Der große Vergleich: Nikon D600 vs. SONY SLT-A99

VOLLFORMAT-RIVALEN: Nikon D600 im Test

29.10.2012, 16:06 Uhr

Nikon D600 vs. Sony SLT-A99 | Zwei Vollformat-DSLRs, zwei 24 Megapixel Sensoren, zwei Tester. Lesen Sie hier, wie die neue Vollformat-Kamera Nikon D600 gegen die Sony SLT-A99 abschneidet. Während die angekündigte Canon EOS 6D auf sich warten lässt, nehmen unsere Redakteure Daniel Albrecht und Benjamin Lorenz schon mal ihre schärfsten Konkurrenten in die Mangel.
Mehr Informationen zur Nikon D600 finden Sie hier.

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Es sind zwei ungleiche Kameras, die hier im DigitalPHOTO-Duell aufeinandertreffen. Die Sony SLT-A99 kommt als robuste Profi-Kamera daher, mit großem Griff und vielen technischen Highlights. Die Nikon D600 spielt hingegen in der Liga der Semiprofis, mit zierlichem Body und herausfordernden Features. Was beide eint, ist ihr großer, 24 Megapixel auflösender Vollformatsensor – und die Tatsache, dass beide zu den aktuell heißesten SLR-Modellen im Handel zählen. Das bewies das Duo auch in unserem Testlabor, wo es sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte.

SLT-A99 mit OLED-Sucher

Mit der Alpha 99 hat Sony endlich seine lang erwartete Profi -SLT ins Rennen geschickt. Es ist die erste digitale Vollformatkamera mit einem starren, teildurchlässigen Spiegel, was zugleich den größten Unterschied zur D600 darstellt: Das Sucherbild wird elektronisch erzeugt und nicht wie bei herkömmlichen Spiegelreflexkameras auf optischem Wege dargestellt. Der Vorteil des Electronic View Finders (EVF) ist, dass er das Motiv über ein sehr fein auflösendes OLED-Display mit 2.360.000 Bildpunkten so darstellt, wie die Kamera es sieht. Bereits vor der Aufnahme lässt sich daher feststellen, ob die gewählte Belichtung oder der Weißabgleich korrekt gewählt sind. Etwas störend ist hingegen das leichte Ruckeln des Sucherbildes, das wir bei Schwenks unter schlechten Lichtbedingungen feststellten. Prinzipiell läst sich aber festhalten, dass die Technologie inzwischen so ausgereift ist, dass der Unterschied für den durchschnittlichen Fotografen in 95 Prozent der Fälle kaum mehr von Relevanz ist. Der zweite markante Unterschied zur D600 ist der schwenkbare 3-Wege-Monitor der SLTA99.

Er ist mit 7,5 cm (3 Zoll) etwas kleiner als der 8cm (3,2 Zoll) große, starr verbaute Monitor der D600, verfügt jedoch über die WhiteMagic-Technologie. Die 921.000 RGB-Bildpunkte werden dabei durch 307.000 weiße Bildpunkte ergänzt. Das Monitorbild wird dadurch heller und lässt sich auch bei starker Sonneneinstrahlung sehr gut ablesen.
Das sehr griffige Gehäuse der SLT-A99 ist etwa 30 Gramm leichter als die 760 g schwere Nikon D600. Da die Sony keinen Aufklappblitz besitzt, ist das Magnesium-Chassis im oberen Bereich stärker ausgeprägt, wodurch sie robuster erscheint. In Sachen Stabilität sind die Kameras jedoch in etwa gleich auf; zudem sind beide Modelle gegen das Eindringen von Spritzwasser und Staub abgedichtet. Die Bedienung der rückseitigen Knöpfe erfolgt bei der Sony fast ausschließlich über den rechten Daumen, bei der D600 erreicht der Fotograf die links neben dem Monitor positionierten Knöpfe für Weißabgleich (WA), ISO-Empfindlichkeit und Bildqualität nur mit dem linken Daumen. Beides hat seine Vor- und Nachteile, wobei uns die Bedienung der A99, inklusive der WA- und ISO-Tasten auf der Oberseite, profitauglicher erscheint.

Starke innere Werte
Nicht nur äußerlich machen Sony SLT-A99 und Nikon D600 eine überzeugende Figur. Auch
die inneren Werte können sich laut Testergebnis sehen lassen, wobei die Nikon in allen Messungen
deutlich schneller ist:

  • EINSCHALTZEIT: Nikon 0,1 Sek. | Sony 0,8 Sek.
  • BILDFOLGE: Nikon 0,65 Sek. | Sony 0,92 Sek.
  • BILDER/S: Nikon 8,0 fps | Sony 5,3 fps

Weniger deutlich fällt der Unterschied in der Messung der Bildqualität aus. Bei ISO50 erreicht die Nikon D600 (1721,03 Lp/Ph) eine etwas bessere Auflösungsleistung als die Sony SLT-A99 (1662,60 Lp/Ph). Zieht man die restlichen Faktoren der Bildqualität wie Rauschverhalten und Dynamikumfang hinzu, behauptet sich die Sony allerdings mit knappem Vorsprung:

  • BILDQUALITÄT Nikon 87,64 % | Sony 88,70 %

In der Bestenliste erreichen die beiden Vollformat-Kameras damit Plätze unmittelbar hinter anderen Profi -Modellen. In der Praxis spielen diese feinen Unterschiede in der Bildqualität in
99 Prozent der Fälle aber keine Rolle.



FAZIT:
Nikon oder Sony? Für einen Großteil der DSLR-Fotografen wird sich diese Frage nicht stellen, da sie bereits mit dem einen oder anderen System fotografieren – und
ein kompletter Umstieg recht teuer käme. Interessanter ist daher die Frage, ob der Aufstieg in die kostspielige Vollformat-Fotografie mit den getesteten Modellen attraktiv ist. Im Fall der Sony SLT-A99 ist die Lage klar: Es gibt keine Alternative. Bei Nikon ist es schwieriger: Die Pro-SLR D800 (36 MP) ist im Handel nur etwa 500 Euro teurer, bietet aber deutlich mehr.

Technische Daten

  • Kamera: NIKON D600
  • Typ: DSLR
  • Preis (UVP): 2.149 €
  • Zielgruppe: Fortgeschrittene/Pro
  • Sensor: FX CMOS-Sensor (35,9 x 24,0 mm)
  • Auflösung (max): 6016 x 4016 - 24,3 MP
  • Verschlusszeit: 1/4000 - 30s - Bulb unbegrenzt
  • Empfindlichkeit: ISO 100-6400 (50/25.600)
  • Sucher: Spiegelreflex-Pentaprisma; 100%
  • Monitor: 3,2'' - 921.000 Bildpunkte/TFT-LCD
  • Größe (B x H x T): 141 x 113 x 82 mm
  • Gewicht: 760 g

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