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Ratgeber: Versicherungen für Fotografen

Digitalkamera, Objektive und etwas Zubehör, schon ist die 1.000-Euro-Grenze deutlich überschritten. Kommt es zum Schaden an der Ausrüstung, ist guter Rat teuer – außer man hat sich vorab richtig versichert. Wir haben uns einmal umgesehen und zeigen Ihnen wie Sie Ihre DSLR, Systemkamera, Objektive und Co richtig versichern und was es zu beachten gilt.

Fotografie kann schnell zum kostspieligen Hobby werden. Im Handumdrehen sind 1.000 Euro und mehr investiert. Umso ärgerlicher ist es, wenn das Objektivglas bei einem Sturz zersplittert, der Kamerabody ins Wasser fällt oder die Fototasche aus dem Auto geklaut wird. Diese Risiken kennen auch spezialisierte Versicherungsanbieter, die für Hobby- und Berufsfotografen zugeschnittene Policen bereithalten, um möglichst viele Schadensfälle abzusichern. Doch lohnt sich der Abschluss der mitunter teuren Versicherungen wirklich? Wir haben bei der Verbraucherzentrale NRW nachgefragt.

Lücken in der Police

Beachten sollte man vor Abschluss einer Versicherung den tatsächlichen Versicherungsschutz der Police, so Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale. Denn je nach Anbieter und Tarif kann dieser ganz unterschiedlich ausfallen. So deckt beispielsweise eine Versicherungspolice den sogenannten einfachen Diebstahl ab, eine andere nicht. Wird einem also etwa im Café die Fototasche geklaut, springt nicht jeder Versicherer ein. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Wasserschäden. Mal ist er versichert (z. B. Kamera fällt ins Meer), mal nicht (z. B. starker Regen bei einem Unwetter). Der Grund für die Differenzen in der Schutzleistung liegt im nicht einheitlichen Markt, so die Expertin von der Verbraucherzentrale. Jeder Anbieter kann seine Police individuell gestalten und bestimmte Schadensfälle mitversichern – oder ausklammern. Hier lohnt sich folglich die intensive Lektüre der Versicherungsleistung vor Abschluss der Police, um im Schadensfall nicht im sprichwörtlichen Regen zu stehen.

Neuwert gegen Zeitwert

Ein wichtiges Entscheidungskriterium vor Abschluss einer Sachversicherung ist die Schadensregulierung. Hier unterscheidet der Markt zwischen dem Neu- und dem Zeitwert. Vorzuziehen ist dabei generell ein Versicherung des Neuwerts. Denn nur dann erhalten Sie im Fall der Fälle die komplette Summe der geschädigten Kameraausrüstung, die Sie beim Kauf ausgegeben haben. Gerade bei Kameras ist dies ein sehr wichtiger Faktor, da sie mit der Zeit stark an Wert verlieren (Zeitwert).

Sparen mit der Hausrat?

Beim Thema Versicherungsschutz für Fotografen hört man öfter, dass auch die klassische Hausratversicherung die Fotoausrüstung sicher schützen kann. Dies stimmt jedoch nicht in aller Gänze. Denn es gibt mehrere entscheidende Unterschiede zwischen der Spezial- und der Hausratversicherung. Während die Foto-Police in der Regel den Neuwert erstattet, bekommt man von der Hausratversicherung oft nur den Zeitwert aufs Konto überwiesen. Auch der Versicherungsschutz fällt bei der Hausrat – zumindest was den Schutz der Kameraausrüstung angeht – schmaler aus. So schützt diese zwar im Urlaub das Equipment bei einem Diebstahl aus dem Hotelzimmer oder beim Einbruch ins Auto, andere Risiken wie etwa Stürze oder Wasserschäden sind hingegen nicht versichert – im Gegensatz zu den Fotoversicherungen. Hier fällt die Versicherungsschutzleistung durchweg umfangreicher aus. Ein preiswerter Ersatz für die Spezialversicherung ist die Hausrat folglich nicht.  

Schutz ab 15 Euro

Die Kosten für eine Kameraversicherung hängen von mehreren Faktoren ab: Was soll wo wogegen versichert werden? Je mehr Leistungen gebucht werden und je teurer die Ausrüstung ist, desto höher wird auch der Preis für eine Versicherung. Dank Selbstbeteiligung können Sie weniger für die Versicherung zahlen, dafür reduziert sich aber auch die höchstmögliche Versicherungsauszahlung um den Wert der Selbstbeteiligung. Bei einer rund 1.000 Euro teuren Kameraversicherung und einer Selbstbeteiligung von 250 Euro bekommen Sie also selbst bei Neuwertabdeckung nur 750 Euro ausbezahlt. Eine Kameraversicherung ohne Selbstbeteiligung ist ab rund 15 Euro im Monat zu haben. Anbieter von speziellen Fotoversicherungen finden Sie im Kasten auf der rechten Seite.

Laufzeit beachten

Grundsätzlich laufen Kameraversicherungen ein Jahr lang, bei Nichtkündigung werden sie um ein weiteres Jahr verlängert. Kurzzeitversicherungen – etwa nur für den Urlaub – werden nicht angeboten. Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert, teures Equipment dauerhaft zu versichern – nur so können Sie jederzeit sicher gehen, dass Ihre teuren Objektive und Kamerabodys umfangreich geschützt sind.

Vorsicht beim Schutzbrief

Bei großen Elektrogroßmärkten oder beim Online-Shopping werden häufig erweiterte Garantien (Schutzbriefe) samt Versicherungsschutz beim Kauf angeboten. Etwa um bei einem Diebstahl vor dem finanziellen Schaden zu schützen. Diese Zusatzleistungen sieht die Verbraucherzentrale NRW jedoch eher kritisch. Denn meist bieten diese nur einen eingeschränkten Schutz. Zudem ist nur das gekaufte Objekt (z. B. die neue Kamera) abgesichert. Hier können erneut die Fotoversicherungen punkten. So bieten in der Regel alle Anbieter die Möglichkeit, später gekaufte Ausrüstung nachträglich in die Police mit aufzunehmen. Vor Abschluss sollte man allerdings darauf achten, ob dann auch automatisch eine Prämienanpassung erfolgt. Die Versicherung von Ausrüstung ist bei vielen Versicherern zudem auch örtlich beschränkt.

Weltweiter Schutz

So werden etwa Krisenregionen oft nicht mitversichert. Klären Sie also vor dem Abschluss, ob die Versicherung auch in den von Ihnen anvisierten Reiseländern gilt. Genauso sollten Sie checken, ob auch geliehenes Equipment (z. B. 400mm-Tele für die Fotosafari) von der Versicherung abgedeckt wird. So sind Sie rundum gut geschützt.

Individuelles Angebot

Wenn Sie eine Kameraversicherung abschließen wollen, gibt es eine Reihe von Eventualitäten zu beachten. Pauschale Empfehlungen können wir Ihnen daher nicht geben – zu unterschiedlich sind die Anforderungen schon im Hinblick auf den Wert der Ausrüstung und des gewünschten Schutzes. Unser Rat: Kontaktieren Sie die Anbieter direkt und lassen Sie sich ein konkretes Angebot machen.

Schutz für Fotografen

Diese Anbieter bieten Policen zur Absicherung der Fotoausrüstung an. Alle gelten weltweit und ersetzen im Schadensfall den Neuwert der versicherten Ausrüstung:

> aktivas.de

> fotofairsicherung.de

> kameraversicherung.de

> www.poepping.de

> pundpgmbh.de

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