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Test

Neun aktuelle Reisestative unter 200 Euro im Test

Im Urlaub ist leichtes Reisen ein hohes Gut. Grund genug für uns, neun aktuelle Reisestative mit einem Gewicht von unter zwei Kilogramm in der Praxis zu testen. Weiter unten finden Sie noch genaue Hinweise zu Qualitätskriterien, auf die Sie beim Kauf eines Stativs achten sollten.

Reisestative im Test

Der Stativkauf für die Fototouren im Urlaub ist mit ein paar Kniffen schnell erledigt. Für das perfekte Stativ stehen zunächst einmal Ihre persönlichen Ansprüche im Vordergrund. Ist Ihnen auf Reisen wichtig, dass das Stativ möglichst kompakt und leicht ist, oder darf es auch etwas größer und schwerer sein? Klar ist, dass kleine und leichte Dreibeiner nicht so stabil wie wuchtige, große sein können.

So haben wir getestet

Der Test beginnt mit dem Aufbau des Stativs und dem Prüfen der Handhabung (30 Prozent). Wie lassen sich Beine und Mittelsäule ausfahren? Sind die Feststellelemente sinnvoll positioniert und ergonomisch geformt? Weiter geht es mit der Prüfung der Verarbeitung (15 Prozent). Hierzu werfen wir einen Blick auf die Wertigkeit der Materialien. Wie sauber sind Gewinde und Spannvorrichtungen verarbeitet? Aus welchem Material sind die Stativbeine hergestellt?

Dann folgt ein Stabilitätstest (30 Prozent). Hierfür stellen wir jedes Stativ auf und drücken kräftig auf das Stativkreuz. Der letzte Teil des Tests beschäftigt sich mit dem Funktionsumfang (25 Prozent). Hier vergleichen wir das Verhältnis von Traglast und Gewicht sowie Arbeitshöhe und Packmaß. Ist die Mittelsäule dreh- oder schwenkbar? Außerdem werfen wir einen Blick auf die Beinwinkelanschläge. Gibt es genügend Möglichkeiten, das Stativ bodennah zu platzieren? Wie sieht es mit Spikes in den Stativfüßen aus? Eine Anmerkung zu den einzelnen Steckbriefen: Die verwendeten Abkürzungen "ub*" und "sb**" stehen für "umkehrbare Mittelsäule" und "schwenkbare Mittelsäule".

Unser Test zeigt allerdings, dass auch Stative in der 1-kg-Klasse mit entsprechender Vorsicht verwendet werden können. Für die Auswahl des passenden Stativs ist es außerdem hilfreich, sich vor dem Kauf Gedanken über dessen nötige Ausstattung zu machen. Muss eine Funktion gegeben sein, das Dreibein- zu einem Einbeinstativ umfunktionieren zu können? Wie sieht es mit der Notwendigkeit um Spikes oder einer teilbaren Mittelsäule aus? Die einzelnen Qualitätskriterien eines Stativs haben wir für Sie neben den Testergebnissen in diesem Artikel auch noch einmal separat zusammengefasst.

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Stativen ist ein Reisestativ in der Regel im Set mit einem passenden Stativkopf, meist einem Kugelkopf, erhältlich. So auch bei den von uns getesteten Stativen. Die Preisspanne ist dennoch groß und beginnt in unserem Test mit rund 70 Euro bereits erfreulich niedrig. Doch gerade bei sehr günstigen Stativen ist mitunter Vorsicht geboten. Wenn Sie beispielsweise mit einer Kamera und einem Objektiv im Wert von über 800 Euro fotografieren, ist es wenig sinnvoll, auf günstigstes Zubehör zurückzugreifen. Denn bei diesen Stativen müssen Sie Kompromisse eingehen. Dass ein tolles Stativ aber nicht unbezahlbar sein muss, haben wir einmal mehr im Test erlebt. So ist der Testsieger bereits für unter 120 Euro zu haben. Top-Qualität inklusive.

