Rund 14.800 Besucher, mehr als 120 Marken und ein Wachstum von zehn Prozent: Die Imaging World 2026 zieht eine positive Bilanz. Gleichzeitig steht eine große Veränderung bevor. Ab 2027 findet die Fotomesse in Köln statt, dann unter dem neuen Namen „Imaging World inspired by photokina“.

Imaging World 2026: Erfolgreicher Abschluss in Nürnberg
Die Imaging World hat ihre zweite Ausgabe in Nürnberg mit einem Besucherplus abgeschlossen. Nach Angaben des Veranstalters Ringfoto kamen rund 14.800 Besucherinnen und Besucher zur dreitägigen Fotomesse – etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als 120 Marken und Aussteller präsentierten sich auf einer Fläche von 12.000 Quadratmetern.
Neben zahlreichen Produktneuheiten erwartete das Publikum ein umfangreiches Programm aus Workshops, Vorträgen und interaktiven Angeboten. Erstmals gehörte auch eine Multivisionsshow zum Programm. Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der TIPA World Awards.
Das ursprünglich angestrebte Ziel von 16.000 Besuchern wurde zwar verfehlt, dennoch wertet Ringfoto die Entwicklung als positives Signal für die Fotobranche. Besonders vor dem Hintergrund eines rückläufigen Kameramarktes zeigt das Besucherwachstum, dass weiterhin großes Interesse an Veranstaltungen rund um Fotografie und Videografie besteht.

Fotomarkt 2026: Wachstum bei Kompaktkameras und Action-Cams
Im Rahmen der Messe stellte Ringfoto-Geschäftsführer Thilo Röhrig auch aktuelle Zahlen zur Entwicklung des Fotomarktes vor. Demnach verzeichnete der Gesamtmarkt zwischen Januar und August 2026 laut GfK einen wertmäßigen Rückgang von 2,5 Prozent, während die verkauften Stückzahlen zunahmen.
Besonders Systemkameras, darunter vor allem Vollformatmodelle, sowie Spiegelreflexkameras entwickelten sich rückläufig. Wachstum gab es hingegen bei Kameras mit fest verbautem Objektiv. Davon profitierten sowohl hochwertige Kompaktkameras mit großen Sensoren als auch günstigere Modelle im Preisbereich zwischen 100 und 200 Euro.
Als besonders wachstumsstark erwies sich der Bereich Camcorder und Action-Cams, vor allem durch die steigende Nachfrage nach Gimbal-Produkten. Für den klassischen Fotofachhandel ergibt sich daraus allerdings eine Herausforderung: Bei führenden Herstellern aus den Bereichen Gimbal, Action-Cams und Drohnen entfallen lediglich 14 bis 33 Prozent des Umsatzes auf den Fotofachhandel.


Ringfoto setzt auf Digitalisierung und neue Geschäftsfelder
Auch die Weiterentwicklung des Fotofachhandels war Thema der Pressekonferenz. Die Ringfoto-Gruppe, die nach eigenen Angaben mehr als 900 Partner mit über 1.100 Geschäften vereint, setzt verstärkt auf automatisierte Logistik und digitale Vertriebswege.
Im Logistikzentrum in Fürth arbeitet das automatisierte Lagersystem AutoStore mit 24 Robotern und rund 30.000 Behältern. Damit lassen sich etwa 94 Prozent des Sortiments abdecken und Warenlieferungen deutlich schneller bearbeiten.
Parallel soll der Mitte 2026 gestartete Online-Marktplatz alfo.com die digitalen Angebote der angeschlossenen Fotohändler bündeln.
Kundinnen und Kunden können darüber mithilfe ihrer Postleitzahl oder ihres Standorts passende Fachgeschäfte finden. Derzeit sind rund 40 Händler angebunden. Bis Ende 2027 soll diese Zahl auf bis zu 200 steigen.
Darüber hinaus arbeitet Ringfoto an zusätzlichen Umsatzmöglichkeiten im stationären Handel. Dazu gehören ergänzende Produkte rund um das Passfotogeschäft sowie die Wiederbelebung der Kameramarke Edixa mit neuen Kompaktmodellen.
Imaging World 2027: Umzug nach Köln steht fest
Die wichtigste Ankündigung der diesjährigen Imaging World betrifft die Zukunft der Messe: Vom 24. bis 26. September 2027 findet die Veranstaltung erstmals auf dem Gelände der Koelnmesse statt. Gleichzeitig erhält sie den neuen Namen „Imaging World inspired by photokina“.
Die Koelnmesse übernimmt künftig die Rolle des Veranstalters, während Ringfoto als zentraler Partner eingebunden bleibt. Damit soll die Imaging World über ihre bisherige Bedeutung im deutschsprachigen Raum hinauswachsen und sich langfristig als europäische Plattform für Fotografie und Videografie etablieren.
Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver Frese sieht insbesondere in der internationalen Erreichbarkeit, der vorhandenen Messeinfrastruktur und dem kreativen Umfeld der Stadt wichtige Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Veranstaltung.
Das bisherige Konzept aus klassischer Produktausstellung, interaktiven Erlebnisflächen und einem umfangreichen Workshopprogramm soll dabei erhalten bleiben und gezielt ausgebaut werden.
„Inspired by photokina“: Keine Neuauflage der legendären Fotomesse
Mit dem Zusatz „inspired by photokina“ knüpft die Imaging World an die Geschichte der einst weltweit bedeutenden Fotomesse an. Die letzte photokina fand 2018 in Köln statt. Eine direkte Wiederbelebung des früheren Messeformats ist allerdings ausdrücklich nicht geplant.
Stattdessen soll die Imaging World ihren eigenständigen Charakter behalten und zugleich vom internationalen Netzwerk der Koelnmesse profitieren. Dazu gehören mehr als 100 Auslandsvertretungen und elf Tochtergesellschaften.
Für die Ausgabe 2027 werden nach Angaben der Koelnmesse rund 120 Aussteller, 15.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und 18.000 Besucher angestrebt. Damit würde die Messe sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihrer Reichweite weiter wachsen.
Zusätzlich könnten künftig Fotowalks und weitere Community-Veranstaltungen im Kölner Stadtgebiet stattfinden. Damit soll das Messeerlebnis über die Ausstellungshallen hinaus erweitert werden.
Wie geht es mit der Imaging World weiter?
Mit dem Standortwechsel nach Köln beginnt für die Imaging World eine neue Entwicklungsphase. Die Zusammenarbeit mit der Koelnmesse eröffnet insbesondere bei der internationalen Ausrichtung und der Ansprache neuer Zielgruppen zusätzliche Möglichkeiten.
Entscheidend wird sein, ob es gelingt, neben Hobbyfotografinnen und Hobbyfotografen auch professionelle Anwender, junge Kreative und weitere Unternehmen aus der Imaging-Branche stärker einzubinden.
Das konkrete Programm, die teilnehmenden Aussteller und Informationen zum Ticketverkauf für die Imaging World 2027 sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
