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Ratgeber

Insekten fotografieren: So entstehen detailreiche Fotos von Libellen & Co.

Makrofotograf Alexander Tonn erklärt, wie Sie Insekten fotografieren und was für detailreiche Fotos von Libellen & Co. benötigt wird. So viel vorweg: Eine Pflanzenklemme sollten Sie auf alle Fälle in Ihre Fototasche packen.

Insekten fotografieren: bis ins kleinste Detail

In der Natur finden sich Hunderttausende faszinierende Flora- und Faunaspezies. Glücklicherweise ermöglicht die Fotografie als Medium einer sehr breiten Masse den Zugang dazu, indem wir die Aufnahmen von Fotografinnen und Fotografen aus der ganzen Welt anschauen und bewundern dürfen.

So ist es auch mit den Bildern von Alexander Tonn, die wir Ihnen in diesem Artikel zeigen möchten. Als Makrofotograf hilft er uns dabei, die Welt der kleinen Insekten im Detail zu betrachten. Genau dieser Detailreichtum fasziniert ihn sowie der Wunsch, diesen zu wiedergeben.

„Als Natur- und Makrofotograf muss man viel Geduld mitbringen“, so Alexander. „Es gibt Tage, da findet man einfach sehr wenig Insekten. Es ist sehr traurig, aber das Insektensterben macht sich auch hier sehr bemerkbar.“ Darüber hinaus sollte man ebenso sehr früh aufstehen können, die Morgenstunden sind die wichtigsten für diese Art von Fotografie.

„Ganz früh morgens befinden sich Schmetterlinge, Libellen & Co. in ihrer Starre, und man kann sie vorsichtig so positionieren, wie man es m chte, damit sie zum Beispiel vor einem ruhigen Hintergrund abgelichtet werden können“, erklärt der Makrofotograf.

„Je kälter es ist, desto mehr Zeit hat man, um sie in verschiedenen Einstellungsgrößen wie in einer Seitenansicht oder ganz nah im Porträt zu fotografieren. Bekommen die Insekten die ersten Sonnenstrahlen, werden sie aktiv und fliegen weg.“ Morgens ist das Licht auch sehr weich, was sich positiv auf die Aufnahmen auswirken kann.

Bezüglich der Jahreszeit empfiehlt Alexander die Monate von April bis Oktober auszuschöpfen. „Dabei ist der Zeitraum zwischen Mai und August der artenreichste. Diesen darf man als Makroliebhaber auf gar keinen Fall verpassen.“ Bei der Frage, wie er seine Mini-Models findet, ist Alexanders Antwort eindeutig:

„Fauna- und Pflanzenkenntnisse sind sehr wichtig, um die Insekten entsprechend auffinden zu können. Falter und Libellen haben nur einen bestimmten Lebenszyklus, somit grenzen sich die fotografischen Möglichkeiten noch weiter ein.“ Alexander besichtigt bestimmte Habitate immer im Voraus. So überprüft er nicht nur, ob die gewünschten Pflanzen und Insekten tatsächlich da sind, sondern auch wie die Licht- und Farbverhältnisse vor Ort sind.

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Die Fototechnik zur Insekten- und Makrofotografie

Für seine Makroaufnahmen verwendet Alexander das leistungsstarke Kamera-Objektiv-Set Sony Alpha 7R III und Sony FE 90mm F2.8 Macro G OSS. Mit ihrem EXMOR-R-CMOS-35-mm-Vollformatsensor mit 42,4 MP Auflösung bietet sie eine herausragende Bildqualität.

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Dazu fotografiert Alexander im RAW-Format, für die extreme Schärfe der abgelichteten Insekten benutzt er die sogenannte Focus-Stacking-Technik. Dabei werden mehrere Einzelbilder eines Objekts gemacht, indem man bei jedem weiteren Foto den Fokuspunkt manuell leicht versetzt.

„Ich arbeite im Einzelbildmodus mit Blende f/6,3 oder f/7,1“, so der Fotograf. „Hierbei wird der Schärfepunkt kontinuierlich von vorne nach hinten verlagert, je nachdem wie viele Details man scharf aufnehmen möchte. Möchte man Insekt und Pflanze scharf im Bild haben, muss man sehr viele Aufnahmen tätigen“, fügt er hinzu.

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Für ein Libellenfoto macht er zum Beispiel zwischen zehn und 30 Einzelaufnahmen. Diese werden dann per Spezial- Software (wie hier Helicon Focus Pro) übereinandergelegt (sprich: „gestackt“) und zu einem Bild mit extrem feinen und scharfen Details automatisch berechnet. Damit es keine Verschiebungen der Details bei diesem Prozess gibt, ist es essenziell, dass man vom Stativ aus und mit Fernauslöser fotografiert. So wird die Verwacklungsgefahr minimiert.

Die nötige Ausrüstung

Für detailreiche Makro-Ergebnisse braucht man spezielles Equipment. Das finden Sie in Alexanders Fototasche:

  • Die Kombi Sony Alpha 7R III und Sony FE 90mm F2.8 Macro G OSS ermöglicht die Aufnahme von hochauflösenden, scharfen Makrobildern.
  • Der Novoflex-Castle-Q-Einstellschlitten hilft bei der präzisen Scharfeinstellung in der Makrofotografie.
  • Das Sirui-ET1204-Dreibeinstativ sorgt für die stabile Positionierung der Kamera vor dem Motiv.
  • Zum Novoflex-Stangenset gehören ein Erdnagel, eine biegbare Halterung und eine Pflanzenklemme, um das Objekt da zu fotografieren, wo man möchte.

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Der Fotograf

Alexander Tonn (38) lebt in Leipzig. Seit acht Jahren fotografiert er liebend gern. Auf seinen Reisen durch die Welt hat er schnell gemerkt, dass er eine bessere Ausrüstung braucht, um seine Eindrücke im Bild festzuhalten. So war die Sony Alpha 57 seine erste Spiegelreflexkamera, heute fotografiert er mit der Sony Alpha 7R III.

Zu seinen Lieblingsfotogenres gehören die Landschafts- und Makrofotografie. Beim Thema Makro hat sich schnell eine Leidenschaft entfaltet – während er am Anfang vor allem schöne Blumen ablichtete, macht er heute extrem scharfe und detailreiche Falter- und Libellenfotos.

Instagram: @alex.tonn28

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