Amazonbasics Reisestativ

Das Amazonbasics Reisestativ aus Carbon ist mit einem niedrigen Neupreis von nur rund 90 Euro unser erster Kandidat in diesem Vergleichstest. Es fällt durch eine schlichte, gänzlich von Markenlogos befreite Aufmachung auf. Schaumstoffgriffe der Stativbeine sucht man vergebens. Die beiliegende Tasche ist ebenso puristisch gestaltet und mit einem Handbuch und Werkzeug ausgestattet. Die Verarbeitung kann mit denen der anderen, zum Teil deutlich teureren, Stative nicht mithalten.

Kürzestes Packmaß im Testfeld

Nicht nur der Preis des Carbon-Reisestativs von Amazonbasics ist klein, auch das Packmaß setzt mit nur 31 Zentimetern ein deutliches Ausrufezeichen. Grundlage für dieses kompakte Design sind die um 180 Grad einklappbaren Stativbeine, die übrigens auch alle anderen Stative mitbringen. Die Stabilität geht in Ordnung. Wer auf der Suche nach einem möglichst günstigen Reisestativ aus Carbon ist, wird genau hier fündig.

Preis88,99 Euro
Max. Höfe/Packmaß134/31 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht3,6/1,1 kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)3,5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)3,5/5
Bewertung3,5/5

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Benro FSL09CN00

Das gut verarbeitete Benro FSL09CN00 tritt im schwarzblauen Design auf. Packmaß und Gewicht des Reisestativs aus Carbon sind in jedem Fall reisetauglich. Der Hersteller gibt eine maximale Traglast von vier Kilogramm an, die wir dem kompakten Kugelkopf auch abnehmen. Die vergleichbar kleine Schnellwechselplatte macht allerdings auch deutlich, dass sich das Stativ eher an kompakte Kameras richtet. Direkt unter der Stativplatte befindet sich eine Libelle.

Rudimentärer Kugelkopf

Der Kugelkopf ähnelt im Funktionsumfang dem des Cullmann-Stativs: Die waagerechte Panoramaachse kann leider nicht unabhängig von der sonstigen Ausrichtung eingestellt werden. Ein Pluspunkt stellt die Einbeinstativfunktion dar. Dieses eine Stativbein ist zudem mit Schaumstoff ummantelt. In Summe verpasst das Benro unser Gut-Testlogo nur um 0,5 Prozent. Der Preis liegt aktuell bei 135 Euro.

Preis132,91 Euro
Max. Höfe/Packmaß139/32 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht4/1 kg
Handhabung (30%)4/5
Verarbeitung (15%)4,5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4/5
Bewertung3,5/5

Hier geht´s direkt zum Reisestativ von Benro

Cullmann Mundo 522TC

Von Cullmann haben wir das 522TC der Reisestativserie Mundo im Testfeld. Mit einem Neupreis von 129 Euro bewegt sich das Carbonstativ im Mittelfeld. Gleiches gilt für die Leistung, die das Stativ in unserem Test zeigte. Die Schwächen offenbaren sich im Stativkopf ohne unabhängige Panoramaeinstellung (wie beim Stativ von Benro). Außerdem kommt das Stativ ohne eine Einbeinstativfunktion oder integrierte Spikes aus. Die Mittelsäule ist umkehrbar und mit einem Haken ausgestattet.

Ein Stativ, das immer im Lot steht

Dank zweier Wasserwaagen und einer Libelle gelingt die Stativausrichtung im rechten Winkel ohne Probleme. Zudem ist es gut, dass Cullmann dem Mundo 522TC eine kompakte Makrosäule beilegt, mit der bodennahe Kameraperspektiven möglich sind, ohne die Mittelsäule umkehren zu müssen (was ebenfalls möglich ist). Die Verarbeitung ist prima und die Stabilität auf Höhe des Stativs von Benro und Amazonbasics.

Preis104,59 Euro
Max. Höfe/Packmaß136/32 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht5/1 kg
Handhabung (30%)4/5
Verarbeitung (15%)5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4/5
Bewertung4/5

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Manfrotto Element Traveller

Dank eines Gewichts von 1,3 Kilogramm wiegt das große Element Traveller Carbon Kit von Manfrotto im mitgelieferten Tragebeutel nicht allzu schwer. Dennoch ist es eines der schwersten Stative im Testfeld. Gleiches gilt für das Packmaß, das mit 42 Zentimetern das größte dieses Tests ist. Das wirft das Manfrotto-Stativkit im Vergleich um ein möglichst kompaktes Packmaß nach hinten. Ein Vorteil für große Fotografen ist die mit bis zu 165 Zentimeter großzügige Arbeitshöhe.

