Zwischen klassischer Bildbearbeitung und KI-gestützter Gestaltung entwickelt Darius Nagel atmosphärische Bildwelten, die Realität, Emotion und surreale Elemente miteinander verbinden. Im Gespräch erzählt er, warum ihn besonders konsistente Figuren und erzählerische Bildserien faszinieren, welche Rolle gezieltes Prompting dabei spielt und weshalb für ihn trotz aller Technik immer die Wirkung eines Bildes im Mittelpunkt steht.

Darius Nagel im Interview: Mehr als nur KI
Seit rund 15 bis 20 Jahren beschäftigt sich Darius Nagel mit digitaler Bildbearbeitung. Was mit klassischer Fotoretusche begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer eigenständigen visuellen Bildsprache.
Heute verbindet er klassische Bildbearbeitung mit KI-gestützten Workflows und erschafft atmosphärische Bildwelten, die häufig Realität mit surrealen oder symbolischen Elementen verbinden.
Neben emotionaler Wirkung und stimmigen Farbwelten spielt dabei auch die Entwicklung konsistenter Figuren und Bildserien eine zentrale Rolle. Parallel zur visuellen Arbeit produziert Darius als „BitArts-Dari“ außerdem KI-unterstützte Musikprojekte und arbeitet an multimedialen Konzepten aus Bild und Klang.
Was hat Sie zur Fotobearbeitung gebracht? Wie war Ihr Weg?

Zur Bildbearbeitung bin ich vor etwa 15 bis 20 Jahren gekommen. Angefangen hat alles mit der klassischen Fotobearbeitung, zunächst aus Interesse an der Optimierung eigener Aufnahmen.
Mit der Zeit entwickelte sich daraus jedoch eine immer stärkere Faszination für die kreativen Möglichkeiten, die über die reine Korrektur hinausgehen. Heute verstehe ich Bildbearbeitung als eine Form visueller Gestaltung, bei der Technik und Kreativität verschmelzen.
Was begeistert Sie an der Bildbearbeitung?
Mich begeistert vor allem die Freiheit, Ideen und Emotionen visuell umzusetzen. Ein Bild kann mehr sein als eine Momentaufnahme, denn es kann eine Geschichte erzählen, eine Stimmung transportieren oder zum Nachdenken anregen. Besonders spannend finde ich den Prozess, aus einer einfachen Ausgangssituation etwas Eigenständiges und Ausdrucksstarkes zu entwickeln.
Welchen Teil nimmt die Fotobearbeitung in Ihrem Leben ein? Sind Sie Vollzeit-Grafiker?

Beruflich bin ich als Fachinformatiker tätig, wodurch ich einen sehr technischen Hintergrund habe. Die Bildbearbeitung ist für mich deshalb ein kreativer Ausgleich, gleichzeitig aber auch weit mehr als nur ein Hobby. Sie begleitet mich inzwischen seit vielen Jahren und ist ein fester Bestandteil meines Alltags geworden.
Auch wenn ich aktuell nicht hauptberuflich als Künstler oder Grafiker arbeite, investiere ich sehr viel Zeit in kreative Projekte und die Weiterentwicklung meiner Arbeiten. Gerade die Kombination aus technischem Verständnis und kreativer Gestaltung empfinde ich als sehr bereichernd.
Viele Prozesse im Bereich KI und Bildbearbeitung profitieren davon, strukturiert und analytisch zu denken, gleichzeitig braucht es aber auch Intuition und ein Gefühl für Atmosphäre. Perspektivisch möchte ich meine Arbeiten stärker öffentlich präsentieren, sowohl auf digitalen Plattformen als auch später möglicherweise im Rahmen von Ausstellungen oder konzeptionellen Projekten.
Was macht Ihre „Unterschrift“ aus? Worauf versuchen Sie zu achten?

