Bilder auswählen, bearbeiten, retuschieren und exportieren: Nach einem Shooting wartet oft noch jede Menge Arbeit. Mit dem neuen Intelligent Studio möchte Imagen AI die Postproduktion deutlich vereinfachen. KI-Profile, automatische Bildauswahl, ein integrierter Editor und ein Assistent für natürliche Sprache sollen Fotografen schneller vom Shooting zum fertigen Bild bringen.

Imagen AI: Intelligent Studio für einen flexiblen Workflow
Der klassische Workflow vieler Fotografen ist ziemlich linear: Bilder importieren, aussortieren, bearbeiten und schließlich exportieren. Imagen AI möchte diese feste Reihenfolge mit dem Intelligent Studio aufbrechen.

Culling und Bearbeitung laufen bereits während des Uploads im Hintergrund. Dadurch können erste Fotos zur Kontrolle bereitstehen, bevor das komplette Shooting verarbeitet wurde. Beim Culling kann Imagen beispielsweise automatisch das beste Foto einer Szene suchen oder die Auswahl auf eine zuvor festgelegte Anzahl von Aufnahmen reduzieren. Wer lieber selbst auswählt, kann diesen Schritt aber auch komplett überspringen.
Das Entscheidende dabei: Sie bestimmen selbst, wann Sie welche Funktion verwenden.
Der neue Editor: komplette Bildbearbeitung direkt in Imagen
Eine der größten Neuerungen ist der vollständig in Imagen integrierte manuelle Editor. Damit können RAW- und JPEG-Aufnahmen direkt innerhalb der Plattform bearbeitet werden, ohne für manuelle Korrekturen zunächst in eine andere Bildbearbeitung wechseln zu müssen.
Und der Funktionsumfang geht deutlich über grundlegende Helligkeitskorrekturen hinaus.
- Grundeinstellungen für Weißabgleich, Belichtung, Kontrast, Lichter, Tiefen, Textur, Klarheit, Dynamik und Sättigung
- Gradationskurven inklusive RGB-Kurven und parametrischer Bearbeitung
- HSL- und Punktfarbwerkzeuge zur gezielten Farbkorrektur
- Color Grading für Schatten, Mitteltöne und Lichter
- Schärfung und Rauschreduzierung
- Objektivkorrekturen für Verzeichnung, Vignettierung und chromatische Aberrationen
- Geometrie- und Perspektivkorrekturen
- Vignette und Filmkorn
- Kalibrierung, Zuschnitt und Ausrichtung
Darüber hinaus können Sie manuelle Masken zeichnen oder von Imagens KI erzeugte Masken nachträglich verändern. Wiederkehrende Einstellungen lassen sich als Preset speichern.
Damit kann ein Projekt auf Wunsch vom Ausgangsmaterial bis zum fertigen Export innerhalb von Imagen bleiben.
Imagen Assistant: ein Satz statt vieler Klicks
Besonders spannend ist der neue Assistant. Statt jeden Arbeitsschritt einzeln über Menüs und Regler auszuführen, können Sie Imagen in natürlicher Sprache mitteilen, was passieren soll.

Der Assistent kann dabei mehrere Schritte mit einer einzigen Anweisung verbinden. Imagen nennt beispielsweise Anweisungen wie alle mit einem bestimmten Objektiv aufgenommenen Bilder wärmer abzustimmen, den Look eines Fotos auf eine komplette Serie zu übertragen oder von ausgewählten Bildern zusätzliche Schwarz-Weiß-Versionen zu erstellen.
Dabei kann der Assistant auch Metadaten wie Kamera, Objektiv, ISO und Aufnahmezeit berücksichtigen. Ebenso versteht er bereits vergebene Sterne, Markierungen und Farblabel.
Besonders praktisch für größere Serien: Korrigieren Sie beispielsweise ein einzelnes Foto manuell, kann der Assistant diese konkrete Korrektur auf weitere Aufnahmen übertragen. Dabei wird nicht einfach ein identischer Endwert auf sämtliche Fotos kopiert. Jedes Bild behält seinen individuellen Ausgangspunkt und erhält die entsprechende Korrektur.
KI-Filter: die richtigen Bilder in Sekunden finden
Nach einer Hochzeit oder einem anderen umfangreichen Shooting können schnell Tausende Aufnahmen zusammenkommen. Die AI Filters sollen dabei helfen, genau die gesuchten Fotos ohne manuelles Verschlagworten herauszufiltern.

