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Test

HDR-Software Test: Belichtungsreihen mit Aurora HDR, HDR Projects & weiteren

Bilder mit Ultrakontrast und teils surrealer Bildwirkung – das war HDR vor einigen Jahren. Mittlerweile hat sich der Trend deutlich beruhigt, trotzdem hat das Zusammenfügen einer Belichtungsreihe nicht an Faszination verloren. Wir zeigen, was aktuelle HDR-Softwares leisten.

HDR-Softwares im Test

Ausgebrannte Lichter sind bei HDR-Fotos (engl. high dynamic range) ebenso wenig vorhanden wie geschwärzte Schattenbereiche. Das Geheimnis liegt im Zusammenrechnen einer Belichtungsreihe. Dafür fotografieren Sie ein Motiv mehrfach und verändern zwischen den Aufnahmen die Belichtungszeit.

Die HDR-Software hat anschließend die Aufgabe, aus dieser Reihe die besten Bildbereiche herauszufiltern und zu einem perfekten Motiv zusammenzuführen. Das ist beispielsweise für Nachtaufnahmen reizvoll, um stimmungsvolle Lichter zu erzeugen, zusätzlich aber auch die Umgebung sichtbar abzubilden. Folgende HDR-Softwares haben wir für Sie getestet: 

Belichtungsreihen: viel hilft viel?

Theoretisch können alle Programme im Test eine Belichtungsreihe mit zehn oder mehr Bildern zusammenfügen. In der Praxis ist das aber wenig sinnvoll – allein wegen des Risikos einer Unschärfe. Tatsächlich ist zwischen der klassischen HDR-Belichtungsreihe mit drei Fotos und einer Serie mit mehreren, feiner abgestuften Blendenschritte kein Unterschied zu sehen.

Auch mit Einzelbildern gelingt HDR erstaunlich gut: Alle Testkandidaten beherrschen „HDR aus einem Bild“.

Automatik oder Handwerk?

Wir haben vier Softwares von DxO, Franzis, HDRSoft und Skylum für Sie getestet. HDR Efex setzt weitestgehend auf automatische Umsetzung der Belichtungsreihe und unterstützt als einziger Testkandidat das RAW-Format nicht. Das ist für Aurora HDR kein Problem: Hier vertraut man beim Zusammenfügen auf künstliche Intelligenz.

Ganz im Gegensatz dazu öffnet HDR Projects auf Wunsch die Bilder mit komplexem RAW-Konverter und einem Werkzeugkasten samt umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten. Bei Photomatix ist die Vorschau der Geisterbildreduktion gut gelungen: Hier können Sie Bildbereiche sogar manuell bestimmen.

Vier HDR-Softwares, ein Testsieger

Knapper Testsieger unseres Vergleichstests ist HDR Projects 8 Professional. Einerseits hat die Software die mit Abstand meisten Korrektur- und Einstellungsmöglichkeiten, überfordert aber schnell durch die komplexe Bedienung. Einsteiger sollten lieber auf Skylum Aurora HDR setzen – die Benutzeroberfläche erschließt sich deutlich einfacher.

In Sachen „Harmonie“ ist Photomatix Pro 6 Sieger der Herzen – die Bildresultate sind sehr ausgewogen, die Einstellungsmöglichkeiten aber eher mager. Bei HDR Efex Pro 2 sind die kreativen Möglichkeiten ebenfalls beschränkt. Allerdings besitzen die vielen Voreinstellungen dennoch ein hohes Potenzial.

DxO Nik Collection 3 HDR Efex Pro 2

Programmpaket

HerstellerDxO
Webseitewww.dxo.com
SystemanforderungWindows/macOS
Preis (UVP)149 Euro 

Pro & Kontra 

+ Übersichtliche Benutzeroberfläche 
+ Sehr gute Voreinstellungen 
+ Lokale Anpassungen 
- Kein direkter RAW-Support 
- Nur im Programmpaket erhältlich 

HDR Efex läuft sowohl als eigenständige Software als auch als Plug-in für Photoshop, Lightroom und DxO PhotoLab. Wohl daher hat man auch auf direkten RAW-Support verzichtet. Über den Fotobrowser von PhotoLab wird dies sogar automatisch erledigt.

Die Belichtungsreihe wird im Anschluss analysiert, als HDR zusammengefügt und dann in die Nachbearbeitung geladen. Viele voreingestellte HDR-Looks stehen ebenso bereit wie Detailanpassungen für Farbe, Struktur und HDR-Umsetzung.

Für mehr Kreativeffekte muss man allerdings in andere Bereiche der Nik Collection wechseln, HDR Efex beschränkt sich eher auf das Handwerkliche. Sehr gut gelungen sind die lokalen Anpassungen, mit denen man punktgenaue Korrekturen vornehmen kann.

