polaroid sind kleine Spaßmaschinen mit Vollautomatik. Hier kann man außer dem Blitz nichts einstellen. Die Bilder wirken insgesamt sehr „70er-Jahre“, die Farben eher ausgebleicht und das Bild unscharf. Ganz ehrlich: Die Bilder in Omas Fotoalbum der original Polaroid aus den 80ern sehen da auch nach 40 Jahren noch besser aus.

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Polaroid Everything Box Now Gen 2 Sofortbildkamera - Schwarz

2. Polaroid I-2

Im Vergleich zu den günstigen Polaroid-Kameras sieht man ganz klar, dass die I-2 die bessere Optik verbaut hat. Die Schärfe ist sehr gut und insgesamt wirken Farben und Verläufe viel harmonischer. Aber auch hier fragt man sich, warum die Aufnahmen so gewollt auf „alt“ gemacht sind. Wir hätten hier deutlich brillantere, knackigere Farben erwartet.

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Polaroid - I-2 Instant Camera Bundle with Color i-Type Film Double Pack (16 Photos) - Full Manual Control, app Enabled Analog Instant Camera with Polaroid's sharpest 3-Element Lens (6444)

3. Fujifilm Instax 

Unser Vergleichsmodell, eine fünf Jahre alte Fujifilm Instax, zeigt, wie man Sofortbilder macht. Das Bildergebnis ist brillant, scharf und hat knackige Farben. Außerdem ist das Bild nach rund zwei Minuten entwickelt, Polaroid lässt sich hier locker 15 Minuten Zeit. Insgesamt waren wir sehr überrascht, wie hoch Fujifilms günstige Kamera die Messlatte legt.

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INSTAX Mini 12 Sofortbildkamera Mint-Green

Polaroid I-2: Alles eingestellt

Ganz schön viel einzustellen – die Polaroid I-2 verspricht Kreativität und Flexibiltät, erfreulicherweise schön aufgeräumt und übersichtlich. Hier ein paar Einblicke in die Bedienung und Ausstattung.

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