Ratgeber

Fotografieren lernen 2019: 5 Methoden im Überblick

Wahrscheinlich besitzen Sie ein Smartphone, mit dessen Hilfe Sie zu jeder Uhr- und Tageszeit auf sämtliche Informationen zugreifen können, die das World Wide Web zum Thema Fotografie bietet. Die gewünschten Informationen müssten demnach doch in sekundenschnelle auf Ihrem Bildschirm zu sehen sein. Einfacher gesagt als getan? Keine Sorge, wir helfen Ihnen dabei den Überblick zu bewahren. Mit den 5 vorgestellten Methoden lernen Sie das Fotografieren garantiert, auch online!

Als Anfänger muss man sich mit der Technik vertraut machen, die man beim Fotografieren verwendet. Zugegeben, für viele endet der Lernprozess, wenn sie den Auslöser gefunden haben, und sie sind zufrieden mit den Werkseinstellungen und den Bildern, die auf diese Weise entstehen. Ihnen geht es um das Festhalten von Erinnerungen und weniger um die Fotografie. Für alle anderen geht es nach der Experimentierphase mit der ersten Kamera (das kann natürlich auch das Smartphone sein) um die Grundlagen der Fotografie – das Belichtungs-Trio (Blende, Belichtungszeit, ISO), Fokusmethoden und die anderen Parameter, die innerhalb der Kamera für das gewünschte Ergebnis sorgen, und die klassischen Gestaltungsregeln.

Sobald man damit Erfahrungen gesammelt hat, kommt das Interesse an einzelnen Motiven oder weiteren Techniken, bzw. auch dem Fotografieren mit Stativ, künstlichen Lichtquellen und anderen Ausrüstungsgegenständen. Später kommt der eigene Bildstil, vielleicht das künstlerische Arbeiten. Und dabei haben wir von der Bildbearbeitung noch gar nicht gesprochen …

Wie geht man am besten vor, wenn man das Fotografieren lernen möchte?

Wissen kann man sich auf verschiedene Arten aneignen, und für jeden Lerntyp und jedes Tempo gibt es passende Angebote. Wir haben die gängigsten Methoden zusammengestellt, mit denen man das Fotografieren lernen kann:

1. Bücher

Bücher zum Thema Fotografie lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Die „Lehrbücher“ und Bildbände aller Art. 

Bei den Lehrbüchern findet sich für jeden etwas. Da gibt es Handbücher für jedes Kameramodell, die wesentlich ausführlicher und praxisorientierter durch die Möglichkeiten der Kameras führen als die Bedienungsanleitungen und sich gut lesen lassen. Von den fotografischen Grundlagen für Anfänger bis hin zu absoluten Nischenthemen findet sich für jeden das passende Buch. Oftmals reich bebildert führt es einen in die jeweilige Materie ein und bleibt geduldig neben einem liegen, während man das Geschriebene nachvollzieht und immer besser wird. 

Bildbände aller Art und vor allem natürlich jene berühmter Fotografen sind eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Man kann versuchen, die Fotografien zu lesen und auch, sie nachzuahmen und daraus neue Ideen zu entwickeln. Viele dieser Bilder kann man auch im Internet finden, aber das gedruckte Bild hat doch einen anderen Wert.

2. Das Internet und Zeitschriften

Kürzere Lesestücke, Aktuelles und jede Menge kleinere Tipps und Tricks findet man in Fachzeitschriften und natürlich im Netz. Hier wird man bei konkreten Fragen schnell fündig und erhält schnelle, kurze Impulse zur Fotografie und Bildbearbeitung. Wenn man von einem Link zum nächsten springt, kann man eine Menge Zeit verbrauchen, aber dabei auch auf ganz unerwartete Perlen stoßen, die man mit einer gezielten Suche übersehen hätte. Durch Surfen, Lesen oder Durchblättern kann man einiges an großartigen Tipps erhalten. Für Anfänger unterhaltsam, noch ergiebiger für Fortgeschrittene.