Mit Einbeinfuntkion und Spikes

Neben dem Stativ inklusive Kugelkopf sind im Lieferumfang außerdem Spikes enthalten. Top! Die Verarbeitung ist gut und die Bedienung problemlos: Die Drehverschlüsse lassen sich bequem verstellen. Dank integriertem Einbeinstativ lässt sich das Element schnell umbauen. Auch Spikes sind vorhanden. Die Stabilität geht in Anbetracht des Gewichts voll in Ordnung. Folglich ist das Manfrotto unser Testsieger zum sehr guten Preis.

Preis115 Euro
Max. Höfe/Packmaß165/42 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht8/1,3 kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)4/5
Stabilität (30%)4,5/5
Funktionsumfang (25%)4,5/5
Bewertung4,5/5

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Sirui AM-025K + D10-K

Das AM-025K vertreibt Sirui als Teil einer exklusiven Amazon-Serie. Das Carbonstativ wird auf dem Online- Marktplatz aktuell für 162,05 Euro gehandelt. Dafür erhält der Kunde ein mangelfrei produziertes Stativ. Ebenso wie die Verarbeitung kann auch die Handhabung überzeugen. Die Stativbeine lassen sich dank der sehr ergonomisch gummierten Drehverschlüsse hervorragend bedienen. Der Stativkopf ist samt Stativplatte zwar klein, aber ebenfalls sehr gut verarbeitet.

Leichtestes Stativ im Testfeld

Mit einem Gesamtgewicht von nur 0,9 Kilogramm ist das Sirui das in diesem Testfeld leichteste Stativ. Zudem ist das Packmaß mit nur 32 Zentimetern ebenfalls kompakt. Die Stabilität ist gut, der Funktionsumfang in Ordnung. Eine Einbeinstativfunktion ist nicht vorhanden, ebenso wenig Wasserwaage und Spikes. Dafür gibt es aber dank abschraubbarer (nicht umkehrbarer) Mittelsäule eine Makrofunktion für bodennahe Aufnahmen.

Preis149,90 Euro
Max. Höfe/Packmaß140/32 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakennein/nein/ja
Tragkraft/Gewicht6/0,9 kg
Handhabung (30%)5/5
Verarbeitung (15%)5/5
Stabilität (30%)4/5
Funktionsumfang (25%)3,5/5
Bewertung4,5/5

Hier geht´s direkt zum Reisestativ von Sirui

3 Legged Thing Punks Corey + AirHed Neo

Jetzt wird’s bunt: Zwar ist das Punks Corey Reisestativ von 3 Legged Thing das teuerste Stativkit im Testfeld, allerdings mit rund 200 Euro immer noch erschwinglich. Es ist wie alle anderen Stative dieses Tests mit vier Stativbeinauszügen ausgestattet und bildet gemeinsam mit dem Modell von Kaiser Fototechnik die Allianz der Aluminiumstative in diesem Test. Dennoch muss sich das Stativ nicht vor den Modellen aus Carbon verstecken. Dank kompaktem Packmaß ist es reisetauglich.

Für hohe Traglast ausgelegt

Mit einem Gesamtgewicht von 1,5 Kilogramm ist das 3 Legged Thing schon beinahe ein Koloss in diesem Testfeld. Doch wer viel wiegt, kann auch viel tragen: Der Hersteller gibt eine maximale Traglast von 14 Kilogramm an – den vergleichbar großen Stativbeindurchmessern sei Dank. Toll ist die Einbeinstativfunktion. Zudem lassen sich die Stativfüße wechseln. Spikes sind aber nur optional erhältlich. Es ist ähnlich stabil wie das Manfrotto.

