Wie gelingt eine Photoshop Haut-Retusche, ohne dass das Gesicht künstlich oder wächsern wirkt? In diesem Workshop zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Pickel und Unreinheiten entfernen, Hautpartien gezielt glätten und gleichzeitig die natürliche Hautstruktur bewahren.

Photoshop Haut-Retusche einfach erklärt
Ein gutes Porträt lebt von seiner Natürlichkeit. Die feine Struktur der Haut, ein lebendiger Teint und all die kleinen Details, die einen Menschen ausmachen. Genau deshalb ist die Hautretusche eine der heikelsten Disziplinen in der Bildbearbeitung. Wer zu viel glättet, lässt aus einem echten Gesicht schnell eine wächserne Maske werden. Wer zu wenig macht, wird dem eigentlichen Anspruch eines sauberen Porträts oft nicht gerecht.
Pickel und Hautunreinheiten in Photoshop entfernen
Viele greifen bei der Retusche zuallererst zum Bereichsreparatur-Pinsel und arbeiten damit Stelle für Stelle ab. Das funktioniert bei einzelnen Unreinheiten durchaus, doch sobald größere Partien betroffen sind, entstehen schnell fleckige Übergänge und unruhige Hautpartien.
Die Struktur wirkt dann verwischt und das Ergebnis alles andere als professionell. Eine gewisse Form der Hautstruktur, leichte Rötungen oder Härchen sind menschlich und machen Ihr Bild authentisch und bewahren zugleich die Persönlichkeit des Models. Auch bei einer Photoshop-Retusche sollte diese erhalten bleiben.
Im nachfolgenden Workshop zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie eine solche Retusche gelingen kann und wie Sie ein möglichst natürliches, aber dennoch sichtbares Ergebnis erzielen können.
Schritt für Schritt: Haut-Retusche
1. Grobe Unreinheiten entfernen

Duplizieren Sie zuerst das Bild (1). Nun nehmen Sie für die erste grobe Retusche und zur Entfernung der prominentesten Unreinheiten den Bereichsreparatur-Pinsel zuhilfe (2). Setzen Sie den Modus auf Inhaltsbasiert. Nun zoomen Sie in das Bild hinein und klicken nach und nach auf vereinzelte Unebenheiten.
2. Vorbereitung

Duplizieren Sie diese Ebene erneut und konvertieren Sie sie mit Rechtsklick in ein Smartobjekt (1). Dies gewährleistet, dass Sie auch nachträglich gewünschte Parameter anpassen können. Setzen Sie nun den Ebenen-Füllmodus auf Strahlendes Licht (2). Wählen Sie nun Bild > Korrekturen > Umkehren aus.
3. Filter anwenden

Über Filter > Sonstige Filter > Hochpass stellen Sie einen Wert von 12,5 px ein (1). Dieser dient dazu, um Bereiche nachträglich zu schärfen. Nun wenden Sie über Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner einen Wert von 2,2 px an (2), wodurch andere Bereiche wiederum weichgezeichnet werden.
4. Die Verlaufsüberlagerung

Jetzt ergänzen wir eine Verlaufsüberlagerung (2) über die Ebenenstile (1). Sie legt einen fließenden Farbübergang über den Inhalt einer Ebene, ohne das Originalbild oder die Form darunter zu zerstören. Über die Regler bei Mischoptionen passen Sie nun den Ebenenstil je nach Bedarf an (3).
5. Ebenen maskieren

Um nur gezielte Bereiche im Gesicht anzupassen, müssen Sie die Ebene nun über einen Klick auf Ebenenmasken (1) maskieren. Damit die Maske unsichtbar wird und Sie mit einem Pinsel im nächsten Schritt nur einzelne Bereiche retuschieren können, invertieren Sie die Maske nun mit Ctrl/Cmd+I (2).
6. Unreinheiten retuschieren

Die Maske ist nun unsichtbar und kann mit einem weißen Pinsel an gewünschten Stellen sichtbar gemacht werden. Stellen Sie sicher, dass Sie die Maske ausgewählt haben und gehen Sie mit einem weichen Pinsel über die gewünschten Stellen. Achten Sie auf ein dezentes Ergebnis, denn weniger ist zumeist mehr!
7. Camera RAW

Mit Ctrl/Cmd + Shift + alt + E kopieren Sie alles auf eine neue Ebene. Diese konvertieren Sie in ein Smartobjekt. Über Filter > Camera Raw-Filter (1) können Sie nun weitere Anpassungen vornehmen, um der Haut mehr Strahlkraft zu verleihen. Dazu passen Sie Struktur (−24), Klarheit (−35) (2) und Schärfen (53) (3) an.
8. Natürliche Struktur

Die Haut wirkt nun sehr geglättet. Für eine natürliche Hautstruktur können Sie über Filter > Schärfen > Unscharf maskieren und der Stärke 170 % (1) wieder Struktur in das Bild bringen. Maskieren Sie den Filter und invertieren Sie ihn auch. Nun können Sie mit dem Pinsel (2) gezielt Strukturen zurückbringen.