Es gibt aber auch ausführliche schriftliche Kurse, mit denen man das Fotografieren lernen kann, und ganz ausgezeichnete Blogs. Um die Videokurse geht es im nächsten Abschnitt.

Was man im Internet in unfassbarer Menge findet, sind Fotos. Je mehr Fotos man betrachtet und für sich analysiert, desto besser. Fotos sind ideale Grundlagen für neue Fotos, und nicht selten zieht man sich aus ihnen auch Tipps zur eigenen Bildbearbeitung. Das beste Beispiel ist unsere DigitalPHOTO-Lesergalerie. Lassen Sie sich inspirieren und machen Sie gleich mit! 

Online-Videos als Stream oder Download haben Videocassetten und DVDs weitgehend abgelöst. Auch hier finden sich für alle Könnensklassen und jedes Interessensgebiet die passenden Filme. YouTube ist ein unerschöpflicher Fundus – allerdings auch in allen denkbaren Qualitäten. Oft muss man sich viele Ausschnitte ansehen, ehe man wirklich fündig wird. Schnell mal durchblättern und einfach querlesen wie im Buch ist kaum möglich. Auch gibt es zu jedem Thema ein breites Angebot, die Auswahl wird einem dadurch nicht erleichtert. Wenn man aber einmal einen Anbieter mit seinem Kanal gefunden hat, der einem wirklich zusagt, oder man auf der Suche nach einer schnellen Problemlösung für beispielsweise ein Bildbearbeitungs-Problem ist, kann YouTube als kostenloses Medium einem gute Dienste leisten.

Deutlich systematischer lässt sich mit Angeboten arbeiten, die eine eigene Plattform geschaffen haben und einen durch die verschiedenen Themen leiten und lenken. Hierzu zählt vor allem FotoTV mit über 3000 Videos zur Fotografie und Bildbearbeitung, die besser strukturiert sind und von den ersten Gehversuchen der Anfänger bis zu ausgesprochenen Spezialthemen alles abdecken. Da die Videokurse gezielt produziert werden, kann man sicher sein, auch wirklich von Experten zu lernen. Die Vorteile liegen in der ständigen Verfügbarkeit, der Möglichkeit, in seinem eigenen Tempo zu arbeiten und dabei beliebig oft anzuhalten oder zu wiederholen und sowohl zuhause als auch unterwegs einfach darauf zugreifen zu können.

4. Fotoschulen und Fotoreisen

Fotoschulen findet man mittlerweile in jeder größeren Stadt. Anfänger finden dort Gleichgesinnte und fühlen sich durch die festen Termine verpflichtet, regelmäßig am Fotokurs teilzunehmen und auch die Hausaufgaben anzufertigen. Für Fortgeschrittene gibt es ein breites Angebot in Sachen Technik und Stilistik, bei dem die Dozenten und Mitlernenden als Sparringspartner dienen. Durch den persönlichen Austausch kann man gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen, oder auch einfach mal die Kameras vergleichen. Eine Stärke der Fotoschulen besteht darin, dass man sofort Feedback auf seine Bilder bekommt und normalerweise geduldig jeder Frage beantwortet wird – nach Blende und Fokusmethode ebenso wie nach Künstlern und Stilen.

Fotoreisen unter fachkundiger Leitung sind dann die „Fotoschulen auf Tour.“ Manchmal sind nur die Locations wichtig, und alles dreht sich um Reise- und Landschaftsfotografie. Andere wiederum nutzen die Reisen für Spezialthemen, wobei die Orte dann eine untergeordnete Rolle spielen – Hauptsache, man ist konzentriert für eine längere Zeit als Fotokurs zusammen und nutzt jede Gelegenheit für Input, zum Ausprobieren, zur Bildbearbeitung und zum Besprechen. 

5. Fotografie als Berufsausbildung

Die Fotografie ist ein Handwerksberuf und kann daher im Zuge einer entsprechenden Ausbildung erlernt werden.