Preis199,99 Euro
Max. Höfe/Packmaß149/35 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht14/1,5 kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)4/5
Stabilität (30%)4,5/5
Funktionsumfang (25%)4/5
Bewertung4,5/5

Hier geht´s direkt zum Reisestativ von 3 Legged Thing

Tiltall 2go TE-225 

Das Tiltall 2go TE-225 von Kaiser Fototechnik überzeugt mit grandioser Handhabung. Auch die Verarbeitung des Aluminiumstativs konnte uns im Test überzeugen. Die um 180 Grad einklappbaren Stativbeine bieten mit den Drehverschlüssen einen hohen Bedienkomfort. Zusammengeklappt misst es lediglich 32 Zentimeter. Voll ausgefahren erreicht es eine Höhe von nur 129 cm, alle anderen Stative dieses Tests bieten mehr. Mit 1,3 Kilogramm ist es für lange Fototouren geeignet.

Sehr guter Stativkopf

Die umkehrbare Mittelsäule lässt sich auch beim Tiltall zweifach ausfahren. Maximale Stabilität erreicht das Stativ allerdings (wie alle weiteren Reisestative ebenfalls) mit einer möglichst niedrigen Mittelsäule. Der Stativkopf (muss separat bestellt werden) Tiltall BH-07 verspricht tolle Ergonomie. Die maximale Traglast beträgt sieben Kilogramm. Unser Fazit zum Modell von Kaiser Fototechnik: tolles Alu-Stativ!

Preis169 Euro (ohne Stativkopf)
Max. Höfe/Packmaß129/32 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht7/1,3 kg
Handhabung (30%)5/5
Verarbeitung (15%)4,5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4,5/5
Bewertung4,5/5

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Vanguard Veo 2 235CB

Das achte und letzte Stativ unseres Vergleichs stellt Fotozubehörhersteller Vanguard mit dem 235CB der Veo-2-Serie dar. Das Carbonstativ wird in perfekter Verarbeitung in einem recht dickwandigen Transportbeutel geliefert. Die fünfsegmentigen Stativbeine lassen sich problemlos ein- und ausfahren. Der Widerstand des Stativkopfes ist vergleichbar hoch eingestellt. Hier ist zum Beispiel das Tiltall-Stativ besser aufgestellt. Dennoch gut, dass an eine Panoramaskala gedacht wurde.

Inklusive Makrosäule

Die Kombination aus einem Packmaß von 33 Zentimetern und einem geringen Gewicht von nur 1,1 Kilogramm spielt Reisefotografen in die Karten. Die maximale Arbeitshöhe von 150 Zentimetern kann ebenso überzeugen wie bodennahe Perspektiven: Vanguard legt dem Stativ nämlich eine Makrosäule bei. Die Stabilität geht für ein Reisestativ voll in Ordnung. Eine Einbeinstativfunktion ist nicht vorhanden. Spikes gibt es optional.

Preis145,10 Euro
Max. Höfe/Packmaß150/33 cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht4/1,1 kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4,5/5
Bewertung4,5/5

Hier geht´s direkt zum Reisestativ von Vanguard

Alternative Empfehlung für Schnäppchenjäger

Rollei Traveler Carbon

» Von Rollei hatten wir darüber hinaus das Modell Traveler Carbon (69,99 Euro) angefragt, dessen Transportweg sich aber leider so verzögerte, dass wir es für diesen Vergleichstest nicht mehr berücksichtigen konnten. Wir haben das Stativ dennoch im Einzeltest bewertet.

Das Fotostativ Traveler Carbon überzeugt in unserem Kurztest mit tollem Ausstattungsumfang, ausreichend Stabilität und einer guten Handhabung. Das Dreibeinstativ mit je vier Stativbeinauszügen misst im Packmaß gerade einmal 38 Zentimeter Länge und wiegt 1,3 Kilogramm. Voll ausgefahren ist eine Arbeitshöhe von bis zu 148 Zentimetern möglich. Um die Stabilität zu erhöhen, lohnt es, das Stativ aber nicht komplett auszufahren–insbesondere dann, wenn eine DSLR mit klobigem Objektiv im Einsatz ist. Die maximale Traglast gibt Rollei mit acht Kilogramm an.

