Ausstellung der Woche

Fotografin an vorderster Front

25.01.2013, 16:23 Uhr
LIFE Magazine Foto Margaret Bourke-White in Air Force Uniform mit Offizieren des 8. Air Force Bomber Kommandos vor einem B-17-Bomber, Südengland September 1942 / Silbergelatineabzug The Gary Davis Collection, New York © Time & Life / Getty Images

Sich als Fotojournalistin zu Beginn des letzten Jahrhunderts durchzusetzen, war nahezu unmöglich. In die männerdominierte Welt sollten Frauen nicht so recht hinein passen. Die Amerikanerin Margaret Bourke-White (1904-1971) ließ sich davon nicht beirren, fotografierte in den Zwanzigerjahren Stahlarbeiter in Cleveland und etablierte sich als Industriefotografin der ersten Stunde. Es folgten Aufträge für Fotomagazine, Reisen führten sie nach Deutschland und 1930 sogar in die Sowjetunion, wo sie als erste Ausländerin fotografierte. Ihr Ehrgeiz zahlte sich aus: 1941 berief die US-Luftwaffe Bourke-White in ihre Reihen.

ANZEIGE

Ihr Lebensstil und der Erfolg als Fotografin machte die New Yorkerin zu so etwas wie einen Medienstar. Dazu passten Bilder, die sie in Uniform vor einem Militärflugzeug zeigten – Soldaten liebten diese Inszenierungen. Für die Zeitschrift "Life", auf dessen Cover sie 1942 selbst zu sehen sein würde, reiste Bourke-White 1941 in die Sowjetunion. Wenige Tage nach ihrer Ankunft brach der Krieg zwischen Deutschland und der UdSSR aus. Bourke-White fotografierte den Bombenhagel auf Moskau vom Dach der amerikanischen Botschaft aus. Als Fotografin war sie schließlich auch bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und des Zwangsarbeitslagers Leipzig-Thekla vor Ort. Ihr Foto „Die lebenden Toten von Buchenwald“ ging um die ganze Welt.

In der Ausstellung „Margaret Bourke-White. Fotografien 1930-1945“ geben über 150 Exponate, darunter Briefe und Zeitschriften, Einblick in das Leben einer einzigartigen Fotojournalistin.

Margaret Bourke-White
Fotografien 1930-1945

18. Januar – 14. April 2013
www.berlinerfestspiele.de

4 Eindrücke