Früher durften nur die Handwerksmeister der Fotografie ihr Gewerbe selbständig betreiben, heute gilt diese Regelung nicht mehr. Auch Autodidakten bietet sich diese Möglichkeit, und sie machen vielfältig und erfolgreich Gebrauch davon. 

Wer die Fotografie nicht (nur) als Handwerk, sondern als Kunst betreiben will, den führt der Weg in der Regel in die Hochschulen und Akademien. Dabei kann man sich rein auf die Fotografie fokussieren oder aber sich im Rahmen des klassischen Kunststudiums auf dieses Medium spezialisieren.

Eine Liste der Hochschule, die einen Studiengang nur für Fotografie anbietet, findet sich hier

Eine erweiterte Aufzählung hat DIE ZEIT zusammengestellt, allerdings bereits im Jahr 2003.

Durch die Digitalisierung haben sich natürlich Berufsbilder entwickelt, bei denen die Fotografie ein Aspekt ist, aber die Ausbildung noch weitere Felder umfasst. Auch hierüber kann man den Weg in die professionelle Fotografie finden. 

„Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die schlechten.“ Dieser Satz wird wahlweise Henri Cartier-Bresson oder Helmut Newton zugeschrieben und stammt noch aus Analogzeiten. 

Nur durch konsequentes Arbeiten bekommt man als Fotograf*in ein Gefühl für die Technik, die Motive, die eigene Bildsprache.

Von der Theorie in die Praxis

Der Austausch mit Gleichgesinnten hilft dabei in der Beurteilung der Bilder, das Einholen und Geben von Feedback schult den Blick. Hier bieten sich Fotoclubs als Ort des gemeinsamen Fotografierens an, des Austauschs und auch des Lernens. Man verrät sich seine Tipps und leiht sich untereinander auch die Kamera und das Objektiv. Für das Besprechen von Fotos und der Bildbearbeitung werden auch gerne Gruppen in den Sozialen Medien genutzt. Wie bei vielen der oben genannten Quellen auch, birgt dieses Zusammenspiel Chancen und Risiken. Viele Augenpaare sehen in einem Foto ganz unterschiedliche Dinge, und die Meinung der „Kollegen“ kann einem die eigenen Augen öffnen. Dabei muss man sich aber immer bewusst machen, dass die anderen im Zweifelsfall weniger Ahnung haben als man selbst, aber ein immenses Sendungsbewusstsein. Am einfachsten ist es dann auch, die technischen Aspekte zu kritisieren: Schiefer Horizont, stürzende Linien, Weißabgleich, Goldener Schnitt, flaue oder zu knallige Farben, übertriebenes HDR, Halos und Sensorflecken lassen sich schnell erkennen und mit vernichtenden Worten benennen, aber zwischen all den Empfehlungen, man möge doch dieses und jenes wegstempeln, wird das Herzstück des Bildes entweder völlig übersehen oder am Ende sogar zerstört: Die Bildaussage und die Emotion, die transportiert werden soll. Hierfür reicht dann eben nicht das Absuchen eines Fotos nach „Fehlern“ in wenigen Sekunden.

Wer gerade erst mit dem Fotografieren beginnt, der wird aus diesen techniklastigen Kommentaren eine Menge lernen, und der Fortgeschrittene weiß dann irgendwann hoffentlich, welches Feedback keinen weiteren Wert mehr für ihn hat und wechselt einfach seine Ratgeber und Wegbegleiter. 

Es gibt viele Arten, fotografieren zu lernen. Ob durch Lesen oder mit Videokursen ein Foto besser gelingt, ob ein Fotokurs zur Landschaftsfotografie einen inspiriert, ob man sich die Tipps zur Bildbearbeitung aus dem Internet holt oder die Grundlagen von den Freunden im Fotoclub erklärt bekommt:

Hauptsache, man erhält sich das Interesse und die Leidenschaft für die Fotografie.

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