Die Liste der Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen: Jedes der drei Stativbeine ist mit Schaumstoff ummantelt. Ein Stativbein kann gemeinsam mit der umkehrbaren Mittelsäule zu einem Einbeinstativ umgebaut werden. Für bodennahe Perspektiven liegt eine Makrosäule bei. Die Stativfüße sind abnehmbar. Optional erhältliche Spikes (ca. 15 Euro) erhöhen die Stabilität des Carbonstativs in unbefestigtem Gelände. Die Handhabung des Dreibeiners ist gelungen. Einmal aus der mitgelieferten Tragetasche entnommen, ist das Reisestativ schnell einsatzbereit. Die Stativbeine lassen sich um 180 Grad umklappen. Die Verarbeitung bietet an einigen Stellen Potenzial für Verbesserung, ist insgesamt aber angesichts des Preises von nur rund 70 Euro gut. Wer also nach einem kompakten Carbonstativ zu einem möglichst günstigen Preis sucht, ist hier genau richtig aufgehoben. Das Traveler Carbon ist ein absoluter Preis-Leistungs-Tipp.

Hier geht´s direkt zum Reisestativ von Rollei

Qualitätskriterien für den Stativkauf

Beine aus Carbon: Werfen Sie beim Stativkauf stets einen Blick auf das verarbeitete Material. Günstige Stative sind in der Regel aus Aluminium hergestellt. Etwa dreimal leichter und weniger schwingungsanfällig sind Dreibeiner aus Carbon (Verbundwerkstoff aus Kohlefaser und Kunststoff). Die Leichtigkeit und der entsprechend resultierende höhere Tragekomfort haben allerdings auch ihren Preis. Unser Testfeld umfasst sieben Stative mit Aluminium-Verarbeitung. Dabei zeigt insbesondere das Modell von Kaiser Fototechnik, dass auch Dreibeiner aus Aluminium angenehm leicht zu transportieren sein können.

Integrierte Spikes: Damit ein Stativ auch noch auf unbefestigtem Untergrund ausreichend Stabilität erreicht, verfügen viele Dreibeiner mittlerweile über Spikes. Die können in der Regel entweder aus den Stativfüßen herausgedreht werden oder die rutschfesten Gummifüße als solche komplett ersetzen. Auch hier ist Ihr persönliches Interesse gefragt. Sind Sie viel in der Natur unterwegs, sind Spikes eine sinnvolle Investition. Wissen Sie, dass Sie ausschließlich in Städten und auf Straßen fotografieren, sind Spikes nicht zwingend nötig.

Einbeinstativ inklusive: Was bei gewöhnlichen Stativen durchaus Standard ist, findet auch bei Reisestativen Anklang: die Möglichkeit, aus einem Dreibein- ein Einbeinstativ zu gestalten. Sie sollten allerdings beachten, dass die maximale Arbeitshöhe aufgrund der kompakten Abmessungen des Reisestativs durchaus gering erscheint. Die Möglichkeit, seine Kamera auf einem Einbein abzustützen, kann dennoch eine große Unterstützung sein. Alternativ kann ein solches Einbeinstativ auf längeren Fototouren auch als Wanderstock verwendet werden.

Der Stativkopf: Ein nicht zu vernachlässigendes Ausstattungsmerkmal eines Reisestativs stellt der Stativkopf dar. Der klassische Kugelkopf hat sich als bester Kompromiss aus Funktionsumfang sowie Größe und Gewicht bewährt. Der Vorteil dieser Stativkopfart ist zweifelsohne die Schnelligkeit, mit der ein Bildausschnitt geändert werden kann. Pluspunkte bei einem Kugelkopf sind Dosenlibellen, um die Kamera waagerecht ausrichten zu können. Außerdem ist eine Friktion hilfreich, um den Reibungswiderstand an das eigene Kameraequipment anpassen zu können. Achten Sie außerdem auf die Wechselplatte.

Winkel der Stativbeine: Um die Arbeitshöhe einer Kamera auf einem Stativ variieren zu können, setzen die meisten Hersteller auf mehrere Beinanstellwinkel. Dabei gilt: Je weiter die Stativbeine auseinanderstehen, desto stabiler steht das Stativ – mit Ausnahme von Stativen, deren untere Auszüge sehr schmal und wenig stabil wirken. Die hier getesteten Reisestative verfügen größtenteils über drei Beinanstellwinkel. Das gibt Spielraum, um Kamera und Objektiv stabilisierend auf dem Stativ platzieren zu können. Dazu kommt, dass die meisten Stative eine umkehrbare Mittelsäule besitzen, mit der die Kamera kopfüber und sehr bodennah positioniert werden kann. Alternativen dazu bieten teilbare Mittelsäulen.

