Ratgeber

Porträtfotos mit Frequenztrennung retuschieren

In diesem Workshop geht es um das mächtige Werkzeug der Frequenztrennung. Mit ihm ist es ein Leichtes, Strukturen und Farbwerte getrennt voneinander in Photoshop zu bearbeiten – so geht die Porträtretusche sehr viel angenehmer von der Hand. Was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie das Ganze nun funktioniert, das erklären wir Ihnen nachfolgend in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem Artikel.

Die Grundidee zu diesem Shooting war ein kontrastreiches Schwarzweiß-Porträt anzufertigen, das die Merkmale des Models (Lippen und Augen) zur Geltung bringt. Benjamin Alexander Rick verwendet für seine Porträts eine 55mm 1,8 Festbrennweite, die in Schärfe und Bildqualität genau seinen Ansprüchen genügt. Gute Porträts zeichnen sich oft durch ihre Schlichtheit aus, weshalb wir bei unserem kleinen Fotoshooting auf übermäßiges Make-Up und Schmuck verzichtet haben.

Frequenztrennung

Die Technik der Frequenztrennung ist ein Prozess, bei dem bestimmte Bildinformationen „aufgespaltet“ werden, sodass sich Bilddetails in unterschiedlichen Bereichen unabhängig voneinander bearbeiten lassen. Dies hat für uns den Vorteil, die Poren getrennt von den Farbinformationen bearbeiten zu können. Dazu wird das Bild in zwei Ebenen, also in unterschiedliche Frequenzbereiche, aufgespalten: Einmal gibt es die obere Ebene (High Frequency), welche ausschließlich feine Strukturen wie Poren und Hautunreinheiten beinhaltet und die untere Ebene (Low Frequency), in welcher sich die Farb-und Helligkeitsinformationen befinden. Auf beiden Ebenen kann mit den richtigen Werkzeugen retuschiert werden.

Die nachträgliche Retusche durch Photoshop gibt dem Porträt den letzten Schliff. Durch die Frequenztrennung kommen wir bei unserer Bearbeitung in relativ kurzer Zeit zu tollen Ergebnissen. Das Werkzeug kann auf die verschiedensten Porträts angewendet werden. Der wichtigste Einstellungsparameter ist der Gaußsche Weichzeichner, der bei nahezu jeder Retusche seine Anwendung findet und jedem Porträt individuell angepasst werden muss. Die wichtigste Maxime der Frequenztrennung ist gleichzeitig auch ihre größte Gefahr, daher sollten Sie nicht mit den Werten übertreiben, sonst wird aus dem Model sehr schnell eine Porzellanpuppe, die jegliche Mimik verloren hat. Unser Beispielbild würde übrigens direkt direkt als JPG in Schwarzweiß fotografiert, da dem Fotografen Benjamin Alexander Rick das kamerainterne Preset der Sony-Alpha-Reihe ausgesprochen gut gefällt und die Tonung und die Schwarzwerte genau seinen Vorstellungen entsprechen. Die Werte Schärfe und Kontrast wurden beim Schwarzweiß-Preset auf das Maximum von +3 erhöht.

Das passende Material zum Workshop können Sie sich hier herunterladen.

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Schritt für Schritt: So nutzen Sie die Frequenztrennung zur Retusche

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