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Perfekte Bildbearbeitung: 10 RAW-Konverter im Vergleich

RAW-Softwares im Test | Wer seine Bilder optimal nachbearbeiten will, kommt um das RAW-Format und die passende Software nicht herum. Trotz immer besserer Kameratechnik für wirklich hervorragende Fotos führt an der „digitalen Dunkelkammer“ kein Weg vorbei. Wir zeigen Ihnen zehn aktuelle RAW-Editoren im Vergleich und präsentieren Pro und Kontra der jeweiligen Programme.

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Die getesteten Fotosoftwares finden Sie in der Galerie (s. oben) oder hier im Überblick:

Die Fotonachbearbeitung ist für Einsteiger wie Profis essenziell. Wir haben in diesem Vergleich zehn aktuelle RAW-Editoren miteinander verglichen und stellen Ihnen die jeweiligen Vor- und Nachteile vor. Warum es Sinn macht, Bilder in RAW zu fotografieren und im Anschluss den Umweg über eine RAW-Bearbeitung zu gehen, liegt auf der Hand: Das kameraspezifische Dateiformat speichert deutlich mehr Informationen als ein JPEG-Bild. Denn beim JPEG hat die Kamera selbst schon eine Menge Bearbeitungen vorgenommen, zudem fehlen Farb- und Bildinformationen. Grundsätzlich kann jedes der getesteten Programme trotzdem mit JPEG- oder TIFF-Bildern umgehen, mit Einschränkungen in den Korrekturmöglichkeiten.

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Viele Wege zum perfekten Bild?

Eines sei vorneweg verraten: Mit allen hier vorgestellten Programmen erhalten Sie durchweg gute Bildergebnisse. Die Unterschiede liegen jeweils im Detail. DxO Photo Lab bietet beispielsweise eine exzellente Entrauschen-Funktion, Lightroom liefert ein App-übergreifendes Online-Konzept und Alienskin Exposure überrascht mit einem umfangreichen Kreativpaket. Die Wege zum fertigen Top-Motiv sind natürlich in jedem Programm etwas anders, hier kommt es auf die persönlichen Vorlieben an.

RAW: Volle Pixelnutzung

Dank RAW-Software bieten sich in der Fotonachbearbeitung ungeahnte Möglichkeiten. Wird z. B. der Himmel als weiße Fläche abgebildet, zaubert eine entsprechende RAW-Korrektur wieder Farben ins Bild. Auch ursprünglich zu dunkle Bereiche erhalten plötzlich wieder Zeichnung und Struktur. Im Gegensatz zum JPEG-Format hat man mit RAW deutlich mehr Optimierungsspielraum, da in diesem Datenformat keine Komprimierung durchgeführt wird und auch das Bild selbst weitestgehend unangetastet bleibt. Wir haben uns verschiedene RAW-Softwares genauer angesehen – im Test setzen alle Programme auf ein ähnliches Bedienkonzept: Die Korrektur erfolgt immer durch zahlreiche Schieberegler. Wirkliche Ausreißer leistet sich kaum eine Software im Test, allerdings sind die Wege zum perfekten Bild doch ausgesprochen unterschiedlich. Gewohnt souverän liefern die zwei Adobe-Produkte sowie Capture One Pro optimale Bildergebnisse. Doch auch Newcomer wie Luminar oder Photo RAW 2018 spielen in Sachen Bildkorrektur ganz vorne mit.

Alles Lightroom?

Wer kopiert hier eigentlich von wem? Der Klick durch die einzelnen RAW-Programme gestaltet sich ziemlich unspektakulär – der Aufbau ist fast überall identisch, bis hin zur Beschriftung der Schieberegler. Man kopiert sich gegenseitig. So hat etwa Lightroom vor zwei Jahren einen Klarheit-Regler eingeführt, heute findet sich dieser plötzlich auch beim Mitbewerber. Einen Vorteil hat es: Kennt man eine Software, kennt man alle. Einen erfrischend anderen Weg geht Silkypix – hier wird seit vielen Jahren der eigene Korrekturablauf konsequent durchgezogen, der im Endeffekt ebenfalls zu guten Ergebnissen führt. Auch Capture One, Rawtherapee und Darktable scheren aus dem „Schiebereglereinheitsbrei“ aus. Insgesamt fällt, sollte man von anderer Software umsteigen, der Einstieg dann allerdings etwas schwerer.