Der Haken am Stativ: Wie die umkehrbare oder teilbare Mittelsäule ist auch ein Haken am unteren Mittelsäulenende ein großes Kaufargument für ein Stativ. Das gilt insbesondere für die leichten Reisestative. Mit einem Haken besteht die Möglichkeit, das Eigengewicht des Stativs während des Fotografierens temporär zu vervielfachen und somit für mehr Stabilität zu sorgen. Als Gewicht eignet sich beispielsweise der Fotorucksack oder ein Beutel, der vor Ort mit Steinen o. Ä. gefüllt wird. Bei viel Wind oder kräftigem Wellengang am Strand macht diese Technik der Beschwerung besonders viel Sinn. So reduziert sich die Gefahr auf Verwacklungen.

Aluminium oder Carbon?

Gewöhnlich sind Stative aus hochwertiger Carbonverarbeitung im Direktvergleich mit selbigen Modellen aus Aluminiumverarbeitung teurer. Doch unser Test der Reisestative zeigt, dass die Frage nach dem Material keine Frage des Preises ist. Zwei der acht Stative sind aus Aluminium und in diesem Testfeld sogar die teuersten Modelle. Carbonstative werden demnach auch im Hobby- und Einsteigersegment immer gängiger und erschwinglicher. Das zeigt auch unsere Umfrage auf unserem Instagram-Kanal, bei der jeder zweite Teilnehmer angegeben hat, ein Stativ aus Carbon zu bevorzugen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist leichter, schwingungsunanfälliger und im Gegensatz zu Aluminium kälteresistent. Dennoch kann auch Aluminium überzeugen.

Schnellspann- oder Drehverschlüsse?

Bevor Sie sich für ein Stativ entscheiden, sollten Sie auch einen Blick auf den Aufbau des Stativs werfen. Prüfen Sie die Feststellelemente der Stativbeine, werden Sie höchstwahrscheinlich auf Schnellspann- oder Drehverschlüsse treffen. Beide Verschlussarten zum Einstellen der Stativbeinlänge sind berechtigterweise parallel auf dem Markt erhältlich, denn kein Verschluss ist dem jeweils anderen überlegen.

Letztlich ist es viel eher Geschmackssache, ob Sie die Stativbeine durch Aufklappen von Spannelementen oder durch Drehen an Drehverschlüssen öffnen möchten. Um Zeit zu sparen, können Sie bei beiden Verschlussarten in der Regel mehrere Verschlüsse in einer Handbewegung auf-/zuklappen oder auf-/zudrehen. In diesem Vergleichstest sind alle Reisestative mit Drehverschlüssen ausgestattet.

Fazit

Unser Test zeigt: Es lohnt sich in jedem Fall, ein kompaktes Stativ mit ins Urlaubsgepäck einzupacken – unabhängig davon, wohin die Reise geht. Mit einem Gewicht von rund einem Kilogramm inklusive Stativkopf fällt das Stativ im aufgegebenen Gepäck kaum auf. Stabilitätswunder kann man in dieser Preis- und Gewichtsklasse allerdings nicht erwarten.

Die leichten Dreibeinstative dieses Tests sollen vor allem kompakte Kameras stabilisieren. Im Zweifel lohnt es sich, die Mittelsäule nicht komplett auszufahren. Platz 1 sichert sich das große Element Traveller Carbon Kit von Manfrotto, das mit einem im Vergleich großen Packmaß von 42 Zentimetern einen Kompromiss einfordert.

Mit einem Preis von nur rund 115 Euro bietet das Stativkit allerdings ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gleich hinter dem Modell von Manfrotto komplettieren die Reisestative von Tiltall und Sirui mit jeweils gleicher Punktzahl (87 von 100) das Podium der drei besten Reisestative dieses Tests. Jedoch kann keines der Stative mit dem Kampfpreis des Rollei Travelers mithalten: unser absoluter Preis-Leistungs-Tipp!

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