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Leica geht zurück in die Zukunft

Man möge uns die Überschrift an diesem Datum nachsehen, doch trifft sie genau den Punkt. Denn bisher war Sony der einzige Hersteller auf dem Markt, der sich an eine spiegellose Vollformatkamera (samt Autofokus) gewagt hat. Nun springt auch das Traditionsunternehmen aus Wetzlar mit der Leica SL auf den Zug auf - und schließt damit gleichzeitig die Lücke in Leicas Profi-Segment, die nach dem Ausstieg des Herstellers aus dem Spiegelreflexmarkt vor sechs Jahren entstanden war. Optisch und vom Namen her knüpft Leicas Neue an die analoge Leicaflex SL von 1968 an. Technisch ist die neue SL ganz weit vorn: Das elektronisch generierte Sucherbild kann schon angesehen werden, bevor der Auslöser überhaupt betätigt wird. Die Zukunft ruft - und sie ist digital.

Mit dieser Neuerscheinung möchte man in Wetzlar wieder ganz neue Maßstäbe setzen - und diesmal spiegellos. Die Leica SL wurde ganz klar für Profianwender entwickelt und die technischen Daten sind in der Tat vielversprechend. Los geht es mit dem Sucher, für den die sogenannte EyeRes-Technologie speziell entwickelt wurde. Schon die hohe Auflösung des Leica Q-Suchers begeisterte, die Leica SL toppt das Ganze mit 4,4 Millionen Pixeln. Futuristisch mutet die Latenzzeit unter der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Auges an. So kann das fertige Foto bereits betrachtet werden, bevor auf den Auflöser gedrückt wird. Der Sensor wird durch einfaches Hindurchblicken automatisch aktiviert. Dazu kommt ein 2,95 cm großes und um 170 Grad schwenkbares Touch-Display.

Schneller, weiter, höher

Der Prozessor ist ebenfalls auf Höchstleistungen getrimmt. Mit zwei GB Arbeitsspeicher sollen Serienbilder von bis zu elf Bildern pro Sekunde bei voller 24-MP-Auflösung entstehen. Wie andere hochkalibrige Profikameras bietet auch die Leica SL zwei Speicherkartenslots, einer davon UHS-II-fähig, um das parallele Abspeichern von JPEG- und DNG-Format zu ermöglichen. Optimalen Dynamikumfang soll der 24-MP CMOS-Vollformatsensor bieten und das, so Leica "unter nahezu allen Lichtbedingungen". Die technischen Daten steigen auch hier in schwindelerregende Höhen: Belichtungszeiten von 30 Minuten bis zu 1/8000 Sekunden und ISO-Werte bis 50 000 werden von Leica angekündigt. 

Profi-Videos in UHD-Qualität

Doch die Kamera soll nicht nur hochqualitative Fotos machen, sondern auch für professionelle Videos geeignet sein und das nicht nur nebenbei. "Sie erfüllt auch als vollwertige Videokamera allerhöchste Ansprüche", so der Hersteller. Videos in UHD mit 30 Bildern pro Sekunde und Cine4K mit 24 Bildern pro Sekunde sollen möglich sein. Bei Full HD-Aufnahmen kann der Sensor für bis zu 120 Bilder pro Sekunde ausgereizt werden. Fotografie- und Videomodus sind durch unterschiedlich eingeblendete Menüs auf dem Displays klar getrennt. Die Kamera verfügt über einen HDMI 1.4-Anschluss, der Videos in 4K mit 4:2:2 10 Bit ausgibt.

Ultraschall im Alugewand

So viel Technik fordert Stabilität und ein Leichtgewicht ist die SL definitiv nicht, 847 g bringt sie betriebsbereit auf die Waage. Das Vollaluminiumgehäuse soll den hohen Ansprüchen professioneller Fotoshoots standhalten können, daher wurden speziell verarbeitete Dichtungen eingebaut, um die High-End-Elektronik vor Schmutz und Wasser zu schützen. Schafft es doch ein Staubkorn auf den Sensor kann es gleich vom integrierten Ultraschallreiniger entfernt werden. Das Displayglas wurde besonders kratzfest konstruiert und hat eine Antireflexbeschichtung. Der Hersteller meint: "Diese Eigenschaften machen die Kamera zum idealen Werkzeug für den Einsatz im rauen Alltag eines professionellen Fotografen."

Zu dem neuen Leica-SL-System zählen auch eigens konzipierte Objektive, die ebenfalls neue Standards im Kleinbildformat setzen sollen. Als Standard wird das Leica Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/24-90 mm ASPH. vorgestellt. Dazu wurde für das zweite Quartal 2016 das lichtstarke Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm und für das vierte Quartal 2016 das Leica Summilux-SL 1:1,4/50 mm ASPH. angekündigt. Weitere Objektive sind in Planung, zudem stehen Fotografen des SL-System fast alle bisher erschienenen Leica-Optiken zur Verfügung. 

Preise und Verfügbarkeit

Die neue Leica SL ist ab dem 16. November für 6.900 € erhältlich. Das Leica Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/24-90 mm ASPH wird ab dem 16. November für 4.300 € im Handel erhältlich sein. Alle angegebenen Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen des Herstellers. Mehr Informationen über das neue SL-System gibt es auf www.leica-camera.com.

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