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Unterschiede im Detail

Bei genauerem Hinsehen hat fast jede RAW-Software seine besondere Spezialität an Bord. In den Detailkorrekturen bietet DxO mit der Prime-Rauschreduzierung ein Werkzeug, um selbst aus ISO-Werten jenseits der 16.000 noch brauchbare Bilder zu erhalten. Bei Luminar kann gleich mit drei verschiedenen Werkzeugen nachgeschärft werden. Als einziges Programm im Test bietet Capture One die Möglichkeit, direkt von der Kamera in die Software zu fotografieren. Das ist bei Shootings praktisch, zudem wird der Bildschirm damit zum übergroßen Live-View. Lightroom CC bietet dank passender Mobil-App eine nahtlose Anbindung an iPad und iPhone nicht nur für mobile Fotografen. 

Alle Bilder gut verwaltet

Neben der Bildkorrektur bieten viele Anwendungen im Test auch eine Fotoverwaltung an. Gerade bei großen Bilddatenbeständen ist dies unabdingbar und sorgt für mehr Überblick. Lightroom Classic hat hier die umfangreichste Katalogfunktion am Start. Doch auch Capture One, PhotoLab, Luminar oder Photo RAW bieten hier gute Funktionalität. Komplett auf einen Fotobrowser muss man lediglich bei Affinity verzichten.

Und was ist mit Camera RAW?

Viele Bildbearbeitungsprogramme können Dateien im RAW-Format öffnen und haben hierzu einen kleineren RAW-Editor integriert. Als Klassiker zu nennen sind hier beispielsweise Photoshop und Photoshop Elements, die mit Camera RAW eine abgespeckte Version von Lightroom Classic auf Basis derselben Konverter-Engine mit an Bord haben. Grundsätzlich kann man auch mit diesem Modul eine Vielzahl an Korrekturen durchführen, allerdings längst nicht so komfortabel wie mit der großen Schwester-Software, die beispielsweise das Übertragen von Korrekturen per Klick ermöglicht oder ausgefeilte Stapelverarbeitungen mit integriert hat. Für gelegentliche RAW-Korrekturen ist Camera RAW, wenn man Photoshop schon besitzt, aber ausreichend. Für größere Bildmengen sollten Sie sich jedoch lieber einen unserer zehn Testkandidaten genauer anschauen.

Gratis-Tools und Testsieger

Mit Rawtherapee und Darktable sind gleich zwei Gratisprogramme im Test vertreten. Und beide Kandidaten liefern überraschend gute Korrekturergebnisse und stehen im Funktionsumfang den kostenpflichtigen Progammen in nichts nach. Wäre die Benutzerführung mehr auf den Normalanwender ausgerichtet, hätten sowohl Darktable als auch Rawtherapee eine bessere Bewertung erhalten. Hier steckt noch jede Menge Potenzial. Insgesamt gab sich im Test keines der RAW-Programme eine Blöße, und so können sämtliche Kandidaten mindestens unser Testlogo „GUT“ einfahren. Als Anwender kommt man nicht umhin, sich zwei bis drei Favoriten herauszusuchen und diese selbst auszuprobieren. Dank kostenfreien Testversionen ist das bei allen hier vorgestellten Programmen problemlos möglich. Bei uns geht Skylum Luminar hauchdünn als Testsieger hervor. Ausschlaggebend waren dabei vor allem die vielen intelligenten Korrekturen. Dicht dahinter: der Allrounder Adobe Lightroom.

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