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Foto-Basics: spannende Überbelichtungen

Im klassischen Regelwerk der Fotografie stellen Unter beziehungsweise Überbelichtungen Bildfehler dar. Erfahrene Fotografen wissen es jedoch besser und verwenden das Überbelichten als Gestaltungsmerkmal. Wir erklären Einsteigern, warum sie früh beginnen sollten, gängige Belichtungsregeln zu brechen.

Um das Thema der richtigen Belichtung schwirren viele Mysterien. Als Einsteiger wird man an jeder Front verwirrt. Das größte Problem ist die Sprache selbst. Viele Fotografen denken, dass wenn man ein Bild belichtet, es richtig oder falsch geben würde. Dies zeigt sich bereits in der Wortwahl: Es gibt unter Fotografen die Begriffe “überbelichtet” sowie “unterbelichtet”. Es könnte ja auch schlicht “hell” oder “dunkel” lauten. Die Verwendung von “über” beziehungsweise “unter” suggeriert uns, dass beispielsweise ein überbelichtetes Foto zu viel und folglich nicht korrekt belichtet ist. Das zeigt Vieles!

Die geniale Ästhetik von Überbelichtungen

Und dann gibt es noch Warnfunktionen, falls zu viel Licht auf den Kamerasensor fällt. Hier werden entweder “ausgefressene” Bildstellen (also überbelichtete Partien, die reines Weiß enthalten) markiert. Alternativ warnt die Kamera auch durch das Histogramm vor über- bzw. unterbelichteten Stellen: Eine Überbelichtung äußert sich dann durch eine steil nach rechts geneigte Kurve im Diagramm. Aber was ist, wenn das Bild so hell nun mal am besten aussieht? Deutlich wird das an den folgenden beiden Beispielbildern.

Natürlich könnte man die beiden Motive auf einige Blenden weniger belichten. Jedoch würde dann der Reiz dieser stimmungsvollen Aufnahmen verschwinden.

Regeln sind da, um gebrochen zu werden!

Fotografie ist Stimmung und die Kunst mehr aus den Bildern zu machen, als die Regeln es vorschreiben. Wenn Sie als Fotograf nun einmal ein helles Bild haben möchten, dann sollten Sie sich von der Wortwahl “Überbelichtung” nicht in die Irre führen lassen. Die Kamera könnte ein solch kreatives Bild niemals im Automatik-Modus herstellen, da dieser versuchen würde den vermeintlichen Bildfehler auszugleichen. Die Kamera erzeugt immer ein 18%-Neutralgrau. Darüber hinaus lässt die Automatik keinen Gestaltungsspielraum. Die Kamera hat eben nur ein “Auge” aber kein menschliches Gehirn. In der Fotografie gilt jedoch: Es zählen keine mathematischen Tabellen, sondern die Ästhetik Ihrer Aufnahme.

Mehr hilfreiche Tipps liefert Martin Krolop in seinem YouTube-Crashkurs für Einsteigerinnen und Einsteiger. Hier gelangen Sie zum Video:

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