Meine Arbeiten zeichnen sich vor allem durch emotionale Wirkung, stimmige Farbwelten und eine klare Bildsprache aus. Mir ist wichtig, dass ein Bild nicht nur visuell interessant ist, sondern auch eine Atmosphäre erzeugt und beim Betrachter etwas auslöst.
Ich versuche, Bilder so zu gestalten, dass sie eine gewisse Ruhe und zugleich Spannung besitzen. Häufig arbeite ich deshalb mit cineastischen Lichtstimmungen, bewusst gesetzten Kontrasten und symbolischen Elementen. Besonders wichtig ist mir, dass ein Bild trotz aller visuellen Gestaltung glaubwürdig bleibt und eine innere Geschlossenheit hat.
Außerdem achte ich stark auf Konsistenz, gerade bei Figuren oder Bildserien. Durch wiederkehrende Elemente wie Kleidung, Farben oder bestimmte visuelle Merkmale entsteht für mich eine eigene Handschrift, die meine Arbeiten wirklich miteinander verbindet.
Spannend! Wie gelingt es Ihnen, die Harmonie in Ihren Kompositionen?
Eine harmonische Komposition entsteht für mich durch das Zusammenspiel von Licht, Farben, Perspektive und Bildaufbau. Ich versuche bewusst mit Kontrasten zu arbeiten, sowohl visuell als auch inhaltlich, und gleichzeitig eine Balance zu schaffen, die das Auge schlussendlich intuitiv durch das Bild führt.
Wie verbinden Sie KI und Bildbearbeitung?

Für mich ist KI kein Ersatz, sondern eine Erweiterung der klassischen Bildbearbeitung. Sie eröffnet neue kreative Möglichkeiten und erlaubt es, Ideen umzusetzen, die mit traditionellen Mitteln nur schwer realisierbar wären. Gleichzeitig ist es wichtig, die Ergebnisse bewusst zu steuern, durch gezieltes Prompting, Erfahrung und Nachbearbeitung. Erst durch diese Kombination entsteht für mich ein wirklich individuelles Bild.
Was ist Ihre Ausrüstung? Welche Programme nutzen Sie?
Ich arbeite mit Programmen wie Lightroom, Photoshop, Luminar und Topaz, die je nach Projekt unterschiedliche Stärken haben. Im Bereich der KI nutze ich unter anderem Tools wie Nano Banana Pro, um kreative Konzepte umzusetzen und neue, spannende visuelle Ansätze zu entwickeln.
Haben Sie bestimmte Prompts oder Themen, auf die Sie immer wieder zurückgreifen?

Ich arbeite häufig mit Themen wie Emotion, Alltagssituationen in ungewöhnlichen Kontexten sowie mit surrealen oder symbolischen Darstellungen. Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist dabei die Entwicklung klarer und strukturierter Prompts sowie der Einsatz von sogenannten Charakter- Referenzen, um letztendlich konsistente, überzeugende und glaubwürdige Ergebnisse zu erzielen.
Welche zukünftigen Projekte möchten Sie gerne umsetzen? Gibt es da schon konkrete Pläne?
Ich möchte meine Arbeit im Bereich der Verbindung von KI und klassischer Bildbearbeitung weiter vertiefen und noch stärker an konzeptionellen Projekten arbeiten. Dabei interessiert mich besonders, Geschichten über Bildserien zu erzählen und Themen wie Gesellschaft, Emotion und Perspektivwechsel visuell weiter auszubauen.
Ein konkretes Ziel ist es, Serien zu entwickeln, die den Alltag in ungewöhnlichen, teilweise surrealen Kontexten zeigen und beim Betrachten zum Innehalten und Nachdenken anregen. Zudem plane ich, meine Arbeiten verstärkt auf digitalen Plattformen zu präsentieren und perspektivisch auch in Form von Ausstellungen oder Projekten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner kreativen Arbeit ist die Musik. Schon seit meiner Jugend spiele ich Gitarre und Keyboard, was meine künstlerische Entwicklung stark geprägt hat. Heute verbinde ich auch diesen Bereich mit modernen Technologien und produziere Musik mit Hilfe von KI.
Unter dem Namen BitArts-Dari betreibe ich einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem ich meine musikalischen Projekte veröffentliche. Langfristig reizt es mich tatsächlich, Bild und Musik noch stärker miteinander zu verbinden und daraus multimediale Projekte zu entwickeln, die visuelle und akustische Eindrücke zu einem Gesamterlebnis verschmelzen lassen.

Darius Nagel beschäftigt sich seit rund zwei Jahrzehnten mit digitaler Bildbearbeitung und kreativer Bildgestaltung. Beruflich ist er als Fachinformatiker tätig, während die Bildbearbeitung für ihn ein kreativer Ausgleich und zugleich seine große Leidenschaft ist.
Angefangen hat alles mit der klassischen Fotobearbeitung, aus der er über die Jahre eine immer stärker werdende Faszination für kreative Bildgestaltung entwickelt hat.
Instagram: @darifotoart