Imagen kann Aufnahmen anhand von Personen oder bestimmten Momenten anzeigen. Bei Hochzeiten können beispielsweise Zeremonie, Empfang oder Porträts unterschieden werden. Zusätzlich erkennt die Software visuelle Kriterien wie geschlossene Augen, unscharfe beziehungsweise nicht korrekt fokussierte Bilder oder Unterbelichtung. Klassische Filter wie Sterne, Farblabel und verwendete Kamera stehen ebenfalls zur Verfügung.
Imagen spricht davon, eine Galerie, deren manuelle Durchsicht zuvor eine Stunde benötigt hätte, innerhalb von Sekunden auf die entscheidenden Aufnahmen eingrenzen zu können.
Eine Einschränkung gibt es derzeit allerdings: Die automatische Szenenerkennung ist zunächst auf typische Momente eines Hochzeitstages ausgelegt. Weitere Shooting-Arten sollen folgen.
AI Profile: Ihr Stil wird zum persönlichen KI-Profil
Das Herzstück von Imagen bleibt das AI Profile System. Die Idee dahinter: Die KI soll Fotografen keinen beliebigen Standardlook aufzwingen, sondern lernen, wie sie ihre eigenen Bilder bearbeiten.
Dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Sie können ein persönliches AI Profile anhand bereits bearbeiteter eigener Fotos trainieren, mit einem fertigen Profil eines Fotografen beziehungsweise eines bestimmten Genres beginnen oder sogar ein vorhandenes Lightroom-Preset importieren und daraus ein Profil erstellen.

Auch ein zunächst vorgefertigtes Profil kann sich mit zunehmender Nutzung zu einem persönlichen AI Profile entwickeln. Innerhalb eines Projekts lassen sich Profile außerdem vergleichen und wechseln oder gezielt nur auf bestimmte Fotos anwenden.
Imagen verfolgt damit einen personalisierten Ansatz: Die KI soll sich mit der Zeit an Ihre Arbeitsweise anpassen. Das neue Editor-Modell soll dazu auch aus Bearbeitungen lernen, die direkt innerhalb von Imagen vorgenommen werden.
Adobe Lightroom weiterhin nutzbar
Wenn Sie bislang mit Adobe Lightroom arbeiten, müssen Sie Ihren bestehenden Workflow nicht aufgeben. Lightroom bleibt laut Imagen vollständig unterstützt.
Bearbeitungen aus AI Profiles und Imagens KI-Werkzeugen können als XMP-Dateien für Lightroom Classic, Bridge, Photoshop oder Camera Raw ausgegeben werden. Eine wichtige Besonderheit: Manuelle Änderungen, die direkt mit dem neuen Imagen Editor vorgenommen wurden, verbleiben derzeit in Imagen und werden nicht über diesen XMP-Workflow übertragen.
Unterstützt werden JPEG-, TIFF- und RAW-Dateien. Beim Export stehen JPEG, PNG und TIFF sowie die Farbräume sRGB, AdobeRGB und ProPhoto RGB zur Auswahl.

Microretouching: kleine Korrekturen, große Wirkung
Neben Auswahl und klassischer Bildbearbeitung unterstützt Imagen Fotografen auch bei Retuschearbeiten. Microretouching soll kleine Korrekturen automatisch erledigen und damit einen weiteren zeitintensiven Bestandteil der Postproduktion beschleunigen.
Das passt zum grundsätzlichen Konzept des Intelligent Studio: möglichst viele Aufgaben, die nach einem Shooting anfallen, innerhalb eines zusammenhängenden Workflows abzudecken – von Culling und Bearbeitung über Retusche bis zur Ausgabe der fertigen Bilder. Weitere Informationen zu Imagen AI finden Sie hier.

Imagen AI Preise: Erst beim Export bezahlen
Mit Intelligent Studio verändert Imagen auch das Abrechnungsmodell für Pay-as-you-go-Kunden. Statt einzelne KI-Aktionen während der Bearbeitung abzurechnen, fallen Kosten nun für die Bilder an, die am Ende tatsächlich exportiert werden. Sie können Ihre Aufnahmen also bearbeiten und verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, bevor Sie sich für den Export entscheiden.
Imagen bietet zwei Tarifmodelle an: Pay-as-you-go beginnt laut Hersteller bei einem monatlichen Mindestbetrag von 7 US-Dollar zuzüglich nutzungsabhängiger Kosten. Daneben gibt es mit Limitless einen Tarif mit monatlicher Pauschale.
Imagen AI kostenlos testen
Wenn Sie Imagen selbst ausprobieren möchten, können Sie die Plattform zunächst kostenlos mit 1.500 KI-Bearbeitungen testen. Eine Kreditkarte ist dafür nicht erforderlich. So können Sie Intelligent Studio mit Ihrem eigenen Bildmaterial ausprobieren und herausfinden, wie sich die KI-Funktionen in Ihren persönlichen Foto-Workflow integrieren lassen.


Ab wann ist Imagen Intelligent Studio verfügbar?
Der Rollout von Imagen Intelligent Studio beginnt ab sofort und erfolgt schrittweise für bestehende Kunden. Das Intelligent Studio wird direkt Bestandteil des bisherigen Imagen-Produkts. Ein separater Download oder eine erneute Registrierung ist für bestehende Nutzer laut Hersteller nicht erforderlich.