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Franzis HDR Projects 8 Professional

Testsieger

HerstellerFranzis
Webseitewww.franzis.de
SystemanforderungWindows/macOS
Preis (UVP)99 Euro

Pro & Kontra 

+ Integrierter RAW-Konverter 
+ 15 HDR-Algorithmen
+ Sehr gute Voreinstellungen
+ Hervorragende Detailanpassung 
+ Geisterbilderkennung 
- Zu komplexe Benutzeroberfläche

Die Projects-Serie von Franzis ist perfekt für den „HDR-Handwerker“. Als einzige Software im Vergleich hat sie einen RAW-Konverter integriert, um die Einzelbilder nach Bedarf noch zu optimieren. Auch der Bilderbrowser ist überaus praktisch, der Belichtungsreihen automatisch erkennt und recht treffsicher zuordnet.

In der HDR-Bearbeitung erleichtern Dutzende Voreinstellungen den Einstieg und liefern per Klick die passende HDR-Konvertierung. Die Gewichtung können Profis dann selbst einstellen und sogar Bildbereiche maskieren. Außerdem stehen im sogenannten Postprocessing 132 Anpassungsfilter bereit.

Schade, dass es die Benutzeroberfläche nicht leicht macht, ohne Einarbeitung zu hervorragenden HDR-Bildern zu kommen.

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HDRSoft Photomatix Pro 6

Klassiker

HerstellerHDRSoft
Webseitewww.hdrsoft.com
SystemanforderungWindows/macOS
Preis (UVP)79 Euro

Pro & Kontra 

+ RAW-Unterstützung
+ Vorschau der Geisterbildentfernung 
+ Sehr harmonische Bildergebnisse 
+ Selektive Auswahlfunktionen
- Wenig Voreinstellungen
- Keine Kreativfunktionen

Seit rund zehn Jahren ist Photomatix am Markt und ist damit einer der Pioniere in Sachen HDR. Der Schwerpunkt der Software liegt auf der Erstellung realistischer HDR-Motive. Direkt beim Öffnen kann man auf die sehr gut gemachte Geisterbildkorrektur mit Vorschau zugreifen und auf Wunsch bewegte Objekte manuell definieren.

In der HDR-Bearbeitung bleibt es übersichtlich – die wenigen Vorgaben sind durchweg brauchbar und eine gute Basis für die Justierung. Dazu stehen Werkzeuge wie Farbeinstellung und Kontrast zur Verfügung.

Effekte oder kreative Tools sucht man hier vergebens. Gut gemacht hingegen ist das Auswahlwerkzeug, um selektive Farbanpassungen vorzunehmen oder Bildelemente aus den Originalfotos einzubauen.

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Skylum Aurora HDR

Effekte-Profi

HerstellerSkylum
Webseitewww.skylum.com
SystemanforderungWindows/macOS
Preis (UVP)99 Euro

Pro & Kontra 

+ RAW-Unterstützung
+ Umfangreiche HDR-Einstellungen
+ Maskierungsfunktionen
+ Gute Detailherausarbeitung
- Benötigt viel Systemressourcen
- Schon länger ohne größeres Update

Aurora HDR setzt ganz auf ein klassisches Bedienkonzept via Schieberegler, das sich nach dem Laden einer Belichtungsreihe präsentiert. Der intelligente Kontrast liefert in Kombination mit dem HDR-Kontrast knackige Ergebnisse. Sollte das nicht ausreichen, feuert das Programm über Mikrokontraste ein Schärfefeuerwerk ab.

Sehr praktisch: Mittels Ebenenfunktion können Einzelbilder integriert und maskiert werden. Schön, dass die Software Bildkorrekturen und Farbanpassungen integriert, wie man sie von RAW-Konvertern kennt.

Insgesamt merkt man der Software aber an, dass sie seit fast zwei Jahren ohne eine größere Aktualisierung auskommt: Gerade die Geisterbildreduktion und auch einige Effekte könnten eine Frischzellenkur vertragen.

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HDR in Photoshop oder Lightroom

Adobe Photoshop hat seit Jahren eine nahezu unveränderte HDR-Funktion integriert, die im Datei-Menü unter Automatisieren zu finden ist. Diese bietet allerdings nur Basiskost und ist allenfalls für erste Gehversuche in Sachen HDR geeignet.

Das gilt auch für Lightroom Classic – hier wurde auf ein Menü mit Umrechnungsoptionen sogar komplett verzichtet und es wird einfach nur ein Endergebnis geliefert, das immerhin über den Entwickeln-Bereich noch ein wenig angepasst werden kann.

Insgesamt gesehen kann Adobe in Sachen HDR nicht punkten, für ernsthafte und gute Ergebnisse muss man auf Zusatzsoftware ausweichen, wie wir sie hier im Überblick zeigen.

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