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Foto-Basics: RAW und JPG einfach erklärt

“Ich bereue in meiner Laufbahn als Fotografin nur eine Sache: dass ich nicht früher begonnen habe, in RAW zu fotografieren.” Über diesen oder ähnliche Sätze stolpern wir häufig in Fotografie-Foren im Internet. Für Foto-Einsteigerinnen und -Einsteiger ist es deshalb besonders wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema RAW auseinanderzusetzen. Wir verraten mehr.

Zu oft wird die Belichtung nachträglich in einer digitalen Dunkelkammer (Photoshop) festgelegt und nicht beim eigentlichen Fotografieren selbst. Oftmals hört man hierbei die Ausrede, man könne nicht nur mit mehr Ruhe vorgehen, sondern das Bild könne zudem im Nachhinein genauer und damit besser belichtet werden. Diese Denkweise kommt allerdings noch aus Urzeiten der Fotografie. Heutzutage ist diese Herangehensweise im Hinblick auf die mit dem Sucher verbauten organischen LED-Displays nicht zu empfehlen. Diese können nämlich mit ihren Megapixelauflösungen das Bild besser darstellen als so manches Handy, mancher Computer oder die meisten Fernseher. Klären wir zuerst einmal was JPG und RAW bedeutet, bevor wir über deren Einsatz sprechen.

Der Sensor ist wie unser Auge

Ein Sensor sieht nicht alle Farben sondern errechnet sich die meisten - genau wie das menschliche Augen mit seinen Stäbchen und Zäpfchen. Dort wird das Bild auch über Helligkeits- und Farbinformationen vom Gehirn errechnet.

Wenn man sich einen solchen Sensor genauer anguckt, (hier sehen Sie das sogenannte Bayer Pattern) dann sieht man, dass die Farben nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern dass gewisse Farben häufiger vorkommen als andere. Zudem sind dort nur drei Farben aufgeführt. Da fragt man sich logischerweise, wie ein Sensor überhaupt Gelb sehen kann. Die Antwort ist simpel: Je nachdem wie sich die Farben mischen, ergeben sich alle anderen Farben des Regenbogens. Gelb ist z.B. Rot und Grün zusammen. Mit diesen drei Farbinformationen, können alle anderen Farben generiert werden.

Von den Rohdaten zum Foto

Der Sensor produziert eigentlich noch gar kein sichtbares Foto sondern erst der Bildprozessor. Der Bildprozessor ist quasi der Computer der Kamera. Er erzeugt das normale Foto, wie wir es kennen. Die Daten direkt vom Sensor nennt man daher auch RAW-Daten. RAW-Daten sind eigentlich noch gar keine Fotos. Diese Rohdaten benötigen erst eine spezielle Software, um das Bild überhaupt zu sehen bzw. zu drucken oder zu versenden. Um zu vermeiden, dass man immer und ständig eine extra Software braucht, nur um das gerade aufgenommene Foto anzuschauen, kann die Kamera die Fotos auch in einem anderen Dateiformat abspeichern und anzeigen. JPG ist ein von der Kamera digital entwickeltes Fotoformat. Warum also in RAW fotografieren?

Vorteile von RAW

Wie unterscheiden sich nun RAW- und JPG-Formate? Der große Unterschied ist die Möglichkeit, nachträglich Bilder zu verändern. So können beispielsweise sehr helle oder dunkle Stellen im Bild besser in der RAW-Version verändert werden. Details, die in den Höhen oder Tiefen des Bildes verloren geglaubt scheinen, können im RAW-Format mit viel höherer Wahrscheinlichkeit zurückgeholt werden. Die Lichtverhältnisse und Tonwerte können also durch die Bearbeitung der Ausgangsdaten (RAW) besser optimiert und nach Belieben angepasst werden. Ein JPG-Format hingegen, stellt schon eine fertiggestellte Interpretation dieser Bilddaten dar, die im Nachhinein nicht mehr verändert werden kann. Diese Festlegung sorgt zwar für eine geringere Datenmenge und damit mehr Speicherplatz auf der Festplatte, jedoch geht mit der Nachbearbeitung einer JPG-Datei ein Qualitätsverlust des Bildes einher. Martin Krolop hat in seinem YouTube-Crashkurs für Einsteigerinnen und Einsteiger diese Basics noch einmal veranschaulicht:

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